Kanarische Inseln: Kinderarmut durch Wohnungsnot verschärft – Wohnen (Sozialwohnung)

Kanarische Inseln: Kinderarmut durch Wohnungsnot verschärft

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Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

21 Mai, 2026

Die alarmierende Situation auf den Kanarischen Inseln verschärft sich: Rund 40 Prozent der Kinder leben hier in einem Risiko von Armut. Vertreter der Sozialarbeiterverbände und der NGO Save the Children fordern dringende Reformen im sozialen Schutzsystem. Bei einer Anhörung im Parlament der Kanaren betonten sie, dass der derzeitige Ansatz zu reaktiv ist und nicht genügend präventive Maßnahmen bietet. Die steigenden Lebenshaltungskosten und der erschwerte Zugang zu Wohnraum sind die Hauptursachen für die zunehmende soziale Exklusion und die chronische Kinderarmut.

Catalina Perazzo von Save the Children erklärte, dass selbst eine Anstellung nicht mehr ausreiche, um der Armut zu entkommen. Die Mieten auf den Inseln sind in den letzten zehn Jahren fast doppelt so stark gestiegen wie im Rest Spaniens. Dies führt zu einer „asphyxierenden“ Situation für viele Haushalte mit Kindern, die bereits unter einem mangelhaften und unterfinanzierten Kinderschutzsystem leiden.

Die Organisation fordert ein umfassendes Konzept, das die Bedürfnisse von Familien mit Kindern in den Mittelpunkt politischer und finanzieller Entscheidungen stellt. Perazzo kritisierte, dass Spanien lediglich 1,4 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts für Familien- und Kindergeldleistungen aufwendet. Zudem sei die Gestaltung dieser Hilfen problematisch, da sie häufig über steuerliche Kanäle fließen, wodurch viele bedürftige Familien nicht profitieren.

Zu den geforderten Maßnahmen gehören unter anderem eine Reform der Kanarischen Bürgerhilfe, die als echter Zuschuss zum Mindestlebensstandard fungieren soll, sowie spezifische Hilfen für alleinerziehende Eltern und Familien mit Kindern. Ein weiterer Vorschlag ist die Einführung eines Wohnzuschusses in besonders belasteten Gebieten. Perazzo sieht auch die Notwendigkeit einer „einheitlichen Anlaufstelle“ für Familien, um den Zugang zu verschiedenen sozialen Leistungen zu erleichtern.

Die Präsidentin des Sozialarbeiterverbands von Santa Cruz de Tenerife, Maitane Cabrera, wies darauf hin, dass die sozialen Dienste zunehmend mit Fällen von Zwangsräumungen, Wohnungsnot und überfüllten Verhältnissen konfrontiert sind. Diese Probleme betreffen immer mehr Familien mit Kindern, die ohne stabile Wohnalternativen dastehen. Cabrera betonte, dass eine sichere Wohnsituation für Kinder essenziell ist, da sonst ihre Sicherheit und Entwicklung gefährdet wird.

Naomí Armas, Vertreterin des Sozialarbeiterverbands von Las Palmas, bestätigte, dass der Wohnraummangel die Armut verstärkt. Sie berichtete von Eltern und Kindern, die in prekären Verhältnissen leben und ständig um eine angemessene Unterkunft kämpfen müssen. Dies sei eine alltägliche Realität für die sozialen Dienste und Bildungseinrichtungen.

Die Vertreterinnen forderten einen dringenden Ausbau der kommunalen Sozialdienste und eine mutige öffentliche Wohnungspolitik. Die Kinderarmut könne nicht gelöst werden, solange Familien zwischen hohen Mietkosten und unzureichendem Wohnraum gefangen sind. Eine stabile Finanzierung der Programme für Kinder und eine koordinierte Vorgehensweise in den Bereichen Bildung, Wohnen, Gesundheit und soziale Dienste sind unerlässlich. „Die Kanarischen Inseln benötigen eine koordinierte, präventive und mutige Antwort auf diese Herausforderungen“, schloss Cabrera.

Quelle: diariodeavisos.elespanol.com
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Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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