Kanaren vergeben Auftrag zur Erweiterung der Kläranlage in Puerto del Rosario – Politik (Regierungsgebäude)

Kanaren vergeben Auftrag zur Erweiterung der Kläranlage in Puerto del Rosario

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Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

10. Oktober 2026

Fuerteventura: 14,2 Millionen Euro für größere Kläranlage – mehr Wasser für Landwirtschaft und Grünflächen

Die kanarische Regierung hat die Erweiterung der Kläranlage von Puerto del Rosario auf Fuerteventura ausgeschrieben. Für das Projekt sind 14.195.880,99 Euro vorgesehen. Die Anlage im Industriegebiet Risco Prieto soll künftig doppelt so viel Abwasser behandeln können wie bisher.

Neben einer besseren Abwasserreinigung steht vor allem die Wiederverwendung des gereinigten Wassers im Mittelpunkt. Das aufbereitete Wasser soll unter anderem für die Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen und öffentlicher Grünanlagen nutzbar gemacht werden.

Damit könnte die Investition auch zur Entlastung der knappen Wasserressourcen auf Fuerteventura beitragen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Investition von rund 14,2 Millionen Euro in die Kläranlage von Puerto del Rosario.
  • Verdopplung der Behandlungskapazität von 3.000 auf 6.000 Kubikmeter täglich.
  • Die vorgesehene Bauzeit beträgt 20 Monate.
  • Unternehmen können ihre Angebote bis zum 9. November 2026 einreichen.
  • Der tatsächliche Baubeginn steht noch nicht fest.
  • Neue biologische Reinigungsverfahren sollen die Wasserqualität verbessern.
  • Gereinigtes Abwasser soll verstärkt für Landwirtschaft und Grünflächen genutzt werden.
  • Verbesserte Schlammbehandlung soll Abfallmengen und Transportaufwand reduzieren.
  • Auch die Einleitungen ins Meer sollen verringert und verbessert werden.

Warum muss die Kläranlage erweitert werden?

Die bestehende Kläranlage von Puerto del Rosario ist bereits an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen.

Nach Angaben der kanarischen Regierung kann die Anlage derzeit ungefähr 3.000 Kubikmeter Abwasser täglich behandeln. Die anfallenden Abwassermengen übersteigen die bisherige Auslegungskapazität.

Deshalb reicht eine reine Modernisierung einzelner Anlagenteile nicht aus. Die Behandlungskapazität soll verdoppelt und die gesamte Reinigungstechnik verbessert werden.

Die Erweiterung soll dazu beitragen, dass die Anlage auch bei schwankenden Abwassermengen zuverlässiger funktioniert und die Anforderungen an die Abwasserbehandlung besser erfüllen kann.

Wie viel zusätzliches Wasser kann künftig gereinigt werden?

Nach Abschluss der Arbeiten soll die Anlage bis zu 6.000 Kubikmeter Abwasser pro Tag behandeln können.

Das entspricht einer theoretischen Behandlungskapazität von sechs Millionen Litern täglich.

Zum Vergleich:

Kapazität Bisher Nach Erweiterung
Pro Tag 3 Mio. Liter 6 Mio. Liter
Pro Jahr, rechnerisch 1,095 Mrd. Liter 2,19 Mrd. Liter

Die zusätzliche rechnerische Kapazität beträgt damit rund 1,095 Milliarden Liter pro Jahr.

Diese Zahlen beschreiben allerdings die maximale Behandlungskapazität bei durchgehend entsprechender Auslastung. Sie bedeuten nicht, dass künftig automatisch 2,19 Milliarden Liter wiederverwendbares Wasser zur Verfügung stehen.

Die tatsächlich aufbereitete und wiederverwendete Wassermenge hängt unter anderem vom Abwasserzufluss, der Reinigungsqualität und den verfügbaren Leitungs- und Speichersystemen ab.

Welche Verbesserungen sind technisch vorgesehen?

