Die Mietpreise in La Orotava sind seit 2019 um fast 68 Prozent gestiegen und verschlingen mittlerweile durchschnittlich 42 Prozent des Einkommens einer Haushaltsfamilie. Damit übersteigen die Wohnkosten die international anerkannte Grenze von 30 Prozent, die als bezahlbar gilt. Diese Entwicklung wurde in einem kürzlich veröffentlichten Immobilienbericht des Gemeinderats dokumentiert, der Ende 2024 vorgelegt wurde.
Der Bericht zeigt, dass die Mietproblematik in La Orotava gravierender ist als die Herausforderungen beim Immobilienkauf. Während die Mietkosten in den vergangenen vier Jahren deutlich zulegten, stieg die Kaufkraft der Haushalte nur um rund 23 Prozent. Dadurch wächst die finanzielle Belastung durch Mieten stetig an.
Die Analyse unterteilt La Orotava in sechs Bezirke und hebt insbesondere Bebedero-Pinolere-Aguamansa sowie Chasna hervor. In Bebedero-Pinolere-Aguamansa stiegen die Mieten um 129 Prozent, was zu einer Mietbelastung von bis zu 70 Prozent des Haushaltseinkommens führt – ein Wert, der deutlich über dem Anteil von 22 Prozent für den Immobilienkauf liegt. In Chasna liegt der Anstieg bei 53 Prozent.
Der Gemeinderat plant, La Orotava offiziell als „angespannte Wohngegend“ zu deklarieren, um die angespannte Lage zu adressieren. Dieser Prozess wurde jedoch bisher nicht abgeschlossen, obwohl er vor fast drei Jahren mit Zustimmung des Rates gestartet wurde.
Der Markt wird von älteren Immobilien dominiert: 95 Prozent der 2023 getätigten Transaktionen betrafen Bestandswohnungen, während nur fünf Prozent Neubauten waren. Fast die Hälfte aller Wohnimmobilien ist älter als 40 Jahre. Diese veraltete Wohnstruktur steht im Gegensatz zu den demografischen Veränderungen. Über 80 Prozent der Wohnungen verfügen über drei oder mehr Schlafzimmer, obwohl die durchschnittliche Haushaltsgröße abnimmt.
Die Bevölkerung von La Orotava wuchs zwischen 2019 und 2023 lediglich um 0,3 Prozent, doch die Zahl der Haushalte stieg jährlich um 1,1 Prozent, was zusätzlichen Druck auf den Wohnungsmarkt ausübt. Zudem nahm die Anzahl der Ausländer in der Gemeinde in diesem Zeitraum um 8,6 Prozent zu.
Für die Zukunft sind Bauvorhaben mit insgesamt 5.554 neuen Wohneinheiten geplant, von denen kurzfristig jedoch nur 974 realisiert werden sollen, vorwiegend im Stadtzentrum. Ein bedeutendes Projekt ist ein Neubaugebiet in San Antonio mit 742 geplanten Wohnungen, das auf die Genehmigung einer neuen städtebaulichen Planung wartet. Dabei ist vorgesehen, die Hälfte der neuen Wohnungen als erschwinglichen Wohnraum auszuweisen.
Trotz des vorliegenden Berichts hat sich die Gemeindeverwaltung bisher nicht öffentlich zur aktuellen Situation oder zum Fortgang der Einstufung als „angespannte Wohngegend“ geäußert, was für Einwohner, potenzielle Mieter und Investoren von Bedeutung bleibt.
Quelle: tenerifeweekly.com
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