Die Hotels auf den Kanarischen Inseln haben im Mai eine bisher unerreichte Rentabilität erzielt – und das trotz einer kürzeren durchschnittlichen Aufenthaltsdauer der Gäste. Mit einem Erlös von 92,8 Euro pro verfügbarem Zimmer (RevPar) übertrafen die Betriebe nicht nur die Werte des Vorjahres um 3,6 Prozent, sondern erreichten auch ein Niveau, das selbst in der früheren Hochsaison als historisch gelten würde. Zum Vergleich: Im Januar 2019, einem typischen Hochsaisonmonat vor der Pandemie, lag der RevPar bei 82,7 Euro.
Der Mai gilt traditionell als einer der Monate mit geringerer touristischer Aktivität, da die Wintersaison beendet ist und die Osterferien keine Daten mehr beeinflussen. Dennoch konnten die Hotels in diesem Monat 929.918 Gäste begrüßen – 37.236 mehr als im Mai 2025. Auch die Übernachtungszahlen stiegen auf 5.444.114, was einen neuen Rekord für den Mai darstellt und 91.708 Übernachtungen mehr als im Vorjahr bedeutet. Diese Zahlen zeigen, dass der Tourismus auf den Kanaren im Frühjahr weiterhin anzieht.
Trotz dieses Anstiegs der Gästezahlen und Übernachtungen sank die durchschnittliche Aufenthaltsdauer auf 5,85 Tage – der niedrigste Wert seit Juni 2021. Damals waren die Reiseaktivitäten aufgrund der Pandemie stark eingeschränkt. In der aktuellen Phase, die von einer Normalisierung und steigenden Buchungszahlen geprägt ist, ist ein solcher Rückgang der Aufenthaltsdauer ungewöhnlich. Experten führen dies auf eine bewusste Verkürzung der Reisen zurück, entweder durch kürzere Kurzurlaube oder als Maßnahme zur Kostenkontrolle angesichts steigender Hotelpreise.
Die Preise für Hotelübernachtungen auf den Kanaren sind seit Ende der Pandemie kontinuierlich gestiegen. Die durchschnittlichen Tagesraten (ADR) kletterten seit 2019 um 39 Prozent nach oben. Analog dazu legte die Rentabilität der Hotels (RevPar) um 38,3 Prozent zu. Diese Entwicklung verdeutlicht, dass die Betriebe mehr Einnahmen pro Zimmer erzielen, was die gute wirtschaftliche Lage der Branche unterstreicht.
Allerdings bedeuten höhere Einnahmen nicht zwangsläufig höhere Gewinne. Die Betriebskosten sind in den letzten Jahren ebenfalls deutlich gestiegen. Kosten für Strom, Wasser, Lebensmittel für Buffets und Personalgehälter belasten die Hoteliers zusätzlich. Dennoch profitieren die Hotels von der hohen Nachfrage und den gestiegenen Preisen, was sich in der Rekord-Rentabilität widerspiegelt.
Im April 2026 hatte sich trotz eines Rückgangs der internationalen Touristen um über acht Prozent die Rentabilität der Hotels bereits verbessert. Die Zahl der Gäste in den Hotels sank zwar, doch der RevPar erreichte den höchsten Wert für diesen Monat seit Beginn der Aufzeichnungen. Im Mai setzte sich dieser positive Trend fort, diesmal begleitet von einem Gästezuwachs.
Für Urlauber auf den Kanarischen Inseln bedeutet dies, dass sie mit höheren Preisen rechnen müssen. Gleichzeitig ist die Verfügbarkeit von Hotelzimmern gut, denn trotz der höheren Preise bleiben die Hotels gut ausgelastet. Für Auswanderer und Langzeitbewohner kann die gestiegene Nachfrage und Preisentwicklung auch Auswirkungen auf saisonale Beschäftigungsmöglichkeiten und lokale Dienstleistungen haben. Insgesamt zeigt die Hotelbranche auf den Kanaren eine robuste Erholung und wächst entgegen der allgemeinen Unsicherheiten im internationalen Reiseverkehr.
Quelle: laprovincia.es
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