Der Sommer auf den Kanarischen Inseln lockt mit Sonne, Strand und mildem Klima. Doch gerade in dieser Jahreszeit treten immer wieder plötzliche und heftige Sommergewitter auf, die Autofahrern auf den Inseln gefährliche Situationen bescheren können. Kurzzeitige, aber intensive Regenschauer verwandeln Straßen in rutschige Gefahrenzonen – besonders problematisch ist dabei der Asphalt, der nach langer Trockenheit mit Staub und Schmutz bedeckt ist.
Das Anfangsstadium eines Gewitters gilt als besonders kritisch für den Straßenverkehr. Nach längeren, trockenen Perioden lagert sich auf dem Asphalt eine Mischung aus Staub, Teerresten und Fett ab. Sobald die ersten Regentropfen fallen, vermischen sie sich mit dem Schmutz und bilden eine extrem glatte Schicht. Diese reduziert die Haftung der Reifen erheblich und erhöht die Unfallgefahr. Experten empfehlen daher, bei den ersten Anzeichen eines Gewitters sofort die Geschwindigkeit zu drosseln und den Sicherheitsabstand zu vergrößern. Gleichzeitig sollte man vorausschauend bremsen, um ruckartige Manöver zu vermeiden, die das Fahrzeug ins Schleudern bringen können.
Die heftigen Sommerregenfälle auf den Kanaren bringen oft große Wassermengen innerhalb kurzer Zeit mit sich. Dadurch entstehen rasch Pfützen und Wasseransammlungen auf der Fahrbahn, die das Risiko für Aquaplaning erhöhen. Dieses Phänomen lässt das Fahrzeug auf der Wasseroberfläche „schwimmen“ und entzieht dem Fahrer die Kontrolle über das Lenken. Die Reifen spielen hier eine entscheidende Rolle: Nur mit gut gewarteten und richtig aufgepumpten Reifen lässt sich Wasser effektiv ableiten. Vor jeder Fahrt sollte daher der Reifendruck überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.
Falls es dennoch zum Aquaplaning kommt, gilt die wichtigste Regel: das Gaspedal sanft loslassen und die Geschwindigkeit über den Wasserwiderstand verringern, ohne abrupt zu bremsen oder das Lenkrad zu verdrehen. So behält man die Kontrolle über das Fahrzeug.
Ein weiteres Problem bei plötzlich einsetzenden Sommergewittern ist die eingeschränkte Sicht. Staub und Insektenreste auf der Windschutzscheibe erschweren die Sicht bereits vor dem Regen. Bei Regen verschlechtern sich die Sichtverhältnisse durch verschmutzte Scheibenwischerblätter zusätzlich. Daher sollten Autofahrer auf den Kanaren vor dem Start unbedingt den Zustand der Scheibenwischer prüfen und gegebenenfalls austauschen. Außerdem kann der starke Temperaturunterschied zwischen der warmen Außenluft und dem klimatisierten Innenraum zu beschlagenen Scheiben führen. Das Einschalten der Klimaanlage hilft, die Sicht schnell wiederherzustellen.
Um von anderen Verkehrsteilnehmern gut erkannt zu werden, sollten bei Regen die Abblendlichter eingeschaltet werden. Nebelscheinwerfer sind nur bei extrem starkem Regen sinnvoll. Wenn die Sicht durch Hagel oder dichten Regen völlig blockiert ist, empfiehlt es sich, das Fahrzeug an einer sicheren Stelle abzustellen, die den Verkehr nicht behindert. Dabei sollten Warnblinker, Positions- und Nebelscheinwerfer eingeschaltet bleiben, um die eigene Position gut sichtbar zu machen.
Ein oft unterschätzter Aspekt ist die Sicherheit im Auto bei Gewittern mit Blitzschlag. Der Innenraum eines Fahrzeugs fungiert als sogenannte Faraday-Käfig, der den elektrischen Strom von Blitzen sicher über die Karosserie in den Boden leitet. Während eines Gewitters im Auto zu bleiben, schützt also vor Blitzschlag. Allerdings sollte man währenddessen die Radioanlage ausschalten und metallische Oberflächen im Innenraum nicht berühren.
Für Bewohner, Urlauber und Auswanderer auf den Kanaren bedeutet das: Trotz angenehmer Sommerbedingungen sind plötzliche Gewitter mit Starkregen keine Seltenheit und verlangen erhöhte Vorsicht im Straßenverkehr. Eine vorausschauende Fahrweise, regelmäßige Fahrzeugwartung und das Beachten der Sicherheitsregeln helfen, Gefahren zu minimieren und sorgen für sichere Reisen während der Sommermonate.
Quelle: elperiodico.com
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