Ab dem 22. November 2023 müssen Verbraucher auf den Kanarischen Inseln und im gesamten spanischen Festland ihre leeren Plastikflaschen und andere Getränkeverpackungen im Supermarkt zurückgeben, um eine kleine Pfandgebühr zurückzuerhalten. Diese Regelung ist Teil einer neuen gesetzlichen Initiative der spanischen Regierung, die sich an den europäischen Richtlinien orientiert und darauf abzielt, das Recycling von Verpackungen zu fördern. Der Schritt folgt auf die unzureichenden Recyclingquoten Spaniens, die laut offiziellen Daten nur bei etwa 41,3 % liegen, während die EU eine Quote von 70 % vorschreibt.
Die neue Regelung sieht vor, dass beim Kauf von Getränken wie Wasser, Limonade oder anderen verpackten Flüssigkeiten ein Pfand von 10 Cent pro Flasche oder Dose erhoben wird. Dieser Betrag wird auf dem Kassenbon ausgewiesen. Die Regelung gilt für die meisten Plastikflaschen bis zu einem Volumen von drei Litern, Dosen und auch für viele Verpackungen im Brik-Format. Nach dem Konsum können die leeren Behälter in autorisierten Rückgabestellen, wie Supermärkten, zurückgegeben werden, um den Pfandbetrag zurückzuerhalten. Die Rückzahlung erfolgt entweder in bar, als Rabatt auf zukünftige Einkäufe oder über digitale Rückerstattungssysteme, abhängig von den jeweiligen Geschäften.
Ein wesentlicher Punkt der neuen Vorschrift ist, dass die zurückgegebenen Verpackungen in einwandfreiem Zustand sein müssen. Das bedeutet, dass sie nicht zerdrückt oder beschädigt sein dürfen, damit die Rückgabemaschinen den Barcode korrekt lesen können. Dies soll sicherstellen, dass der Pfandbetrag korrekt zugeordnet wird und Betrugsversuche vermieden werden. Die Maßnahme ergänzt die bereits bestehende Regelung gemäß dem Gesetz 7/2022 über Abfälle, das einen centmäßigen Aufschlag auf Einwegverpackungen eingeführt hat.
Die spanische Regierung verfolgt mit dieser Initiative das Ziel, die Qualität der recycelten Materialien erheblich zu steigern. Durch die direkte Rückgabe der Verpackungen sollen Materialien gewonnen werden, die sauberer und qualitativ hochwertiger sind als die, die über herkömmliche Sammelsysteme in den gelben Tonnen erfasst werden. Dies könnte dazu beitragen, dass die recycelten Kunststoffe wieder in der Herstellung von neuen, für den Lebensmittelverbrauch geeigneten Flaschen verwendet werden können.
Die Einführung des Systems für Pfand, Rückgabe und Rückerstattung (SDDR) ist nicht nur ein Schritt in Richtung umweltfreundlicherer Praktiken, sondern auch ein Anreiz für Verbraucher, aktiv an der Kreislaufwirtschaft teilzunehmen. Mit der bevorstehenden Umsetzung dieser neuen Regelung müssen sich die Kanarier und alle in Spanien lebenden Menschen auf Änderungen in ihrem Einkaufsverhalten einstellen. Die Initiative könnte zudem auch Touristen ansprechen, die sich stärker mit den Recyclingpraktiken vor Ort auseinandersetzen müssen, um die Rückerstattung des Pfands zu erhalten. Die kommenden Monate werden zeigen, wie gut dieses System in der Praxis funktioniert und ob es den gewünschten Effekt auf die Recyclingquote in Spanien hat.
Quelle: laprovincia.es
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