Die kanarische Regierung hat ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit vorgestellt. Jéssica de León, die Ministerin für Tourismus und Beschäftigung, betonte in einer Sitzung des Parlaments, dass die Schaffung von Arbeitsplätzen für junge Menschen eine „absolute Priorität“ darstellt. Im Jahr 2025 waren auf den Kanaren 7.714 Jugendliche arbeitslos, was einem Rückgang von 10 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Arbeitslosenquote in dieser Altersgruppe liegt bei 19,41 %, was die niedrigste Rate in der Geschichte der Inseln darstellt und unter dem nationalen Durchschnitt liegt.
Die Situation auf den Kanaren ist in den letzten Jahren durch verschiedene wirtschaftliche Herausforderungen geprägt gewesen. Die COVID-19-Pandemie hatte insbesondere den Tourismussektor, der für die Inseln von zentraler Bedeutung ist, stark getroffen. Viele junge Menschen, die in dieser Branche arbeiten wollten oder bereits tätig waren, fanden sich plötzlich ohne Perspektive wieder. Mit den neuen Programmen reagiert die kanarische Regierung nicht nur auf die akuten Herausforderungen, sondern setzt auch langfristige Ziele, um die wirtschaftliche Stabilität der Region zu fördern.
Um die Beschäftigungschancen weiter zu verbessern, plant der Servicio Canario de Empleo (SCE) für 2026 ein Rekordbudget von 67 Millionen Euro für Ausbildungsprogramme. Erstmals wird auch Teleformierung integriert, um den Zugang zu Schulungen von überall im Archipel zu erleichtern. Diese digitale Form der Weiterbildung ist besonders wichtig, da sie es ermöglicht, dass auch isolierte Gemeinden und kleinere Inseln von den Programmen profitieren können. De León hob hervor, dass der Anstieg der Sozialversicherungsbeiträge unter jungen Menschen um mehr als 11 % ebenfalls positiv zu bewerten sei. Dies deutet auf eine wachsende Integration junger Arbeitnehmer in den Arbeitsmarkt hin.
Zu den Programmen, die die Beschäftigung von unter 30-Jährigen fördern sollen, gehört die „Erste Berufserfahrung“, die mit 2,5 Millionen Euro gefördert wird und sich an frisch graduierte junge Menschen richtet. Dieses Programm bietet den Absolventen nicht nur eine wertvolle Einstiegsmöglichkeit, sondern auch die Chance, praktische Erfahrungen zu sammeln, die in der heutigen Arbeitswelt unverzichtbar sind. Außerdem wird das Programm „Neue Beschäftigungsmöglichkeiten“ (NOE) angeboten, das die erste Anstellung von Absolventen durch die Anstellung bei den Inselregierungen erleichtert. Dies könnte insbesondere für junge Menschen auf den Kanaren von Bedeutung sein, die oft vor der Herausforderung stehen, eine erste Anstellung zu finden.
Für Jugendliche ohne Abschluss gibt es das Programm „Zweite Chance“, das ihnen ermöglicht, berufliche Qualifikationen zu erwerben und gleichzeitig praktische Erfahrungen zu sammeln. Diese Initiative ist besonders wichtig, da sie es jungen Menschen ermöglicht, ihre Bildungslücken zu schließen und ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern.
Zusätzlich werden Initiativen wie „Incentívate“, das Subventionen für Praktika und Alternanzverträge bereitstellt, sowie „Certifícate“, das die Anstellung von Personen mit beruflichen Qualifikationen fördert, vorangetrieben. De León betonte, dass die Maßnahmen darauf abzielen, jungen Kanariern eine Perspektive in ihrer Heimat zu bieten, um Abwanderung zu verhindern. Dies ist besonders relevant für die deutschsprachige Gemeinschaft auf den Kanaren, die oft mit der Herausforderung konfrontiert ist, talentierte junge Menschen zu halten, während viele in andere europäische Länder abwandern. Durch die Förderung lokaler Beschäftigungschancen wird nicht nur die wirtschaftliche Situation verbessert, sondern auch die soziale Stabilität der Inseln gestärkt.