Die öffentlichen Universitäten der Kanarischen Inseln schließen sich zusammen, um gemeinsam mehr staatliche Mittel einzufordern und die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben zu sichern. Die neu gegründete Asociación de Universidades Públicas Canarias (Upcan) wurde offiziell von den Rektoren der Universität La Laguna (ULL) und der Universität Las Palmas de Gran Canaria (ULPGC) ins Leben gerufen. Mit dieser Kooperation wollen sie ihre Zusammenarbeit stärken und die Bedeutung der öffentlichen Hochschulbildung im Archipel unterstreichen.
Francisco J. García Rodríguez, Rektor der ULL, bezeichnete die Gründung der Upcan als Reaktion auf die wachsenden Herausforderungen, denen die öffentlichen Universitäten gegenüberstehen. Er erinnerte daran, dass laut Artikel 55 des spanischen Gesetzes zum Universitätswesen öffentliche Hochschulen bis zum Jahr 2030 mindestens 1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) als Finanzierung erhalten müssen. Für die Kanaren entspräche dies etwa 500 Millionen Euro jährlich. Derzeit liegt die staatliche Förderung jedoch deutlich unter 300 Millionen Euro, was die Universitäten in ihrer Entwicklung erheblich bremst.
Neben der finanziellen Forderung will die Vereinigung auch die gesellschaftliche Bedeutung der beiden Universitäten hervorheben. Ein aktueller Bericht des spanischen Ministeriums für Universitäten beziffert den wirtschaftlichen Beitrag der öffentlichen Hochschulen auf rund 2,5 Prozent des regionalen BIP, was etwa 1,3 Milliarden Euro jährlich entspricht. Darüber hinaus sehen die Verantwortlichen die Universitäten als wichtigen sozialen Aufsteiger, der Bildungschancen für breite Bevölkerungsschichten schafft. Die Upcan plant deshalb Informationskampagnen, Vorträge und Diskussionsforen, um die Rolle der öffentlichen Bildungseinrichtungen in der Gesellschaft zu stärken und gegen populistische Tendenzen zu argumentieren.
Die Zusammenarbeit zwischen ULL und ULPGC soll nicht nur die internen Strukturen verbessern, sondern auch die Koordination mit anderen autonomen Gemeinschaften fördern. Die neue Vereinigung orientiert sich an ähnlichen Initiativen in Andalusien und Katalonien, die bereits erfolgreich den Austausch und die Abstimmung zwischen Hochschulen und Verwaltung vorantreiben. Ein erster Schritt wird die offizielle Kontaktaufnahme mit der Regierung der Kanarischen Inseln sein, um gemeinsame Ziele zu definieren und die Zusammenarbeit zu intensivieren.
Vor dem Hintergrund der wachsenden Zahl privater Hochschulen auf den Inseln, aktuell fünf Einrichtungen, betonen die Rektoren, dass die Upcan keine Konkurrenz zu privaten Anbietern darstellt. Vielmehr soll das öffentliche System gestärkt und durch klare gesetzliche Rahmenbedingungen geschützt werden. Transparenz und effektive Kontrollmechanismen seien unerlässlich, um Qualitätsstandards zu sichern und faire Wettbewerbsbedingungen zwischen öffentlichen und privaten Universitäten zu gewährleisten.
Die Ausweitung privater Bildungsangebote wird von den Verantwortlichen aufmerksam beobachtet. Sie warnen vor möglichen langfristigen Auswirkungen auf das Gleichgewicht und die Qualität des akademischen Angebots im Archipel. Die Upcan will deshalb auch die Entwicklung des Hochschulsektors auf den Kanaren kritisch begleiten und sich für eine nachhaltige und ausgewogene Hochschullandschaft einsetzen.
Die Gründung der Asociación de Universidades Públicas Canarias markiert einen wichtigen Schritt für die Zukunft der Hochschulbildung auf den Kanaren. Mit vereinten Kräften wollen die beiden größten öffentlichen Universitäten die Herausforderungen meistern, die Finanzierung sichern und ihre gesellschaftliche Rolle weiter ausbauen. Für Studierende, Lehrende und die gesamte Bevölkerung der Inseln bedeutet dies Perspektiven auf bessere Bildungsangebote und eine stärkere Vertretung ihrer Interessen gegenüber Verwaltung und Politik.
Quelle: diariodeavisos.elespanol.com
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