Auf den Kanarischen Inseln misst fast jeder zweite Erwachsene seinen Blutdruck nicht regelmäßig, obwohl Bluthochdruck ein wesentlicher Risikofaktor für Herzinfarkt, Schlaganfall und andere schwere Erkrankungen ist. Eine gemeinsame Kampagne der Sociedad Española de Cardiología, der Fundación Española del Corazón und der Asociación Corazón y Vida Canarias soll das Bewusstsein für die Bedeutung der Früherkennung und Kontrolle von Bluthochdruck stärken. Sie richtet sich vor allem an Einwohner ab 40 Jahren und Risikogruppen, für die eine regelmäßige Kontrolle besonders wichtig ist.
Bluthochdruck, auch Hypertonie genannt, verläuft oft ohne Symptome, bleibt deshalb häufig unentdeckt und kann über Jahre hinweg Organe wie Herz, Gehirn und Nieren schädigen. Entscheidend ist, den Blutdruck rechtzeitig zu kontrollieren, um frühzeitig Gegenmaßnahmen zu ergreifen und Komplikationen wie Schlaganfälle oder Herzinfarkte zu verhindern. Empfohlen wird, den Blutdruck regelmäßig zu messen und bei Werten von 140 zu 90 mmHg oder höher einen Arzt aufzusuchen. Ideal sind Werte unter 120 zu 80 mmHg.
Eine aktuelle Umfrage unter den Kanariern zeigt, dass 38 Prozent ihren Blutdruck nie oder fast nie messen, obwohl 83 Prozent ein eigenes Messgerät besitzen. Gleichzeitig geben 19 Prozent an, unsicher bei der korrekten Messung zu sein. Experten betonen, dass regelmäßige Messungen und die richtige Handhabung des Geräts entscheidend sind, um die Risiken von Bluthochdruck zu minimieren.
Geoffrey Yanes, Leiter der Kardiologie am Hospital Universitario de Canarias, weist darauf hin, dass Bluthochdruck zu schweren gesundheitlichen Problemen führen kann, darunter Herzinfarkte, Schlaganfälle, Nierenerkrankungen und Durchblutungsstörungen. Pablo Jorge, Kardiologe am gleichen Haus und Präsident der Sociedad Canaria de Cardiología, ergänzt, dass unbehandelter Bluthochdruck oft chronisch wird und über Jahre hinweg erhebliche Schäden verursachen kann. Er mahnt zur regelmäßigen Kontrolle entsprechend dem Alter und den individuellen Risikofaktoren. Dabei sei nicht nur die medikamentöse Behandlung wichtig, sondern auch ein gesunder Lebensstil mit Bewegung und ausgewogener Ernährung.
Rafael Martín, Geschäftsführer des Hospital Universitario de Canarias, unterstützt die Kampagne und unterstreicht die praktische Bedeutung der Alltagskontrolle bei der Blutdruckmessung.
In Spanien leiden mehr als zehn Millionen Menschen an Bluthochdruck, etwa drei Millionen von ihnen ohne es zu wissen. Jährlich sind rund 46.000 Todesfälle auf Bluthochdruck zurückzuführen. Etwa ein Drittel der Erwachsenen zwischen 30 und 79 Jahren ist betroffen. Die Kampagne auf den Kanarischen Inseln will daher insbesondere ältere und risikobehaftete Personen ermutigen, ihren Blutdruck regelmäßig zu kontrollieren und so schwerwiegende Folgeerkrankungen zu vermeiden.
Quelle: diariodeavisos.elespanol.com
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