Die Regionalregierung der Kanarischen Inseln hat beschlossen, ein Budget von einer Million Euro bereitzustellen, um die Einführung von höhenverstellbaren Betten und motorisierten Wagen in touristischen Unterkünften zu fördern. Diese Maßnahme wurde letzte Woche vom Parlament genehmigt und sieht vor, dass alle touristischen Betriebe bis zum Jahr 2033 diese neuen Anforderungen umsetzen müssen. Die Initiative wurde von Manuel Domínguez, dem Vizepräsidenten und Minister für Wirtschaft, sowie Jéssica de León, der Ministerin für Tourismus und Beschäftigung, vorgestellt.
Das neue Förderprogramm, das vom Instituto Canario de Seguridad Laboral (ICASEL) verwaltet wird, zielt darauf ab, die Anpassung des Sektors an die neuen arbeitsrechtlichen Vorschriften zu beschleunigen. Diese Initiative ist besonders für die rund 500.000 Beschäftigten im Tourismussektor der Kanaren von Bedeutung, darunter viele Deutsche, die hier leben und arbeiten. Die Unterstützung richtet sich insbesondere an Hotels, extrahotelische Unterkünfte und kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Laut Domínguez soll diese Maßnahme die Arbeitsbedingungen für Reinigungskräfte verbessern und die Sicherheit am Arbeitsplatz erhöhen.
Die Einführung ergonomischer Betten ist ein wichtiger Schritt, um den physischen Belastungen, denen viele Mitarbeiter in der Hotelbranche ausgesetzt sind, entgegenzuwirken. Gerade in der Reinigungsbranche sind die Arbeitsbedingungen oft herausfordernd. Die neuen Betten werden nicht nur die Ergonomie am Arbeitsplatz verbessern, sondern auch dazu beitragen, die Gesundheit der Beschäftigten langfristig zu schützen. Dies ist besonders relevant für deutschsprachige Leser auf den Kanaren, die in der Branche tätig sind oder einen besonderen Bezug zu den Arbeitsbedingungen in Hotels haben.
Jéssica de León betonte die moralische Verantwortung gegenüber dem Tourismussektor und den Beschäftigten. Die ersten Ausschreibungen zur Umsetzung der neuen Standards sollen noch in diesem Jahr starten. Diese schnellen Maßnahmen sind notwendig, um den Herausforderungen einer Branche gerecht zu werden, die stark von internationalen Standards und Erwartungen beeinflusst wird. Die Sicherheitslage in der Branche hat sich bereits verbessert, da die Zahl der Arbeitsunfälle im Jahr 2025 um etwa 75 Fälle im Vergleich zu 2024 gesenkt wurde, obwohl zwei tödliche Unfälle verzeichnet wurden. Die häufigsten Ursachen für Verletzungen, die zuvor mit Überlastung durch muskuloskelettale Störungen in Verbindung standen, sind nun auf den dritten Platz zurückgefallen, was auf die Wirksamkeit der ergriffenen Präventionsmaßnahmen hinweist.
Für die deutschsprachige Gemeinschaft auf den Kanaren könnte diese Entwicklung auch positive Auswirkungen auf den Tourismus haben. Höhere Standards in der Unterkunft führen nicht nur zu einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen, sondern steigern auch die Attraktivität der Region für Reisende. Gäste, die Wert auf Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung legen, könnten sich eher für Hotels entscheiden, die solche Standards umsetzen. Dies könnte langfristig zu einer Stabilität des Tourismussektors beitragen, der für die Wirtschaft der Kanaren von zentraler Bedeutung ist.
Insgesamt zeigt die Initiative, dass die kanarische Regierung proaktiv an der Verbesserung der Arbeitsbedingungen arbeitet und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit des Tourismussektors stärkt. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um zu beobachten, wie diese Veränderungen umgesetzt werden und welche weiteren Maßnahmen folgen könnten.