Rückkehr von 20.000 jungen Kanariern ins Elternhaus wegen Mietproblemen – Wohnen (Mietwohnung)

Rückkehr von 20.000 jungen Kanariern ins Elternhaus wegen Mietproblemen

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Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

11 April, 2026

In einem Treffen mit rund 60 jungen politischen Vertretern in La Laguna hat Ángel Víctor Torres, der Generalsekretär der PSOE Canarias, die besorgniserregende Situation der Jugend auf den Kanarischen Inseln thematisiert. Laut Torres sind im Jahr 2024 etwa 20.000 junge Menschen gezwungen, wieder bei ihren Eltern zu leben, da sie die Mietkosten nicht mehr tragen können. Diese alarmierende Entwicklung ist nicht nur eine persönliche Tragödie für die Betroffenen, sondern spiegelt auch einen besorgniserregenden gesellschaftlichen Trend wider. Die Emancipation-Rate ist von über 20 % auf etwa 14 % gesunken, was bedeutet, dass immer weniger junge Menschen in der Lage sind, unabhängig zu leben.

Die Situation wird durch die steigenden Mietpreise auf den Inseln weiter verschärft. Gerade in beliebten Städten wie Las Palmas de Gran Canaria und Santa Cruz de Tenerife haben die Mieten in den letzten Jahren stark angezogen. Dies trifft insbesondere die jüngere Generation, die oft über ein begrenztes Einkommen verfügt, sei es durch Teilzeitarbeit, Praktika oder Studierendenjobs. Diese finanziellen Herausforderungen zwingen viele dazu, ihre Träume von einem eigenen Zuhause aufzugeben und in die elterliche Wohnung zurückzukehren.

Zusätzlich zu den Wohnproblemen berichtete Torres von einem Anstieg der Schulabbrecherquote, die mittlerweile fast 16 % erreicht hat, nachdem sie zuvor auf 11 % gesenkt werden konnte. Diese Zahlen verdeutlichen die prekäre Lage, in der sich viele junge Menschen auf den Inseln befinden. Ein Schulabbruch hat nicht nur Auswirkungen auf die individuelle Zukunft der Betroffenen, sondern auch auf die Gesellschaft insgesamt. Ein höherer Anteil von Jugendlichen, die die Schule verlassen, bedeutet langfristig weniger Fachkräfte und damit eine geringere Wettbewerbsfähigkeit der Region.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, plant die PSOE, konkrete Forderungen an die Regierung der Kanaren zu richten, die aus der Coalición Canaria und der Partido Popular besteht. Dazu gehört die Finanzierung des jungen Mietzuschusses durch die autonome Gemeinschaft, die bisher vollständig vom Staat getragen wird. Diese Maßnahme könnte vielen jungen Menschen helfen, sich wieder eine eigene Wohnung leisten zu können und somit die Rückkehr ins Elternhaus zu verhindern.

Darüber hinaus wird eine Reaktion auf die Anfragen von Städten wie Las Palmas de Gran Canaria und Adeje gefordert, die eine Erklärung für die angespannte Wohnsituation benötigen. Die kommunalen Regierungen stehen unter Druck, Lösungen zu finden, die den Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht werden. Innovative Wohnprojekte und soziale Wohnbauinitiativen könnten hier einen Ausweg bieten, doch dafür ist eine enge Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen politischen Akteuren nötig.

Torres kritisierte auch die Untätigkeit der Regierung bezüglich der Finanzierung öffentlicher Universitäten und betonte die Notwendigkeit, technische Fachkräfte in der Verwaltung einzusetzen, um die tatsächlichen Bedürfnisse der jungen Bevölkerung besser zu adressieren. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um die soziale Ungleichheit zu verringern und den Zugang zur Bildung zu verbessern. Für die deutschsprachige Gemeinschaft auf den Kanaren, die oft einen engen Kontakt zur heimischen Wirtschaft und den sozialen Strukturen pflegt, sind diese Entwicklungen von großer Bedeutung. Die Zukunft der jungen Generation hat direkte Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft und damit auch auf die Lebensqualität für alle Bewohner der Inseln.

Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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