Im Süden Teneriffas wird die Bautätigkeit für Wohnraum stark ausgeweitet: Über 6.200 neue Wohnungen sollen entstehen und damit mehr als 15.000 Menschen ein Zuhause bieten. Besonders die Gemeinden Arona und Adeje, die vom Tourismus profitieren, treiben diese Entwicklung voran. Seit Jahren blockierte städtische Flächen werden nun für den Wohnungsbau freigegeben, was eine bedeutende wirtschaftliche Dynamik auslöst. Neben Arona und Adeje sind auch Granadilla de Abona, San Miguel de Abona, Guía de Isora, Santiago del Teide und Güímar an der Expansion beteiligt.
Der Großteil der Neubauten richtet sich an private Käufer, während rund 20 bis 30 Prozent als bezahlbarer Wohnraum vorgesehen sind. Die Investitionen in Land, Bau und Vermarktung summieren sich auf mehr als 1,4 Milliarden Euro in den kommenden zehn Jahren. Diese Entwicklung ist eine direkte Reaktion auf die langanhaltende Bevölkerungszunahme in den zwölf südlichen Gemeinden, die mit rund 330.349 Einwohnern deutlich größer sind als die Inselhauptstadt Santa Cruz de Tenerife. Insbesondere Adeje verzeichnete seit den frühen 2000er Jahren ein Bevölkerungswachstum von 258 Prozent, Granadilla von 170 Prozent und Arona von 121 Prozent.
Diese demografische Entwicklung hat die Nachfrage nach Wohnraum stark ansteigen lassen. Der Wohnungsmarkt am Südzipfel der Insel leidet unter einer Krise mit hohen Preisen und einem Mangel an herkömmlichen Mietangeboten. Viele Einwohner finden dadurch keine angemessenen Unterkünfte. Arona, mit 89.036 Einwohnern die bevölkerungsreichste Gemeinde im Süden, verfügt über einige der größten Bauflächen der Insel. So ist das Gebiet El Mojón mit einer Million Quadratmetern für 2.200 neue Wohnungen ausgewiesen. Nach mehr als drei Jahrzehnten Stillstand hat die Gemeindeverwaltung dort nun Baugenehmigungen erteilt.
Zwischen Februar 2025 und Juni 2026 wurden in Arona 181 größere Baugenehmigungen erteilt, darunter 43 für den Bau von 547 Wohnungen – ein erheblicher Anstieg gegenüber nur fünf Genehmigungen in den vorangegangenen fünf Jahren. Auch Adeje macht Fortschritte mit den Projekten El Calvario und Adeje 2020, die zusammen auf 142.441 Quadratmetern rund 1.120 Wohnungen ermöglichen. Diese Neubaugebiete sollen das Stadtzentrum erweitern und neue urbane Räume schaffen. Die Gemeinde hat ihre Einwohnerzahl seit Anfang des Jahrhunderts von knapp 14.000 auf über 50.000 erhöht.
Auch andere Gemeinden im Süden planen Neubauten: Granadilla mit 106 Wohnungen, San Miguel mit 90, Guía de Isora mit 24, Santiago del Teide mit 17 und Güímar mit 30. Obwohl diese Zahlen geringer ausfallen, verdeutlichen sie den breiten Trend der Wohnraumerweiterung in der Region.
Die Freigabe der bisher blockierten Flächen eröffnet neue Chancen nach Jahren des Stillstands. Die Gemeinden stehen jedoch vor der Herausforderung, das Wachstum mit notwendiger Infrastruktur zu begleiten. Dazu zählen Verbesserungen bei Wasser- und Abwassersystemen, Verkehrsanbindungen sowie im Bildungs- und Gesundheitswesen. Diese Maßnahmen sind essentiell, um die neuen Wohngebiete nachhaltig zu integrieren und die Lebensqualität der Bewohner zu sichern.
Quelle: tenerifeweekly.com
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