Die Kanarischen Inseln haben mit dem Diagnóstico de Innovación Social erstmals eine detaillierte Bestandsaufnahme zur sozialen Innovation im regionalen Sozialsektor vorgelegt. Die Studie wurde vom Innovationslabor Islas Responsables Lab (IRLab) des Gobierno de Canarias in Zusammenarbeit mit 88 Organisationen des Dritten Sektors durchgeführt. Sie analysiert den aktuellen Stand, die Herausforderungen sowie die Potenziale sozialer Innovationen auf den Inseln und liefert damit eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung der Sozialpolitik.
Soziale Innovation zielt darauf ab, komplexe gesellschaftliche Probleme durch neue, bedarfsgerechte Lösungsansätze zu bewältigen. Im Fokus stehen dabei insbesondere die Verbesserung der Betreuung und Unterstützung vulnerabler Bevölkerungsgruppen sowie die nachhaltige Stärkung sozialer Strukturen. Die teilnehmenden Organisationen zeigen eine hohe Bereitschaft, innovative Methoden weiterzuentwickeln und enger mit öffentlichen Verwaltungen zusammenzuarbeiten, um Sozialpolitik zeitgemäß und wirkungsvoll zu gestalten.
Die Studie hebt hervor, dass für die erfolgreiche Umsetzung sozialer Innovationen spezifische Finanzmittel, gezielte Fortbildungen und ausreichend Zeit für die Entwicklung neuer Konzepte notwendig sind. Ziel ist es, Innovationen nicht als isolierte Pilotprojekte zu behandeln, sondern dauerhaft in die öffentlichen Sozialstrukturen zu integrieren, um die soziale Kohäsion auf den Kanarischen Inseln langfristig zu stärken.
Parallel dazu investiert die kanarische Regierung in die Digitalisierung der Sozialdienste. Ein zentrales Projekt ist der Espacio de Datos de Servicios Sociales (EDSS), ein europaweit einzigartiger Datenraum, der Informationen aller Nutzer sozialer Dienste aus öffentlichen und privaten Einrichtungen bündelt. Ergänzend entsteht ein Hub für soziale Innovation, der als Plattform für Zusammenarbeit, Integration und gemeinsame Entwicklung von Produkten, Dienstleistungen und politischen Maßnahmen dient. Dieses Vorhaben soll insbesondere die lokale Pflegewirtschaft und die soziale Infrastruktur stärken.
Die wirtschaftliche Bedeutung des Sozialsektors auf den Kanaren ist beträchtlich: Rund 3.500 Organisationen und Unternehmen beschäftigen etwa 18.000 Menschen, davon 57 Prozent Frauen. Zudem sind 23 Prozent der Beschäftigten jung und 13 Prozent leben mit einer Behinderung. Die Sozialwirtschaft trägt damit maßgeblich zur Beschäftigung, regionalen Entwicklung und sozialen Gerechtigkeit bei. Die Einbindung dieses Sektors in wirtschaftliche und soziale Entscheidungsprozesse wird als entscheidend angesehen, um nachhaltige und inklusive Lösungen zu fördern.
Die Ergebnisse der Studie bilden eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung innovativer Strategien im kanarischen Sozialwesen. Die kanarische Regierung sieht darin einen entscheidenden Schritt, um die Lebensqualität der Bevölkerung zu verbessern und insbesondere die Bedürfnisse der verletzlichsten Gruppen besser zu berücksichtigen.
Quelle: lavozdefuerteventura.com
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