Ein Mietwagen ist auf den Kanaren für viele Urlauber und Auswanderer eine der praktischsten Möglichkeiten, die Inseln flexibel zu entdecken. Zwar gibt es auf allen größeren Inseln Busverbindungen, doch wer abgelegene Strände, Bergdörfer, Aussichtspunkte oder Wohngegenden erkunden möchte, ist mit dem Auto deutlich unabhängiger.
Auch für Auswanderer ist das Thema Verkehr wichtig: Wer länger auf Teneriffa, Gran Canaria, Fuerteventura, Lanzarote oder einer der kleineren Inseln lebt, muss wissen, wie Autofahren, Parken, Mietwagen, Führerschein und Verkehrsregeln im Alltag funktionieren.
Mietwagen auf den Kanaren: Warum sich ein Auto oft lohnt
Die Kanarischen Inseln sind sehr unterschiedlich. Auf einigen Inseln sind viele Orte gut mit dem Bus erreichbar, auf anderen ist ein Auto fast unverzichtbar. Besonders auf Fuerteventura, Lanzarote, La Palma, La Gomera und El Hierro ist ein Mietwagen oft sinnvoll, wenn man mehr sehen möchte als nur den Urlaubsort.
Auf Teneriffa und Gran Canaria gibt es zwar ein relativ gutes Netz aus öffentlichen Verkehrsmitteln, doch auch hier erreicht man viele Naturgebiete, Strände und Bergregionen deutlich einfacher mit dem Auto.
Autofahren auf den Kanaren: Das sollten Sie wissen
Grundsätzlich gelten auf den Kanaren die spanischen Verkehrsregeln. Gefahren wird rechts, überholt wird links. Die Straßen sind auf den großen Inseln meist gut ausgebaut, besonders die Autobahnen rund um die Küstenregionen.
In Bergregionen können Straßen jedoch schmal, kurvig und steil sein. Das gilt vor allem auf Teneriffa, Gran Canaria, La Gomera, La Palma und El Hierro. Wer dort unterwegs ist, sollte defensiv fahren, ausreichend Abstand halten und sich nicht von einheimischen Fahrern drängen lassen.
Tempolimits auf den Kanaren
Die Geschwindigkeitsbegrenzungen entsprechen in der Regel den spanischen Vorgaben. Innerorts gilt meist Tempo 30 oder 50, auf Landstraßen häufig 90 und auf Autobahnen bis zu 120 Kilometer pro Stunde. Beschilderungen haben immer Vorrang.
Gerade in Ortschaften, Schulbereichen und touristischen Zonen wird häufig kontrolliert. Auch mobile Blitzer und fest installierte Radargeräte sind auf den Kanaren keine Seltenheit.
Parken auf den Kanaren
Parken kann je nach Insel und Ort sehr unterschiedlich sein. In touristischen Zentren, Altstädten und beliebten Strandorten sind Parkplätze oft knapp. Besonders in Städten wie Santa Cruz de Tenerife, Las Palmas de Gran Canaria, Puerto de la Cruz oder Arrecife sollte man etwas Zeit für die Parkplatzsuche einplanen.
Wichtig sind die farbigen Markierungen am Straßenrand:
- Weiße Linien: kostenloses Parken, sofern keine Schilder etwas anderes anzeigen.
- Blaue Linien: kostenpflichtiges Kurzzeitparken.
- Gelbe Linien: Parkverbot.
In vielen Orten gibt es Parkautomaten oder Apps für kostenpflichtige Parkzonen. Wer falsch parkt, riskiert ein Bußgeld oder im schlimmsten Fall das Abschleppen des Fahrzeugs.
Mietwagen buchen: Worauf Urlauber achten sollten
Wer einen Mietwagen auf den Kanaren buchen möchte, sollte nicht nur auf den günstigsten Preis achten. Wichtig sind vor allem Versicherungsschutz, Tankregelung, Kilometerbegrenzung und mögliche Zusatzkosten.
Sinnvoll ist meist ein Angebot mit Vollkaskoversicherung ohne oder mit möglichst geringer Selbstbeteiligung. Auch Glas, Reifen, Unterboden und Dach sollten idealerweise mitversichert sein, besonders wenn man viele Bergstraßen oder abgelegene Regionen befahren möchte.
Typische Kosten für Mietwagen
Die Preise für Mietwagen schwanken stark nach Saison, Insel, Fahrzeugklasse und Buchungszeitpunkt. In Ferienzeiten, rund um Weihnachten, Ostern oder in der Hochsaison können die Preise deutlich steigen.
Wer früh bucht, hat meist eine größere Auswahl und bessere Konditionen. Kurzfristig kann es vor allem auf kleineren Inseln passieren, dass kaum noch günstige Fahrzeuge verfügbar sind.
Tankregelung und Kaution
Bei Mietwagen ist die Tankregelung wichtig. Besonders fair ist meist die Regelung „voll/voll“: Man übernimmt das Fahrzeug vollgetankt und gibt es vollgetankt zurück.
Viele Anbieter verlangen außerdem eine Kaution, die auf der Kreditkarte blockiert wird. Wer keine klassische Kreditkarte besitzt, sollte vor der Buchung genau prüfen, ob Debitkarten akzeptiert werden.