Das Projekt umfasst mehrere wesentliche Veränderungen an der bestehenden Anlage.

Ein Schwerpunkt liegt auf neuen biologischen Reinigungsverfahren. Dabei werden Mikroorganismen eingesetzt, um organische Verunreinigungen im Abwasser abzubauen.

Die neuen Verfahren sollen die Qualität des gereinigten Wassers verbessern und gleichzeitig einen stabileren Betrieb ermöglichen, wenn die zufließenden Wassermengen schwanken.

Darüber hinaus sollen die Systeme zur Entfernung von Feststoffen und Sand verbessert werden.

Diese Stoffe müssen bereits während der Abwasserbehandlung möglichst zuverlässig entfernt werden, damit sie nachfolgende Anlagenteile nicht belasten.

Weniger Klärschlamm und geringerer Transportaufwand

Auch die Behandlung des bei der Abwasserreinigung entstehenden Klärschlamms wird modernisiert.

Neue Anlagen sollen den Schlamm wirksamer entwässern. Dadurch verringert sich der Wasseranteil im Schlamm und damit auch das Volumen, das anschließend transportiert und entsorgt beziehungsweise weiterbehandelt werden muss.

Das kann die erforderlichen Transporte reduzieren und die weitere Behandlung der Rückstände erleichtern.

Die Modernisierung soll somit nicht nur die Reinigung des Abwassers verbessern, sondern auch die Umweltbelastung durch den Betrieb der Anlage verringern.

Welchen Nutzen hat das Projekt für die Landwirtschaft?

Fuerteventura verfügt nur über begrenzte natürliche Süßwasserressourcen. Deshalb spielt die Wiederverwendung von gereinigtem Abwasser eine wichtige Rolle.

Wasser, das nach entsprechender Aufbereitung die gesetzlichen Qualitätsanforderungen erfüllt, kann für geeignete Bewässerungszwecke eingesetzt werden.

Dadurch muss für diese Anwendungen weniger Wasser aus anderen Quellen bereitgestellt werden.

Für landwirtschaftliche Betriebe kann das insbesondere dann interessant sein, wenn ausreichend aufbereitetes Wasser über geeignete Verteilungsnetze zur Verfügung steht.

Die neue Kläranlage soll die technischen Voraussetzungen für eine stärkere Wiederverwendung schaffen.

Wie viele landwirtschaftliche Betriebe tatsächlich angeschlossen werden können, welche Flächen versorgt werden und zu welchem Preis das Wasser abgegeben wird, wurde bisher nicht veröffentlicht.

Können dadurch Trinkwasserressourcen geschont werden?

Ja, das ist eines der Ziele der Investition.

Wenn gereinigtes Abwasser beispielsweise zur Bewässerung von Grünanlagen oder für geeignete landwirtschaftliche Nutzungen eingesetzt wird, kann es Wasser ersetzen, das andernfalls aus anderen Versorgungsquellen stammen müsste.

Auf Fuerteventura ist dieser Zusammenhang besonders wichtig, weil die öffentliche Wasserversorgung stark von technisch erzeugtem Süßwasser abhängig ist.

Die Wiederverwendung gereinigten Abwassers kann dazu beitragen, vorhandene Wasserressourcen gezielter einzusetzen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass aus der Kläranlage unmittelbar Trinkwasser für Haushalte gewonnen wird.

Das gereinigte Abwasser ist für bestimmte Nutzungen vorgesehen und muss die dafür geltenden Qualitätsanforderungen erfüllen.

Welche Auswirkungen hat die Erweiterung auf das Meer?

Ein weiterer Bestandteil des Projekts betrifft die Verringerung und Verbesserung der Abwassereinleitungen ins Meer.

Durch die größere Behandlungskapazität und die verbesserte Reinigung soll die Anlage anfallendes Abwasser zuverlässiger verarbeiten können.

Wenn außerdem mehr gereinigtes Wasser wiederverwendet wird, kann dies die Menge des Wassers reduzieren, das andernfalls abgeleitet werden müsste.

