In Santa Cruz de Tenerife spitzt sich die Debatte um den Standort des Stadions für den Fußballclub CD Tenerife zu. José Manuel Bermúdez, Bürgermeister der Inselhauptstadt, reagierte gestern mit deutlichen Worten auf den Vorschlag seines Amtskollegen aus La Laguna, Luis Yeray Gutiérrez (PSOE). Dieser hatte öffentlich angeboten, öffentliche Grundstücke in La Laguna für den Bau eines neuen, modernen Stadions für den CD Tenerife zur Verfügung zu stellen. Bermúdez bezeichnete den Vorschlag als „von böser Absicht geprägt“ und einen Affront gegen die 100-jährige Geschichte des Clubs, der seit seiner Gründung in Santa Cruz beheimatet ist und dort alle seine Spiele ausgetragen hat.
Der Bürgermeister von Santa Cruz zeigte sich empört über die Idee, das Stadion aus der Hauptstadt zu verlegen. Für ihn stellt das einen Angriff auf die Stadt selbst dar, die seit jeher das sportliche Herz des Vereins bildet. Bermúdez hinterfragte, warum La Lagunas Bürgermeister sich anmaße, eine solche Initiative zu ergreifen, anstatt sich um die eigenen kommunalen Herausforderungen zu kümmern. Er betonte, dass der CD Tenerife in Santa Cruz gegründet wurde, dort seinen Hauptsitz hat und alle offiziellen Spiele bisher immer in dieser Stadt ausgetragen wurden.
Interessant ist die politische Dimension des Konflikts: Bermúdez machte klar, dass der Vorschlag ausschließlich vom sozialistischen Bürgermeister La Lagunas ausgeht und nicht von der dortigen Regierungskoalition, die von der Coalición Canaria (CC) unter Führung von Fran Hernández mitgetragen wird. CC lehnt den Standortwechsel strikt ab und unterstützt den Erhalt des Stadions in Santa Cruz. Der Bürgermeister von Santa Cruz zeigte sich zudem zuversichtlich, dass auch der CD Tenerife selbst und das Inselparlament, das Cabildo de Tenerife, den Verbleib in Santa Cruz befürworten.
Das Cabildo hatte erst vor wenigen Tagen die Planung einer umfassenden Sanierung des bestehenden Heliodoro Rodríguez López Stadions angekündigt. Das Projekt soll bis zu 50 Millionen Euro kosten und sich über einen Zeitraum bis 2040 erstrecken. Bermúdez forderte eine zügige Umsetzung der Sanierung und stellte klar, dass, sollte sich das Cabildo für einen Neubau entscheiden, dieser auf Territorium von Santa Cruz errichtet würde – entweder im Südwesten der Stadt oder auf den Flächen der ehemaligen Raffinerie. Für ihn ist unvorstellbar, dass das Stadion die Stadtgrenzen verlassen könnte.
Auf der anderen Seite argumentiert Luis Yeray Gutiérrez aus La Laguna, dass eine Sanierung des alten Stadions über zwei Jahrzehnte hinweg nur Flickwerk bedeute, das Millionen verschlinge, ohne die grundlegenden Probleme zu lösen. Er sieht in einem Neubau auf einem 40.000 Quadratmeter großen Grundstück in der Zone Las Mantecas, wo auch eine Multifunktionshalle geplant ist, die bessere und zeitgemäßere Lösung. Außerdem verwies der Bürgermeister darauf, dass die Lage in La Laguna eine bessere Erreichbarkeit für Tausende Fans gewährleisten und die Verkehrsbelastung im Zentrum von Santa Cruz entlasten würde. Seine Vorschläge will er dem Cabildo formal unterbreiten.
Die Debatte um den Stadionstandort zeigt die unterschiedlichen Prioritäten und politischen Interessen der beiden größten Städte von Teneriffa. Während La Laguna auf Modernisierung und bessere infrastrukturelle Anbindung setzt, verteidigt Santa Cruz die historische Verbundenheit mit dem Club und den Erhalt der sportlichen Infrastruktur im Stadtgebiet. Für die Bewohner, Urlauber und Auswanderer auf den Kanaren bedeutet das, dass der CD Tenerife auch in den kommenden Jahren höchstwahrscheinlich in Santa Cruz beheimatet bleibt und dort seine Spiele austrägt. Die geplante Sanierung des Heliodoro Rodríguez López Stadions wird eine langfristige Investition in die bestehende Infrastruktur darstellen, die das Stadion auf den neuesten Stand bringen soll. Damit wird der Club in seiner historischen Heimatstadt gestärkt, was auch wirtschaftliche und touristische Vorteile für Santa Cruz mit sich bringt.
Ob die Idee eines komplett neuen Stadions in La Laguna jemals mehr als ein Vorschlag bleibt, ist derzeit ungewiss. Die politische Unterstützung und die historischen Bindungen sprechen stark für Santa Cruz als Standort. Für Fans des CD Tenerife und alle, die das sportliche Leben auf Teneriffa verfolgen, bleibt die Entwicklung weiterhin spannend.
Quelle: diariodeavisos.elespanol.com
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