Luis Campos, der Generalsekretär von Nueva Canarias-Bloque Canarista (NC-BC), hat am Montag eindringlich die Einführung „verbindlicher Solidaritätsmaßnahmen“ gefordert, um den neuen Pakt der Europäischen Union über Migration und Asyl zu adressieren. Campos bezeichnete den Pakt als „ungerecht“ und stellte klar, dass er die Kanarischen Inseln in einer nachteiligen Position belässt. Seine Kritik richtet sich insbesondere gegen den regionalen Regierungschef Fernando Clavijo (CC), dem er mangelnde Führungsstärke vorwirft. Campos ist der Meinung, dass Clavijo nicht in der Lage sei, konkrete Ergebnisse zu erzielen oder ausreichend Druck auf den spanischen Staat sowie die europäischen Institutionen auszuüben, um die benachteiligenden Rahmenbedingungen für die Inseln zu ändern.
Die Kanarischen Inseln stehen seit Jahren im Fokus der Migrationskrise. Die geografische Lage zwischen Europa und Afrika macht sie zu einem zentralen Anlaufpunkt für Migranten, die auf der Suche nach einem besseren Leben sind. Campos stellt fest, dass es nicht ausreiche, lediglich die Besorgnis über die Situation zu teilen, während die Region weiterhin alleine mit dem Druck der Migration umgehen müsse. Diese Herausforderungen betreffen nicht nur die lokale Bevölkerung, sondern auch die Migranten selbst, die oft unter prekären Bedingungen leben müssen. Eine klare und effektive Strategie zur Bewältigung dieser Situation sei unerlässlich, um die Region nicht in eine Position der Schwäche zu bringen.
Die Kritik an Clavijo wird durch die Tatsache verstärkt, dass trotz wiederholter Beschwerden über die unzureichende Unterstützung vonseiten der EU und des spanischen Staates keine verbindlichen Zusagen zur Umverteilung von Migranten oder zur ausreichenden Finanzierung der Region erfolgt sind. Campos fordert daher nicht nur eine Reform des Migrationspakts, sondern auch eine deutliche Aufstockung der finanziellen Mittel, um die drängenden Bedürfnisse der Kanarischen Inseln zu decken.
Darüber hinaus betont Campos die Notwendigkeit, die Menschenrechte ins Zentrum der Migrationspolitik zu stellen. Legale und sichere Wege für Migranten müssen geschaffen werden, um ihre Rechte zu schützen und die humanitären Standards zu wahren. Campos warnt, dass ohne diese Änderungen ein Modell perpetuiert werde, das die Kanarischen Inseln einer ungerechten und unhaltbaren Belastung aussetze. Die unzureichenden Maßnahmen für unbegleitete Minderjährige, die besonders schutzbedürftig sind, bereiten ihm zusätzliche Sorgen. Er fordert ein verpflichtendes System zur Verteilung von Minderjährigen und Asylsuchenden sowie ausreichende finanzielle Mittel für die Grenzregionen.
Für die deutschsprachige Gemeinschaft auf den Kanaren sind diese Entwicklungen von unmittelbarer Bedeutung. Die Herausforderungen, die mit der Migration einhergehen, betreffen alle Bewohner der Inseln, unabhängig von ihrer Herkunft. Die Forderungen von Campos könnten nicht nur die Lebensbedingungen der Migranten verbessern, sondern auch dazu beitragen, dass die lokale Bevölkerung besser unterstützt wird. Ein gerechter Umgang mit der Migration könnte langfristig auch zu einem harmonischeren Zusammenleben führen. Es bleibt abzuwarten, ob die politische Führung auf den Kanaren und in Europa die nötigen Schritte einleitet, um die Situation zu entschärfen und den Menschen auf den Inseln eine Perspektive zu bieten.