Kampf um Glaubwürdigkeit: Fuerteventura diskutiert Medienwandel in Zeiten von KI und Desinformation in Ferien Schule (Univ…

Kampf um Glaubwürdigkeit: Fuerteventura diskutiert Medienwandel in Zeiten von KI und Desinformation

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Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

26 Juni, 2026

Die IV. Universidad de Verano auf Fuerteventura widmete sich in ihrer dritten Veranstaltung dem brisanten Thema der Glaubwürdigkeit in der heutigen Medienlandschaft. Vor dem Hintergrund der rasant fortschreitenden Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI) und der zunehmenden Verbreitung manipulierter Inhalte diskutierten Journalistinnen, Experten und Akademiker, wie sich die Beziehung der Öffentlichkeit zu Medien verändert und wie Vertrauen in Zeiten von Fake News und algorithmisch gesteuerter Informationsflut erhalten bleiben kann.

Zu Beginn der Veranstaltung eröffnete Mónica Prado, Leiterin des Digitalbereichs bei Antena 3 Noticias, die Debatte mit einem Vortrag über die essenzielle Bedeutung von Vertrauen für Medien. Unter dem Titel „Vertrauen gewinnt man: Wie eine Redaktion Glaubwürdigkeit in der Ära von Falschmeldungen und KI aufbaut“ betonte sie, dass Medienhäuser ihre Verifizierungsprozesse und journalistischen Standards stärken müssen. Angesichts der schnellen Verbreitung von Inhalten und neuer Technologien stünden Redaktionen vor nie dagewesenen Herausforderungen, um seriöse Berichterstattung sicherzustellen.

Der langjährige Journalist Pedro Piqueras, der als eines der Highlights der Konferenz galt, blickte in seinem Vortrag „Wenn ein Bild nicht mehr tausend Worte wert ist“ auf fünf Jahrzehnte Medienentwicklung zurück. Er machte deutlich, dass die Medienlandschaft durch soziale Netzwerke und digitale Technologien tiefgreifend verändert wurde. Piqueras forderte, die Grundprinzipien des Journalismus – Genauigkeit, Quellenprüfung und Glaubwürdigkeit – zu verteidigen, da die Vertrauenskrise für Medien zu einem der größten Probleme geworden sei.

Auch die Desinformation im Bereich Klima und Umwelt stand im Fokus. Álvaro Caballero, Klima- und Umweltjournalist bei RTVE, analysierte anhand aktueller Beispiele wie die verheerende DANA-Sturzflut 2024 in Valencia, wie Medien nicht nur informieren, sondern auch Meinungen prägen. Er zeigte auf, wie klimawandelbezogene Leugnungen und unbegründete Theorien in digitalen Kanälen neue Verbreitung finden. In seinem Vortrag „Chemtrails, „Lügenmacher“ und die immer gleiche Hitze“ erläuterte Caballero die narrativen Strategien hinter der Klimadesinformation und deren Auswirkungen auf die gesellschaftliche Wahrnehmung der Klimakrise.

Aus akademischer Perspektive brachte Lara Carrascosa von der Universität La Laguna die Diskussion auf die Rolle der digitalen Plattformen und deren Algorithmen. In ihrem Vortrag „Algorithmen, Macht und Wahrheit: Wer kontrolliert die Demokratie?“ hinterfragte sie die Macht großer Technologieunternehmen bei der Gestaltung öffentlicher Diskurse. Sie forderte mehr Transparenz in den Mechanismen, die darüber entscheiden, welche Informationen Nutzer sehen und wie sich kollektive Meinungen formen.

Am Nachmittag rundete eine Podiumsdiskussion zum Thema „Frauenführung in den Medien“ die Veranstaltung ab. Lourdes Santana (Grupo Prisa/SER Canarias), Francisca González (RTVE Kanaren), Isabel Morillo (El Correo de Andalucía) und Pilar Gómez (Artículo 14) teilten ihre Erfahrungen als Medienleiterinnen. Sie reflektierten über die Entwicklung der Rolle von Frauen in der Medienbranche, bestehende Barrieren und die Bedeutung vielfältiger Perspektiven in redaktionellen Entscheidungsprozessen.

Adargoma Hernández, Bildungs- und Jugendbeauftragter von Fuerteventura, unterstrich, dass die Vorträge zentrale Fragen unserer Zeit berührten: Wie trennt man verlässliche Informationen vom Informationsrauschen? Wie schützt man das öffentliche Vertrauen? Und wie passt sich die Gesellschaft an eine sich rasant wandelnde technologische Umgebung an? Lola García, Präsidentin des Cabildo von Fuerteventura, lobte die Sommeruniversität als wichtigen Ort für Debatten, die direkt die Gesellschaft betreffen und den kritischen Umgang mit Medien in Zeiten wachsender Desinformation fördern.

Für Bewohner und Besucher der Kanarischen Inseln zeigt sich in diesen Diskussionen eine klare Herausforderung: Die Informationsflut in digitalen Medien verlangt erhöhte Aufmerksamkeit und kritisches Hinterfragen. Gerade in einer Region mit hohem Touristenaufkommen und vielfältigen Bewohnergruppen gewinnt die Frage nach verlässlichen Nachrichten an Bedeutung. Die Medienlandschaft befindet sich im Wandel, und die Fähigkeit, glaubwürdige Quellen zu erkennen, wird für alle Nutzer immer wichtiger – sei es für den Alltag, die politische Meinungsbildung oder die Umweltwahrnehmung auf den Inseln.

Quelle: lavozdefuerteventura.com
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Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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