Führerschein auf den Kanaren
Für Urlauber aus Deutschland, Österreich oder anderen EU-Ländern reicht in der Regel der normale EU-Führerschein aus. Ein internationaler Führerschein ist innerhalb Spaniens normalerweise nicht erforderlich.
Wer dauerhaft auf den Kanaren lebt, sollte sich jedoch mit den spanischen Regelungen zur Führerscheinregistrierung, Verlängerung und medizinischen Untersuchung beschäftigen. Besonders bei älteren Führerscheinen oder dauerhaftem Wohnsitz in Spanien können zusätzliche Pflichten entstehen.
Verkehr auf Teneriffa
Teneriffa hat ein gut ausgebautes Straßennetz. Die Autobahnen TF-1 im Süden und TF-5 im Norden verbinden viele wichtige Orte. Rund um Santa Cruz, La Laguna und auf der Nordautobahn kann es jedoch regelmäßig zu Staus kommen.
Besonders anspruchsvoll sind Fahrten ins Anaga-Gebirge, ins Teno-Gebirge oder hinauf zum Teide. Die Straßen sind landschaftlich beeindruckend, aber oft kurvig und teilweise eng.
Verkehr auf Gran Canaria
Gran Canaria verfügt ebenfalls über gute Hauptstraßen und Autobahnen, vor allem entlang der Küste. In Las Palmas und rund um die touristischen Orte im Süden kann dichter Verkehr entstehen.
Das Inselinnere ist deutlich bergiger. Wer nach Tejeda, Artenara oder in andere Bergorte fährt, sollte sich auf enge Kurven und Höhenunterschiede einstellen.
Verkehr auf Fuerteventura und Lanzarote
Fuerteventura und Lanzarote sind im Vergleich zu Teneriffa und Gran Canaria oft entspannter zu befahren. Die Straßen sind vielerorts übersichtlich, die Entfernungen aber nicht zu unterschätzen.
Auf Fuerteventura gibt es viele lange Strecken zwischen einzelnen Orten. Auf Lanzarote sollte man besonders in touristischen Bereichen und an beliebten Ausflugszielen auf erhöhtes Verkehrsaufkommen achten.
Autofahren auf La Palma, La Gomera und El Hierro
Auf den kleineren westlichen Inseln ist das Autofahren oft landschaftlich besonders reizvoll, aber auch anspruchsvoller. Viele Straßen führen durch Berge, Schluchten und enge Ortskerne.
Wer unsicher auf kurvigen Straßen ist, sollte sich ausreichend Zeit nehmen und lieber tagsüber fahren. Bei Nebel, Regen oder schlechter Sicht ist besondere Vorsicht geboten.
Öffentliche Verkehrsmittel als Alternative
Auf den Kanaren heißen die Busse meist „Guaguas“. Besonders auf Teneriffa und Gran Canaria gibt es viele Linien, die Städte, touristische Orte und wichtige Regionen verbinden.
Für den Alltag können Busse eine gute Alternative sein, vor allem wenn man in größeren Orten wohnt. Für abgelegene Wohnlagen, flexible Ausflüge oder regelmäßige Fahrten zu verschiedenen Orten bleibt ein eigenes Auto oder Mietwagen jedoch oft praktischer.
Tipps für Auswanderer: Eigenes Auto oder Mietwagen?
Wer nur wenige Monate auf den Kanaren bleibt, kann mit Mietwagen, Carsharing oder öffentlichen Verkehrsmitteln gut zurechtkommen. Wer dauerhaft auf einer Insel lebt, wird früher oder später meist über ein eigenes Fahrzeug nachdenken.
Dabei sollte man nicht nur den Kaufpreis berücksichtigen, sondern auch Versicherung, Steuer, ITV, Wartung, Reparaturen und Parkmöglichkeiten. Gebrauchtwagen können auf Inseln teurer sein als auf dem spanischen Festland, da das Angebot begrenzt ist.
ITV: Die spanische Fahrzeugprüfung
Die ITV ist die spanische Hauptuntersuchung und vergleichbar mit dem TÜV. Wer ein eigenes Auto auf den Kanaren besitzt, muss die vorgeschriebenen Prüfintervalle einhalten.
Bei Gebrauchtwagen sollte man vor dem Kauf prüfen, ob die ITV gültig ist, ob offene Bußgelder bestehen und ob das Fahrzeug ordnungsgemäß angemeldet werden kann.
Fazit: Mit dem Auto die Kanaren flexibel entdecken
Ein Mietwagen ist auf den Kanaren für viele Besucher die beste Möglichkeit, die Inseln individuell zu erkunden. Für Auswanderer ist Mobilität ebenfalls ein wichtiger Teil des Alltags, besonders außerhalb der größeren Städte.
Wer Verkehrsregeln beachtet, Parkzonen kennt und bei Mietwagen auf faire Konditionen achtet, kommt auf den Kanaren gut zurecht. Besonders lohnend ist ein Auto für alle, die nicht nur touristische Zentren, sondern auch Dörfer, Naturparks, Berge und abgelegene Küstenregionen erleben möchten.