Kanarische Regierung startet Protokoll gegen Misshandlung älterer Menschen – Leben (Senioren)

Kanarische Regierung startet Protokoll gegen Misshandlung älterer Menschen

User avatar placeholder
Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

16 Juni, 2026

Die kanarische Regierung setzt sich verstärkt für den Schutz älterer Menschen ein. Am Montag wurde auf Teneriffa die Veranstaltung „Hacia una cultura del Buen Trato“ eröffnet, bei der 160 Teilnehmer aus dem sozialen Bereich, dem Gesundheitswesen sowie der Polizei zusammenkamen. Ziel ist es, eine Kultur des respektvollen Umgangs mit Senioren zu fördern und Misshandlungen frühzeitig zu erkennen und zu verhindern.

Candelaria Delgado, die kanarische Sozialministerin für Wohlfahrt, Gleichstellung, Jugend, Kindheit und Familie, betonte bei der Eröffnung: „Prävention beginnt mit einer Kultur des guten Umgangs.“ Im Rahmen der Veranstaltung stellte sie ein neues Protokoll vor, das gemeinsam mit dem Colegio de Trabajadores Sociales in Santa Cruz de Tenerife entwickelt wurde. Dieses Protokoll dient dazu, Misshandlungen älterer Menschen systematisch zu erkennen und zu bekämpfen. Die Vorstellung erfolgte bewusst am Internationalen Tag zur Sensibilisierung für Missbrauch und Gewalt im Alter, um die Bedeutung dieser Thematik hervorzuheben.

Delgado kündigte zudem an, dass ein spezieller Erlass zur Umsetzung dieses Protokolls verabschiedet wird. Damit soll ein klarer rechtlicher Rahmen geschaffen werden, der sowohl von Polizei und Justiz als auch von medizinischen und sozialen Fachkräften genutzt werden kann. So wird die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Institutionen gestärkt und die Handlungsfähigkeit bei Verdachtsfällen verbessert.

Verónica Meseguer, Generaldirektorin für Senioren und aktive Teilhabe, erklärte, dass das Ziel darin besteht, die Kanarischen Inseln zum besten Ort für das Älterwerden zu machen. Während der Veranstaltung wurde der Begriff „Misshandlung“ umfassend definiert – von physischen über emotionale bis hin zu anderen Formen. Die Absicht ist, Risikosituationen früh zu erkennen, sichere Umgebungen zu schaffen und die Verantwortung auf alle Bereiche der Gesellschaft, einschließlich der Verwaltung und der sozialen Dienste, zu verteilen. Das Protokoll soll dabei als Leitlinie und Identifikationsmerkmal dienen.

Meseguer unterstrich die Notwendigkeit, eine Kultur des guten Umgangs in allen Lebensbereichen zu etablieren – sei es in der Gemeinde, im privaten Umfeld oder in Pflegeeinrichtungen. Das neue Protokoll ergänzt zudem die bestehende Gesetzgebung, insbesondere das Gesetz 3/1996 zur Beteiligung älterer Menschen und zur Solidarität zwischen den Generationen. Dieses Gesetz wird aktuell an neue Herausforderungen angepasst, etwa an das Thema unerwünschte Einsamkeit und die Sicherheit im digitalen Raum.

Die Präsidentin des Colegio Oficial de Trabajo Social in Santa Cruz de Tenerife, Maitane Cabrera, hob hervor, dass trotz selbstständiger Lebensführung älterer Menschen immer ein Risiko für Misshandlungen bestehe. Ein klares Protokoll sei deshalb essenziell, damit alle beteiligten Stellen – von der Verwaltung über den sozialen Bereich bis hin zu den Sicherheitskräften – wissen, wie sie im Ernstfall handeln müssen. Die Veranstaltung biete eine wichtige Plattform, um alle Akteure zusammenzubringen und die Zusammenarbeit zu stärken, insbesondere auch mit den Pflegeheimen.

Im Rahmen der Veranstaltung wurden verschiedene Dokumente vorgestellt: das Protokoll zur Erkennung und Intervention bei Misshandlung im sozialen und gesundheitlichen Bereich, das Protokoll für die Gemeinschaft, eine Leitlinie für den guten Umgang mit älteren Menschen sowie ein abschließender Bericht. Letzterer enthält theoretische Grundlagen, empirische Untersuchungen, Methoden, Analyseergebnisse sowie konkrete Handlungsempfehlungen. Laut Maitane Cabrera liegt der Fokus dabei auf positiven Ansätzen, die helfen, Misshandlungen zu verhindern, anstatt sich nur auf negative Aspekte zu konzentrieren.

Für deutschsprachige Bewohner und Besucher der Kanaren bedeutet dies mehr Schutz und Aufmerksamkeit für ältere Menschen in ihrem Umfeld. Die neuen Maßnahmen stärken die sozialen Dienste und die Sicherheitskräfte, was auch die Lebensqualität und Sicherheit für Senioren auf den Inseln erhöht. Urlauber und Auswanderer können sich auf eine verbesserte Betreuung und Sensibilisierung für dieses wichtige Thema einstellen, was die Kanaren als Lebens- und Reiseregion attraktiver macht.

Quelle: www3.gobiernodecanarias.org
Zum Original

Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

Deutschsprachige Kleinanzeigen für alle Kanaren-Inseln: Immobilien, Jobs, Fahrzeuge, Dienstleistungen und mehr – jetzt Angebote entdecken oder kostenlos inserieren.

→ Anzeigen entdecken