Santa Cruz de Tenerife, Ende Juni 2024. Die Audiencia Provincial de Santa Cruz de Tenerife hat Antonio J., den zweiten Angeklagten im bekannten Mordfall von Tabaiba, wegen Mordes mit Heimtücke zu 23 Jahren Gefängnis verurteilt. Gemeinsam mit dem bereits verurteilten José J. muss er zudem 153.500 Euro Schadensersatz an die Familie des Opfers Rubén zahlen. Dieses Urteil ist ein bedeutender juristischer Schritt in der Aufarbeitung des Verbrechens, das die Kanarenregion im Februar 2023 erschütterte.
Am 21. Februar 2023, einem Dienstag während des Karnevals auf Teneriffa, kam es zu der Tat. Die Angeklagten sowie das Opfer Rubén und ein weiterer Beteiligter namens Toño betraten zu unterschiedlichen Zeiten ein Gebäude in Tabaiba. Kurz darauf verließ Rubén das Haus nicht mehr lebend. Wenige Stunden später wurde Toños lebloser Körper in einem Geschäft in La Laguna gefunden. Die Ermittlungen hatten sich bereits vor Gericht mit Verstrickungen in Schulden und möglichen kriminellen Motiven beschäftigt.
Im Prozess, der von Ende Juni bis Anfang Juli 2024 stattfand, bestätigte das Gericht anhand der Beweislage – insbesondere Videoaufnahmen, die Antonio J. beim Betreten der Tatwohnung zeigen – seine Beteiligung am Mord. Die Verteidigung von Antonio J. bestreitet die Vorwürfe und kündigte bereits eine Berufung vor dem Tribunal Superior de Justicia de Canarias an. Sie argumentiert, dass das Urteil auf unzureichenden Grundlagen beruhe, was bereits zur Aufhebung einer früheren Verurteilung geführt hatte.
Die Aussagen der Angeklagten im Verfahren waren widersprüchlich. José J. erklärte seine Unschuld und schilderte, er habe die Tat nicht aktiv mitgetragen, sondern sei erst nach Vollendung der Tat wieder aufgetaucht. Antonio J. behauptete, er sei zum Einzug einer Forderung getäuscht worden und habe sich zum Zeitpunkt der Tat im Bad aufgehalten. Eine hitzige Auseinandersetzung zwischen Antonio J. und Toño vor dem Verlassen des Hauses wurde von Nachbarn beobachtet und im ersten Verfahren als Indiz für seine Unschuld gewertet.
Das Urteil hat nicht nur für die Opferfamilie eine große Bedeutung, sondern auch für die öffentliche Sicherheit auf den Kanaren. Es markiert einen klaren Schritt in der juristischen Aufarbeitung der Ereignisse rund um den Karneval 2023, der auf der Insel Teneriffa als wichtiges kulturelles Ereignis gilt. Die Verurteilung von Antonio J. und die damit verbundene finanzielle Entschädigung setzen ein deutliches Zeichen gegen Gewaltverbrechen in der Region.
Der Fall bleibt durch die angekündigte Berufung der Verteidigung weiterhin offen. Für die Bewohner und Besucher der Kanaren ist die weitere Entwicklung im Verfahren von Interesse, da sie Auswirkungen auf das Vertrauen in die Justiz und die Sicherheit vor Ort haben wird. Die nächste Instanz wird die Entscheidung des Gerichts überprüfen und könnte in den kommenden Monaten für weitere Klarheit sorgen.
Quelle: diariodeavisos.elespanol.com
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