Am 15. April 2024 hat das Parlament der Kanarischen Inseln eine bedeutende Gesetzesänderung zur Tourismusgesetzgebung verabschiedet. Diese sieht die Installation von elektrisch höhenverstellbaren Betten und motorisierten Wagen in touristischen Einrichtungen vor. Ziel dieser Maßnahme ist es, die körperliche Belastung der Reinigungskräfte, die in der Branche oft als „kellys“ bezeichnet werden, erheblich zu verringern. Bei der Abstimmung enthielt sich die Vox-Partei, die das Gesetz als „pikolín“ abtat, was in diesem Kontext eine abwertende Bezeichnung ist und die Skepsis der Partei gegenüber den Maßnahmen verdeutlicht.
Die Initiative zur Gesetzesänderung hat ihre Wurzeln in einer zehnjährigen Geschichte von Protesten und Forderungen der Reinigungskräfte. Seit 2016 kämpfen diese für bessere Arbeitsbedingungen, die nachweislich durch die gesundheitlichen Auswirkungen ihrer Arbeit, wie körperliche Erschöpfung und Verletzungen, motiviert sind. Die neue Regelung sieht vor, dass bis 2033 alle touristischen Einrichtungen, mit Ausnahme von kleinen Betrieben mit maximal 30 Zimmern, die neuen Standards umsetzen müssen. Diese Frist gibt den größeren Hotels und Resorts Zeit, die notwendigen Investitionen zu tätigen und ihre Infrastruktur anzupassen.
Ein zentraler Punkt der Gesetzesänderung ist der finanzielle Zuschuss, den die regionale Regierung privaten Unternehmen bereitstellt, um den Austausch herkömmlicher Betten gegen höhenverstellbare Modelle zu fördern. Dies ist nicht nur ein Schritt zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen, sondern auch ein Anreiz für die Hoteliers, in die Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu investieren. Die Regelung sieht zudem Sanktionen für die Nichteinhaltung vor, was die Ernsthaftigkeit der Maßnahme unterstreicht. Der schrittweise Implementierungszeitraum von 2025 bis 2029 ermöglicht eine flexible Anpassung für die Betriebe, die oft unter dem Druck der Saisonabhängigkeit stehen.
Die Verabschiedung dieser Gesetzesänderung ist das Ergebnis intensiver politischer und gewerkschaftlicher Diskussionen. Dabei wurde die Notwendigkeit der Entlastung für das Reinigungspersonal immer wieder betont. Ein vorheriger Vorschlag, diese Maßnahme als Dekret umzusetzen, war am Widerstand der regionalen Regierung gescheitert, die Bedenken hinsichtlich der Kosten äußerte. Die neue Regelung wird jedoch als ein wichtiger Schritt angesehen, um die Arbeitsbedingungen für Reinigungskräfte in den touristischen Einrichtungen der Kanaren erheblich zu verbessern.
Für die deutschsprachigen Leser auf den Kanaren hat diese Entwicklung praktische Bedeutung. Viele von ihnen sind in der Tourismusbranche tätig oder profitieren von den Dienstleistungen, die diese Mitarbeiter erbringen. Verbesserte Arbeitsbedingungen für Reinigungskräfte können zu einer höheren Mitarbeiterzufriedenheit führen, was sich positiv auf den Service in Hotels und Ferienanlagen auswirkt. Zudem könnte die Einführung moderner Technologien wie höhenverstellbarer Betten auch für die Gäste von Vorteil sein, da solche Einrichtungen nicht nur die Arbeitsbedingungen verbessern, sondern auch einen höheren Komfort bieten. Letztlich wird die Umsetzung dieser neuen Regelung nicht nur das Arbeitsumfeld für die „kellys“ verändern, sondern auch die gesamte touristische Landschaft der Kanaren nachhaltig beeinflussen.