Die tatsächlichen Auswirkungen hängen jedoch von der späteren Betriebsweise, der Wasserqualität und der Menge des wiederverwendeten Wassers ab.

Konkrete Angaben darüber, um wie viele Kubikmeter die Einleitungen künftig sinken sollen, liegen bislang nicht vor.

Wann beginnen die Bauarbeiten und wann ist die Anlage fertig?

Die Ausschreibung wurde Anfang Oktober 2026 veröffentlicht.

Interessierte Bauunternehmen können ihre Angebote bis zum 9. November 2026 einreichen.

Anschließend müssen die Angebote geprüft und der Auftrag vergeben werden.

Für die eigentlichen Arbeiten ist eine Ausführungszeit von 20 Monaten vorgesehen. Das entspricht einem Jahr und acht Monaten.

Ein verbindlicher Termin für den Baubeginn wurde bislang nicht genannt.

Deshalb lässt sich derzeit auch noch kein zuverlässiges Datum für die Fertigstellung angeben.

Die 20 Monate beginnen nicht automatisch mit der Veröffentlichung der Ausschreibung, sondern richten sich nach dem vertraglich festgelegten Beginn der Ausführung.

Wer finanziert die 14,2 Millionen Euro?

Das Projekt wird von der kanarischen Regierung in Zusammenarbeit mit dem Cabildo von Fuerteventura, dem Consejo Insular de Aguas und der Gemeinde Puerto del Rosario umgesetzt.

Nach dem im Februar 2026 veröffentlichten Verwaltungsabkommen soll die Finanzierung vollständig aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (FEDER) erfolgen.

Die im Oktober veröffentlichte Ausschreibung sieht einen Auftragswert von 14.195.880,99 Euro vor.

Der Betrag umfasst die ausgeschriebenen Arbeiten zur Erweiterung der Anlage, zur verbesserten Klärschlammbehandlung und zur Regeneration des gereinigten Abwassers.

Ob die tatsächlichen Baukosten diesem Betrag entsprechen, wird erst nach Auftragsvergabe und Durchführung der Arbeiten feststehen.

Was bedeutet die Erweiterung für die Einwohner von Puerto del Rosario?

Für die Bevölkerung liegt der Nutzen vor allem in einer leistungsfähigeren Abwasserinfrastruktur.

Die bestehende Anlage soll mehr Abwasser aufnehmen und zuverlässiger reinigen können.

Gleichzeitig kann die Wiederverwendung des aufbereiteten Wassers dazu beitragen, die Wasserressourcen der Insel zu entlasten.

Für Haushalte bedeutet dies jedoch nicht automatisch niedrigere Wasserrechnungen oder eine unmittelbare Verbesserung des Trinkwasserdrucks.

Solche Auswirkungen lassen sich aus der Erweiterung der Kläranlage allein nicht ableiten.

Unsere Einordnung

Die Investition in Puerto del Rosario ist mehr als eine reine Erweiterung der Abwasserentsorgung.

Sie verbindet drei wichtige Aufgaben: die zuverlässige Reinigung der anfallenden Abwässer, die Verringerung von Umweltbelastungen und die stärkere Nutzung von gereinigtem Wasser als zusätzliche Ressource.

Gerade auf einer wasserarmen Insel wie Fuerteventura kann diese Kombination langfristig von Bedeutung sein.

Entscheidend wird allerdings sein, wie viel Wasser nach Fertigstellung tatsächlich wiederverwendet wird und ob ausreichend Leitungs-, Speicher- und Verteilungsinfrastruktur vorhanden ist, um es zu den vorgesehenen Verbrauchern zu bringen.

Die Verdopplung der Behandlungskapazität schafft dafür eine wichtige Voraussetzung. Sie garantiert aber noch nicht, dass die zusätzliche Kapazität vollständig für die Bewässerung genutzt werden kann.

Quellen für den Artikel

 

Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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