Die umstrittene Praxis, Liegestühle in Hotels frühmorgens mit Handtüchern zu reservieren, sorgt auf Teneriffa und in vielen europäischen Urlaubsorten für umfassende Veränderungen. Hotels reagieren nun mit digitalen Reservierungssystemen und klar geregelten Zeitlimits, um die sogenannten „Krieg der Liegestühle“ genannten Konflikte zu entschärfen. Auf Teneriffa gilt das Hotel Iberostar Selection Sábila als Vorreiter: Hier können Gäste Liegen maximal 48 Stunden im Voraus per App buchen. Wird der Liegestuhl bis 10:30 Uhr nicht genutzt, wird er automatisch wieder freigegeben.
Diese Neuordnung folgt auf den wachsenden Unmut von Urlaubern und Nachbarn, die den massenhaften Liegenblockaden mit Handtüchern ausgesetzt sind. Im Mediterranean Palace Hotel auf Teneriffa sorgte eine britische Besucherin für Aufmerksamkeit, als sie Liegetücher von unbenutzten Liegen entfernte. Ein von ihr verbreitetes Video erreichte über 2,3 Millionen Aufrufe und spiegelte die Frustration vieler Gäste wider.
Auch rechtlich gewinnt das Thema an Bedeutung: Ein deutsches Gericht sprach einem Urlauber aus Griechenland eine Entschädigung von rund 930 Euro zu, weil in dem Hotel 400 Liegen über Stunden mit Handtüchern belegt waren, ohne dass die Besitzer sie nutzten. Dieses Urteil setzt Branchenstandards und könnte zu weiteren Klagen führen, wenn Hotels die Nutzung ihrer Liegen nicht besser kontrollieren.
Auf dem spanischen Festland gelten in einigen Hotels Zeitlimits von 45 Minuten, bevor persönliche Gegenstände von Liegen entfernt werden, um eine faire Nutzung zu sichern. Auch auf Kreuzfahrtschiffen wie bei P&O Cruises werden Liegen bei 30-minütiger Abwesenheit freigegeben, indem persönliche Gegenstände eingelagert werden.
Die Tourismusbranche bewegt sich damit auf eine neue Ära zu, in der Liegenreservierungen zunehmend digital verwaltet und möglicherweise künftig kostenpflichtig als Zusatzangebot vermarktet werden. Dieses Modell ähnelt der Platzreservierung im Flugverkehr und zielt darauf ab, den Komfort der Gäste zu erhöhen und Konflikte zu vermeiden. Für Urlauber auf den Kanaren bedeutet dies, dass sie sich auf veränderte Abläufe einstellen müssen, die die Nutzung von Poolliegen transparenter und gerechter gestalten sollen.
Quelle: diariodeavisos.elespanol.com
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