Der Plan Insular de Movilidad Sostenible de Tenerife (PIMSIT) hat einen wichtigen Meilenstein erreicht: Die Umweltbewertungskommission von Teneriffa stimmte am 11. August einstimmig für die strategische Umweltverträglichkeitsprüfung des Mobilitätsplans. Dieser legt die Verkehrsstrategie der Insel für die kommenden zwei Jahrzehnte fest und sieht unter anderem den Ausbau der Hauptautobahnen TF-1 und TF-5 vor.
Konkret plant der PIMSIT die Einrichtung eines dritten Fahrstreifens auf der TF-1 zwischen San Isidro und Las Américas sowie zwischen Güímar und San Isidro. Auf der TF-5 soll der dritte Fahrstreifen zwischen dem Flughafen Tenerife Norte und La Orotava gebaut werden. Zusätzlich sind auf beiden Autobahnen spezielle Busspuren für Busse und Mehrpersonenfahrzeuge (BUS-VAO) vorgesehen, um den öffentlichen Verkehr und Fahrgemeinschaften zu fördern.
Der Mobilitätsplan umfasst insgesamt 91 Maßnahmen, die in neun Programme gegliedert sind und zwei Zeithorizonte bis 2035 und 2045 definieren. Ein Schwerpunkt liegt auf der Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs, um die Abhängigkeit vom privaten Pkw zu verringern. Hierzu zählt auch der Ausbau eines Netzes von Park-and-Ride-Anlagen, die das Umsteigen vom Auto auf Busse und Bahnen erleichtern sollen.
Der öffentliche Busverkehr soll durch Modernisierung und Verstärkung verbessert werden, ebenso wie der Schulbusverkehr. Zudem wird die Förderung von Car-Sharing- und Car-Pooling-Systemen angestrebt. Die Mobilitätsbeauftragte des Cabildos, Eulalia García, hebt hervor, dass Nutzer künftig verschiedene Verkehrsmittel besser kombinieren können sollen.
Ein weiterer zentraler Punkt des Plans ist die Verlängerung der Straßenbahnlinie 1 bis zum Flughafen Tenerife Norte sowie die Ausweitung der Linie 2 bis La Gallega. Dies soll die Erreichbarkeit des Flughafens mit öffentlichen Verkehrsmitteln verbessern und den Individualverkehr entlasten.
Der PIMSIT berücksichtigt auch den Ausbau der Elektromobilität durch den Aufbau einer Insel-weiten Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge und die Förderung von grünen Korridoren und Niedrigemissionszonen.
Besonderes Augenmerk gilt Naturschutzgebieten mit hohem Besucheraufkommen wie Anaga, Teno und dem Nationalpark Teide. Für diese Regionen sieht der Plan Maßnahmen zur Zugangsbeschränkung, besseren Anbindung mit öffentlichem Verkehr, zusätzlichen Parkplätzen und Shuttle-Diensten vor, um Umweltbelastungen zu reduzieren.
Die Umweltbewertungskommission hebt hervor, dass der Plan positive Effekte auf Lebensqualität und Umwelt haben kann, insbesondere durch die Verringerung von CO2-Emissionen und Lärmbelastung.
Noch steht die endgültige Genehmigung des PIMSIT aus. Nach der Einarbeitung kleinerer Änderungen muss der Plan in der Plenarsitzung des Cabildos diskutiert und verabschiedet werden.
Die Präsidentin des Cabildos, Rosa Dávila, sieht in dem Plan eine wichtige Weichenstellung für die Zukunft: Der öffentliche Verkehr soll gestärkt und verschiedene Mobilitätsformen besser vernetzt werden.
Ein integriertes Monitoring-System wird künftig die Wirkung der Maßnahmen anhand von Indikatoren wie Emissionen, Nutzung des öffentlichen Verkehrs, aktiver Mobilität, Verkehrsstaus und Elektrifizierung überwachen.
Der Ausbau kommt vor dem Hintergrund eines starken Wachstums des öffentlichen Nahverkehrs auf Teneriffa. So verzeichnete der Busbetreiber TITSA zuletzt 87,3 Millionen Fahrgäste, was einem Anstieg von 81 Prozent gegenüber 2022 entspricht. In den letzten drei Jahren wurden 351 neue Busse in die Flotte aufgenommen, um der gestiegenen Nachfrage gerecht zu werden.
Quelle: diariodeavisos.elespanol.com
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