Die Kanarische Regionalregierung stellt rund 2,8 Millionen Euro bereit, um Winzerinnen und Winzer der Inselgruppe für Ernteausfälle durch die anhaltende Dürre zu entschädigen. Landwirtschafts- und Fischereiminister Narvay Quintero kündigte die neue Hilfsmaßnahme am 23. Juni im kanarischen Parlament an. Die Unterstützung richtet sich an Produzenten, deren Weinbauern-Erträge im Jahr 2024 unter die von der EU vorgegebenen Mindestgrenzen gefallen sind und die deshalb keine Förderungen aus dem POSEI-Programm erhalten konnten.
Das POSEI-Programm ist eine EU-Fördermaßnahme, die den besonderen Bedingungen in den äußeren Regionen Europas, wie den Kanaren, Rechnung trägt. Für den Weinbau gelten dabei Mindestleistungsanforderungen von 400 Kilogramm Trauben pro Hektar, um Anspruch auf Subventionen zu haben. Aufgrund der schweren Trockenheit im vergangenen Jahr sank die Ernte jedoch drastisch. Auf Lanzarote etwa fiel der Ertrag laut einem Bericht des Inselrats um 66,69 Prozent. Daraus ergab sich eine Absenkung der Mindestmenge auf nur noch rund 133 Kilogramm pro Hektar.
„Viele kleine Winzer erzielten 2024 niedrigere Erträge als im Vorjahr und konnten damit die Förderkriterien nicht erfüllen“, erklärte Quintero. In der Folge blieben sie ohne finanzielle Unterstützung, obwohl sie von der Trockenheit besonders betroffen waren. Die neue Hilfsmaßnahme soll diese Lücke nun schließen und die Verluste zumindest teilweise ausgleichen.
Mit der vorgesehenen Summe von etwa 2,8 Millionen Euro werden insgesamt 3.824 Weinbauern auf den Kanarischen Inseln unterstützt. Damit setzt die Regierung ihre seit drei Jahren laufenden Sonderprogramme zur Dürrehilfe fort. In den Jahren 2024 und 2025 wurden bereits knapp 2,8 Millionen Euro über ähnliche Maßnahmen ausgeschüttet. Für die Kampagne 2024 entfielen davon rund 731.000 Euro auf 1.115 Anträge, für 2025 rund 2,05 Millionen Euro auf 757 Anträge.
Neben den direkten Hilfen für die Weinbauern fördert die Regionalregierung auch den Erhalt der traditionellen Weinlandschaften, insbesondere das Agrosystem La Geria auf Lanzarote. Für den Schutz dieses geschützten Kulturraums wurden 2024 rund 500.000 Euro und für 2025 weitere 250.000 Euro bereitgestellt. Dieses Engagement soll dem zunehmenden Landverlust und der Aufgabe von Anbauflächen entgegenwirken.
Minister Quintero wies zudem auf ergänzende Fördermöglichkeiten hin, darunter agro-umweltbezogene Zuschüsse aus dem Strategischen Plan der Gemeinsamen Agrarpolitik (PEPAC). Ziel all dieser Maßnahmen ist es, die Weinbauwirtschaft auf den Kanaren zu stabilisieren und damit eine wichtige Säule der lokalen Wirtschaft, des Landschaftsbildes und der kulturellen Identität der Inseln zu erhalten.
Für Urlauber und Bewohner der Kanaren bedeutet dies, dass trotz der klimatischen Herausforderungen die Produktion von Weinen mit Herkunftsbezeichnung weiter unterstützt wird. Die Maßnahmen tragen dazu bei, die Vielfalt und Qualität der kanarischen Weine zu sichern. Gleichzeitig unterstreichen sie die Bedeutung einer nachhaltigen Landwirtschaft in einer Region, die zunehmend mit Wasserknappheit konfrontiert ist.
Die neue Hilfsinitiative zeigt die Reaktion der kanarischen Behörden auf die ernsten Folgen der Dürre für die Landwirtschaft. Sie richtet sich gezielt an die Winzer, die durch niedrige Erträge wirtschaftlich belastet sind, und stärkt den Erhalt eines wichtigen Wirtschaftszweigs auf den Inseln. Damit setzt die Regionalregierung ein klares Signal zur Unterstützung des ländlichen Raums und der kulturellen Traditionen der Kanaren.
Quelle: www3.gobiernodecanarias.org
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