Das Cabildo von Teneriffa hat ein dynamisches Zugangskontrollsystem für Masca im Teno Rural Park eingeführt, das private touristische Fahrzeuge zwischen 9 und 16 Uhr bei erhöhter Waldbrandgefahr zeitweise sperrt. Ziel ist es, die Evakuierungswege freizuhalten und die Arbeit der Notfalldienste zu erleichtern. Die Regelung betrifft vor allem die enge Straße TF-436, die häufig von Besuchern genutzt wird.
Private Fahrzeuge, die ausschließlich zu touristischen oder Freizeitzwecken unterwegs sind, dürfen während der Sperrzeiten nicht mehr nach Masca fahren. Ausgenommen von der Maßnahme sind Anwohner, Eigentümer, Berufspendler sowie autorisierte öffentliche Verkehrsmittel, Einsatzfahrzeuge und notwendige Wartungsteams. Kontrollpunkte wurden an den Zufahrten Las Lagunetas und Santiago del Teide eingerichtet, zudem gibt es eine Informationsstelle in Los Pedregales.
Die Transportbehörde Titsa reagiert auf die Einschränkungen mit einer Ausweitung des Busangebots. Zusätzlich zu den regulären Verbindungen stehen 396 weitere Sitzplätze für Besucher nach Masca bereit, sodass insgesamt 1.550 Plätze zur Verfügung stehen. Damit soll der öffentliche Nahverkehr als Alternative zum privaten PKW gestärkt werden.
Die örtliche Nachbarschaftsvereinigung von Barranco de Masca kritisiert die kurzfristige Umsetzung der Maßnahme scharf. Sie bemängelt, dass der Schutz des Naturraums nicht zulasten der lokalen Bevölkerung gehen dürfe. Statt reiner Verbote fordern die Anwohner langfristige Investitionen in die Infrastruktur und eine ganzjährige Prävention gegen Waldbrände. Außerdem warnen sie vor wirtschaftlichen Einbußen für lokale Unternehmen durch die Einschränkungen.
Masca ist als touristisches Ziel besonders gefährdet, da die schmale TF-436-Straße bei Waldbrandgefahr schnell zu einem Engpass werden kann. Die neue Regelung soll das Risiko minimieren und den Verkehrsfluss im Ernstfall sicherstellen. Dennoch zeigt die Kritik, dass die Debatte um Naturschutz und touristische Nutzung weitergeht – insbesondere vor dem Hintergrund fehlender dauerhafter Maßnahmen und steigender Besucherzahlen.
Wie sich die Zugangsbeschränkungen in der Praxis bewähren und ob weitere Anpassungen erfolgen, bleibt abzuwarten. Für Einwohner und Besucher bedeutet die Regelung vorerst eine Umstellung im Umgang mit der Zufahrt nach Masca, wobei der erweiterte öffentliche Nahverkehr eine wichtige Alternative darstellt.
Quelle: tenerifeweekly.com
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