In Garachico fand kürzlich die II. Jornada ‘Vivencias que inspiran’ statt, eine Veranstaltung, die vom Team für soziale Innovation des Islas Responsables Lab (IRLab) organisiert wurde. Die Initiative zielt darauf ab, durch persönliche Geschichten und Erfahrungen der Teilnehmer eine neue Sichtweise auf gesellschaftliche Themen zu fördern. An diesem Tag teilten vier Frauen und Männer ihre Lebensgeschichten, die nicht nur zum Nachdenken anregten, sondern auch das Potenzial zur Veränderung der eigenen Perspektive aufzeigten.
Die Veranstaltung, die am Freitag in La Casa de Piedra abgehalten wurde, bot den Besuchern einen intimen Rahmen, um den Erzählungen von Menschen zu lauschen, die in ihrem Leben bemerkenswerte Herausforderungen gemeistert haben. Anders als bei traditionellen akademischen Vorträgen standen hier die persönlichen Erlebnisse und die emotionale Verbindung im Vordergrund. Ziel war es, die Zuhörer zu inspirieren und sie dazu zu bewegen, sich mit anderen Lebensrealitäten auseinanderzusetzen.
Matilde Mora, eine pensionierte Lehrerin und Mitglied des Colectivo Freinet de Educación, eröffnete die Reihe der Erzählungen. Sie sprach über ihre Erfahrungen als Geschichtenerzählerin und die Bedeutung des Geschichtenerzählens in der Gemeinschaft. Mora hat zahlreiche Projekte zur Leseförderung ins Leben gerufen und Workshops für Lehrer und Eltern angeboten, um das Geschichtenerzählen in Schulen zu fördern. Ihr Engagement zeigt, wie wichtig es ist, Kinder aktiv in die Welt der Geschichten einzuführen und sie zur Teilnahme zu motivieren.
Sara Rodríguez, eine erfahrene Erzieherin, präsentierte ihr Projekt „La Colmena Ambulante“, das darauf abzielt, Kindern die Welt der Bienen näherzubringen. Im Rahmen eines größeren Projekts, Finca Las Pérez, vermittelt sie den Kindern nicht nur Wissen über die Bienenhaltung, sondern fördert auch Werte wie Geduld und Gemeinschaft durch die direkte Beobachtung der Natur. Rodríguez betont, dass die Natur und die Arbeit im Freien wertvolle Lektionen über das Leben lehren können.
Cathaysa Delgado, die in diesem Jahr den Titel der WBC Latino-Weltmeisterin im Superfedergewicht errang, erzählte von ihrem Weg zum professionellen Boxen. Ihr Bericht handelt von der Suche nach Identität und dem Mut, in einem von Herausforderungen geprägten Umfeld Entscheidungen zu treffen. Delgado möchte damit auf die Schwierigkeiten aufmerksam machen, die Frauen im Hochleistungssport auf den Kanarischen Inseln begegnen.
Abgerundet wurde die Veranstaltung durch den Beitrag von Pepe Hernández, einem Priester und Präsidenten der Fundación Canaria El Buen Samaritano. Er teilte seine Erfahrungen in der sozialen Arbeit, die er seit 2006 in Santa Cruz de Tenerife leistet. Sein Engagement richtet sich vor allem an sozial benachteiligte Menschen, darunter Migranten und Jugendliche. Die Stiftung hat in den letzten Jahren zahlreiche Projekte gestartet, um diesen Menschen zu helfen, und hat über 600 jugendliche Migranten auf ihrem Weg zur Integration unterstützt. Hernández hob hervor, wie wichtig es ist, Menschen in schwierigen Lebenslagen zu begleiten und ihnen neue Perspektiven zu eröffnen.
Die II. Jornada ‘Vivencias que inspiran’ diente nicht nur als Plattform für persönliche Erzählungen, sondern auch als Aufruf zur Reflexion über gesellschaftliche Herausforderungen und die Kraft des Einzelnen, Veränderungen herbeizuführen. Solche Veranstaltungen können für die deutschsprachige Gemeinschaft auf den Kanaren eine wertvolle Gelegenheit sein, sich mit lokalen Themen auseinanderzusetzen und sich aktiv in die Gesellschaft einzubringen.
Quelle: www3.gobiernodecanarias.org
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