Lanzarote wird zum Treffpunkt internationaler Tourismusexperten: Auf der VIII. Jahreskonferenz des Internationalen Frühjahrssymposiums für Tourismusentwicklung (SSTD) stellte der kanarische Vize-Tourismusminister José Manuel Sanabria ein neues Tourismusmodell vor, das den Schwerpunkt auf das Wohlbefinden der Bürger legt. Das Treffen, organisiert vom Institut für Tourismus und nachhaltige Wirtschaftsentwicklung (Tides) der Universität Las Palmas de Gran Canaria (ULPGC), fand am 18. und 19. Juni im Arrecife Gran Hotel statt und versammelte Fachleute aus Österreich, Großbritannien und den Kanaren.
Sanabria eröffnete die Konferenz mit einem Vortrag über die Rolle der öffentlichen Verwaltung, um die touristische Entwicklung so zu steuern, dass sie die Lebensqualität der Einwohner verbessert. Er betonte, dass die Kanarischen Inseln eine neue Herangehensweise an das Management des Tourismus verfolgen. Dabei soll der Erfolg eines Reiseziels nicht mehr allein an der Anzahl der Besucher oder dem wirtschaftlichen Nutzen gemessen werden, sondern auch an dessen Beitrag zum sozialen Wohlstand und zur nachhaltigen Entwicklung der Region.
Der Tourismus bleibt mit einem Anteil von rund 37 Prozent am Bruttoinlandsprodukt der wichtigste Wirtschaftsmotor der Kanaren. Zudem generiert er etwa 42 Prozent der Steuereinnahmen und sichert rund 40 Prozent der regionalen Beschäftigung. Trotz dieser Bedeutung stehen die Inseln vor der Herausforderung, die negativen Auswirkungen des Tourismus zu steuern und die Vorteile für die Gesellschaft gerecht zu verteilen.
Der Plan Estratégico Canarias Destino 2025-2027 bildet das Rückgrat dieser Strategie. Er stellt das Wohlergehen der Bürger in den Mittelpunkt der touristischen Politik und zielt darauf ab, einen gemeinsamen Mehrwert für Einwohner, Unternehmen und Besucher zu schaffen. Sanabria erläuterte verschiedene Initiativen der kanarischen Regierung, die darauf abzielen, diese Ziele zu erreichen. Dazu gehören gesetzliche Anpassungen im Bereich der Ferienwohnungsvermittlung, eine vorausschauende Raumplanung, Maßnahmen gegen den Klimawandel sowie die Regulierung von Outdoor-Tourismusaktivitäten.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Modernisierung der Branche. Die öffentliche Hand unterstützt Maßnahmen zur Dekarbonisierung, Digitalisierung, Unternehmensinnovation und Qualifizierung der Arbeitskräfte. Die kanarische Tourismusstrategie setzt verstärkt auf Nachhaltigkeit, kulturelle Authentizität, Umweltschutz und die positive Wirkung des Tourismus auf lokale Gemeinschaften.
Zur besseren Steuerung und Bewertung der Maßnahmen wurden Instrumente wie das Tourismusobservatorium der Kanarischen Inseln und Nachhaltigkeitsindikatoren eingeführt. Zudem wird die Wahrnehmung der Bevölkerung hinsichtlich der touristischen Entwicklung kontinuierlich analysiert, um datenbasierte Entscheidungen zu ermöglichen.
Die Konferenz bot eine Plattform zum internationalen Austausch. Experten wie Robert Steiger von der Universität Innsbruck und Hai Nguyen von der Universität Greenwich sowie Wissenschaftler der ULPGC diskutierten gemeinsam mit kanarischen Vertretern über nachhaltige, resiliente und sozial akzeptierte Tourismusmodelle. Unterstützt wurde die Veranstaltung von der Cátedra de Turismo de las Islas Canarias de Sostenibilidad e Inteligencia de Datos, einer gemeinsamen Initiative der kanarischen Tourismusbehörde und den öffentlichen Universitäten des Archipels. Auch das Cabildo de Lanzarote trug über seinen Tourismussektor SPEL-Turismo Lanzarote zur Organisation bei.
Die Teilnahme an diesem internationalen Symposium unterstreicht die Rolle der Kanarischen Inseln als Vorreiter bei der Entwicklung eines ausgewogenen Tourismus, der wirtschaftlichen Erfolg mit sozialer Gerechtigkeit und Umweltschutz verbindet. Damit setzen die Inseln ein Zeichen für die Zukunft des Tourismus, der nicht nur Besucherzahlen, sondern vor allem die Lebensqualität der Bewohner in den Mittelpunkt stellt.
Quelle: www3.gobiernodecanarias.org
Zum Original