Hotels verlieren zunehmend Umsatzchancen, weil ihre Bezahlsysteme nicht mehr den Erwartungen moderner Reisender entsprechen. Ein aktueller Bericht von Journey zeigt, dass fragmentierte und veraltete Zahlungssysteme nicht nur den Kaufprozess für Gäste erschweren, sondern auch die operative Komplexität erhöhen. Das führt dazu, dass Hotels wichtige Einnahmequellen jenseits der Zimmervermietung nicht optimal ausschöpfen können.
Die Studie basiert auf der Auswertung von über einer Million Transaktionen aus dem Jahr 2025 und verdeutlicht, dass Gäste immer häufiger eine nahtlose Bezahlung mit nur einem Klick erwarten. Die Speicherung von Zahlungsdaten und ein reibungsloser Ablauf an allen Kontaktpunkten werden zunehmend als Standard angesehen. Dies steht im Zusammenhang mit einem Wandel im Hotelgeschäft: Die Zimmerbuchung ist längst nicht mehr das einzige Geschäftsfeld. Gastronomie, Wellness, Freizeitaktivitäten und weitere Services gewinnen an Bedeutung. In diesem Kontext ist eine einfache und integrierte Zahlungsabwicklung entscheidend für die Umsatzgenerierung.
Ein Beispiel für veränderte Zahlungsgewohnheiten ist der zunehmende Einsatz digitaler Geldbörsen. So machte Apple Pay 2025 bereits 22 Prozent aller Hoteltransaktionen aus und stieg in den ersten Monaten des Folgejahres auf 35 Prozent. Gleichzeitig zeigen sich Unterschiede beim Ausgabeverhalten je nach Zahlungsmethode: Kunden, die den sogenannten One-Link von Stripe nutzten – eine Lösung, die ohne Programmieraufwand eine wiederverwendbare Zahlungs-URL generiert – gaben im Durchschnitt 53 Prozent mehr aus als Nutzer klassischer digitaler Wallets. Dies entspricht etwa 85 Euro mehr pro Transaktion. Zudem bevorzugen 69 Prozent der wiederkehrenden Gäste aktiv One-Link, wenn diese Möglichkeit besteht.
Die Fragmentierung der Bezahlsysteme belastet nicht nur die Kunden, sondern auch die Hotelbetriebe. 74 Prozent der Führungskräfte im Hotelwesen berichten, dass sie zu viel Zeit für die Abstimmung von Zahlungen zwischen verschiedenen Plattformen aufwenden müssen. Nur 28 Prozent der Unternehmen im Hotel- und Gastronomiebereich schätzen ihre Infrastruktur als flexibel genug ein, um zusätzliche Einnahmequellen einfach zu integrieren. Die Erwartung der Kunden, ähnlich wie bei großen Online-Plattformen unkompliziert zahlen zu können, wird dadurch nicht erfüllt. Wiederholte Dateneingaben oder unterbrochene Bezahlvorgänge führen häufig zu Kaufabbrüchen – sei es bei Buchungen für Spa-Behandlungen, Restauranttische oder sonstige Zusatzangebote.
Auch die Zahlungsflexibilität ist ein offenes Thema: Nur etwa ein Drittel der Hotels kann derzeit Ratenzahlungen anbieten, obwohl das Interesse der Verbraucher dafür wächst. Die Betrugsprävention gewinnt ebenfalls an Bedeutung. Mehr als die Hälfte der befragten Hotelmanager gibt an, dass fehlgeschlagene oder blockierte Zahlungen das Kundenerlebnis und das Markenimage negativ beeinflussen.
Die Modernisierung der Zahlungssysteme wird damit zu einem wichtigen Hebel für Umsatzsteigerung und Effizienz in Hotels. Statt einzelne Zahlungsvorgänge isoliert zu betrachten, muss der gesamte Kundenkontakt als zusammenhängende kommerzielle Erfahrung verstanden werden. Für Hotels auf den Kanarischen Inseln bedeutet dies, dass Investitionen in integrierte und moderne Bezahllösungen notwendig sind, um den veränderten Erwartungen der Gäste gerecht zu werden und zusätzliche Einnahmen zu generieren.
Quelle: hosteltur.com
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