Im Loro Parque auf Teneriffa sind vier Kurzkrallen-Otterbabys zur Welt gekommen, ein bedeutender Erfolg für das europäische Erhaltungszuchtprogramm dieser bedrohten Tierart. Die Jungtiere sind die ersten Nachkommen des Zuchtpaares Arielle und Rudolf, die sorgfältig aufgrund ihrer genetischen Kompatibilität ausgewählt wurden. Die Geburt der Otter wurde am Montag offiziell bekannt gegeben. Die kleinen Otter wogen bei der Geburt jeweils etwa 40 Gramm und waren rund zehn Zentimeter lang. Sie kamen blind und ohne Zähne zur Welt, was typisch für ihren frühen Entwicklungsstand ist. Die Jungtiere verbleiben in den ersten rund zehn Wochen im Nest, bevor die Eltern ihnen beibringen, sich im Wasser zurechtzufinden und zu schwimmen. Kurzkrallen-Otter gelten als soziale Tiere, die in Familiengruppen leben. Ältere Jungtiere helfen oft dabei, die jüngeren Geschwister zu versorgen. Die Art ist von der Weltnaturschutzunion IUCN als gefährdet eingestuft und vom Aussterben bedroht. Seit den 1990er-Jahren ist ihre Population um mehr als 30 Prozent zurückgegangen. Besonders dramatisch ist die Situation in Südchina, wo diese Otter in den vergangenen zwanzig Jahren nur dreimal gesichtet wurden. Kurzkrallen-Otter leben natürlicherweise in Feuchtgebieten, Sümpfen und Seen in Südostasien. Zu den größten Bedrohungen zählen der Verlust ihres Lebensraums, Umweltverschmutzung, die Jagd auf ihr Fell sowie Verfolgung durch Fischer. Der zoologische Direktor des Loro Parque, Mike Jordan, bezeichnete die Geburten als einen wichtigen Fortschritt für das europäische Zuchtprogramm. Der Präsident des Loro Parque, Wolfgang Kiessling, unterstrich die Bedeutung solcher Zuchtinitiativen für den Artenschutz, die Forschung und die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Gefahren, denen bedrohte Tierarten in freier Wildbahn ausgesetzt sind. Die erfolgreiche Aufzucht der vier Jungtiere stellt einen konkreten Beitrag zum Erhalt der Kurzkrallen-Otter dar und unterstützt die Bemühungen, die Populationen langfristig zu stabilisieren. Für die Bewohner und Besucher der Kanarenregion bedeutet dies auch eine Chance, das Bewusstsein für den Schutz seltener Arten zu stärken und den Loro Parque als wichtige Einrichtung für Naturschutzprojekte zu sehen.
Quelle: tenerifeweekly.com
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