Die Kanarischen Inseln setzen auf digitale Innovation im Gesundheitswesen. Am 19. Mai 2023 trafen sich der Direktor des Servicio Canario de la Salud (SCS), Adasat Goya, der Direktor von Red.es, Jesús Herrero Poza, und der Generalsekretär für digitale Gesundheit, Juan Fernando Muñoz Montalvo, um den Start des Programms für intelligente digitale Gesundheitsdienste zu besprechen. Dieses Programm, das durch einen Vertrag zwischen der kanarischen Gesundheitsbehörde, Red.es und dem spanischen Gesundheitsministerium ermöglicht wird, stellt über 7,5 Millionen Euro bereit, um die digitale Transformation des Gesundheitssektors auf den Kanaren voranzutreiben.
Die Initiative wird durch Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie dem spanischen Gesundheitsministerium finanziert. Insgesamt werden im Rahmen des Programms Operativo Plurirregional de España (POPE) bis 2027 223 Millionen Euro für den nationalen Gesundheitsdienst bereitgestellt. Goya betonte die Bedeutung der digitalen Transformation für die Verbesserung der Qualität und Zugänglichkeit des Gesundheitswesens. Insbesondere in den geografisch fragmentierten Kanarischen Inseln sei es entscheidend, die Patientenversorgung durch digitale Lösungen zu optimieren.
Der SCS-Direktor hob hervor, dass die Digitalisierung nicht nur eine technische Modernisierung darstellt, sondern auch eine Chance bietet, die Patientenversorgung zu verbessern und den Patienten ins Zentrum der Behandlung zu rücken. Er betonte, dass die digitale Transformation auf drei Säulen ruhen sollte: Interoperabilität der Systeme, Datensicherheit und ergebnisorientierte Ansätze, die einen realen Einfluss auf die Versorgungsqualität haben.
Herrero Poza wies darauf hin, dass die neuen Technologien, insbesondere Lösungen der künstlichen Intelligenz, entscheidend zur Verbesserung der Diagnostik und Prävention beitragen werden. Dies umfasst unter anderem die Unterstützung bei seltenen Krankheiten und die Überwachung von Patienten mit chronischen Erkrankungen. Die Implementierung dieser Technologien soll nicht nur die Behandlungsqualität erhöhen, sondern auch die verfügbaren Ressourcen effizienter nutzen.
Muñoz Montalvo betonte die Relevanz dieses Plans innerhalb der digitalen Gesundheitsstrategie des nationalen Gesundheitsdienstes. Bereits seit 2021 arbeitet die kanarische Regierung eng mit dem Gesundheitsministerium zusammen, um die Integration von künstlicher Intelligenz in die Patientenversorgung zu fördern. Durch zusätzliche 31 Millionen Euro aus nationalen Mitteln und dem MRR-Fonds soll die digitale Patientenversorgung sowohl in der Primärversorgung als auch bei der Betreuung chronisch kranker Patienten ausgebaut werden.
Das Programm sieht unter anderem die Implementierung von Fernüberwachungsprogrammen für chronische Erkrankungen und die Nutzung fortschrittlicher Analytik im Gesundheitswesen vor. Ein konkretes Projekt, das im Rahmen der Initiative angestoßen wird, ist die Entwicklung von Lösungen zur Diagnose und Nachverfolgung seltener Krankheiten, die unter dem Namen „Únicas“ zusammengefasst werden. Die Ergebnisse der durchgeführten Maßnahmen werden dem nationalen Gesundheitsdienst zur Verfügung gestellt, um eine breitere Anwendung und Verbesserung der Gesundheitsversorgung in ganz Spanien zu ermöglichen.
Die digitale Transformation des Gesundheitswesens auf den Kanarischen Inseln stellt somit nicht nur einen technologischen Fortschritt dar, sondern auch einen Schritt hin zu einer patientenzentrierten, zugänglichen und nachhaltigen Gesundheitsversorgung, die den besonderen Herausforderungen des Insellebens Rechnung trägt.
Quelle: www3.gobiernodecanarias.org
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