Betrug mit Bizum auf Teneriffa: Guardia Civil warnt vor Fremden an Geldautomaten
Die Guardia Civil warnt auf Teneriffa vor einer Betrugsmasche, bei der Unbekannte Passanten an Geldautomaten um Bargeld bitten und eine sofortige Rückzahlung über Bizum versprechen. Hinter der vermeintlich harmlosen Bitte um Hilfe kann ein Betrugsversuch stecken. Besonders ältere Menschen sollen nach Angaben der Polizei ins Visier genommen werden.
Das Wichtigste in Kürze
- Betrugsmasche: Fremde bitten an Geldautomaten um Bargeld und versprechen eine Rückzahlung per Bizum.
- Gefahr: Die angekündigte Überweisung bleibt möglicherweise aus.
- Zusätzliches Risiko: Betrüger können versuchen, Zugriff auf das Smartphone oder die Bankkarte ihrer Opfer zu erhalten.
- Schutz: Kein Bargeld gegen unbestätigte Zahlungen herausgeben und keine unbekannten Zahlungsanforderungen akzeptieren.
- Im Betrugsfall: Sofort die Bank informieren und Anzeige bei der Guardia Civil oder Policía Nacional erstatten.
So funktioniert der Betrug am Geldautomaten
Die Guardia Civil macht auf eine Betrugsmasche aufmerksam, bei der Täter ihre Opfer direkt auf der Straße ansprechen.
Häufig geschieht dies in der Nähe von Geldautomaten. Eine unbekannte Person bittet um einen kleineren Bargeldbetrag und erklärt, das Geld umgehend über den spanischen Bezahldienst Bizum zurückzuzahlen.
Die Bitte kann zunächst glaubwürdig wirken, beispielsweise wenn die Person vorgibt, dringend Bargeld zu benötigen.
Das Risiko besteht darin, dass das Opfer den gewünschten Betrag aushändigt, ohne tatsächlich eine entsprechende Zahlung zu erhalten.
Die Polizei warnt davor, sich auf solche Versprechen zu verlassen, wenn die Zahlung nicht unabhängig überprüft werden kann.
Vorsicht bei Bizum-Zahlungsanforderungen
Neben der beschriebenen Bargeldmasche gibt es eine weitere bekannte Betrugsmethode, bei der die Funktionen von Bizum ausgenutzt werden.
Dabei ist die Unterscheidung zwischen einer Überweisung und einer Zahlungsanforderung entscheidend.
Wer über Bizum Geld erhält, muss dafür normalerweise keine Zahlungsanforderung bestätigen.
Eine Zahlungsanforderung (solicitud de dinero) bedeutet dagegen, dass jemand Geld von der angeschriebenen Person verlangt.
Wer eine solche Anforderung bestätigt, kann damit selbst eine Zahlung auslösen, statt Geld zu erhalten.
Deshalb sollten Nutzer jede Bizum-Mitteilung sorgfältig lesen und unbekannte Zahlungsanforderungen grundsätzlich ablehnen.
Diese Methode ist von der aktuell beschriebenen Bargeldmasche zu unterscheiden. Ob sie bei den gemeldeten Vorfällen auf Teneriffa ebenfalls eingesetzt wurde, ist nicht bekannt.
Betrüger versuchen möglicherweise, an Handy oder Bankkarte zu gelangen
Die Guardia Civil warnt außerdem davor, unbekannten Personen das eigene Smartphone oder die Bankkarte zu überlassen.
Betrüger können versuchen, ihre Opfer unter einem Vorwand dazu zu bewegen, ihnen bei einer vermeintlichen Überweisung zu helfen.
Dabei besteht das Risiko, dass unberechtigte Transaktionen vorgenommen oder vertrauliche Informationen eingesehen werden.
Besonders gefährlich ist es, wenn Fremde Zugang zu Banking-Apps, PIN-Codes oder Bestätigungsmeldungen erhalten.
Grundsätzlich sollte niemand einer unbekannten Person die Kontrolle über das eigene Smartphone oder die Bankkarte überlassen.
So schützen Sie sich vor der Betrugsmasche
Die wichtigsten Vorsichtsmaßnahmen sind einfach:
- Kein Bargeld gegen Zahlungsversprechen: Geben Sie Fremden kein Geld, nur weil eine spätere Bizum-Überweisung angekündigt wird.
- Zahlungen selbst kontrollieren: Prüfen Sie Zahlungseingänge ausschließlich in Ihrer eigenen Banking-App.
- Keine Zahlungsanforderungen bestätigen: Kontrollieren Sie genau, ob Sie Geld erhalten oder selbst überweisen sollen.
- Handy und Bankkarte nicht aus der Hand geben: Lassen Sie unbekannte Personen keine Transaktionen auf Ihren Geräten durchführen.
- Keine vertraulichen Daten weitergeben: PIN, Passwörter und Bestätigungscodes dürfen nicht an Fremde gelangen.
Wer sich bedrängt fühlt, sollte die Unterhaltung beenden und sich gegebenenfalls an das Sicherheitspersonal oder die Polizei wenden.
Was tun, wenn man bereits Geld verloren hat?
Wer vermutet, Opfer eines Betrugs geworden zu sein, sollte möglichst schnell handeln.
Zunächst empfiehlt es sich, die eigene Bank zu kontaktieren. Wurde eine unberechtigte Zahlung ausgelöst, sollte die Bank prüfen, welche Schutzmaßnahmen und Rückholversuche möglich sind.
Wichtig ist außerdem, vorhandene Beweise zu sichern. Dazu gehören Zahlungsbelege, Bizum-Nachrichten, Telefonnummern und Angaben zum Ort und Zeitpunkt des Vorfalls.
Anschließend kann Anzeige bei der Guardia Civil oder der Policía Nacional erstattet werden.
Wichtige Kontakte in Spanien:
- Guardia Civil: 062
- Policía Nacional: 091
- Notruf bei akuter Gefahr: 112
- INCIBE – Hilfe bei Cyberbetrug: 017
Weitere Informationen zum sicheren Umgang mit Online-Zahlungen bietet das spanische Institut für Cybersicherheit unter www.incibe.es.
Unsere Einordnung: Betrug beginnt nicht immer im Internet
Die aktuelle Warnung zeigt, dass digitale Zahlungsmethoden auch bei klassischen Betrugsversuchen auf der Straße eine Rolle spielen können.
Die Täter nutzen dabei nicht unbedingt technische Sicherheitslücken aus. Häufig versuchen sie vielmehr, durch eine persönliche Ansprache Vertrauen aufzubauen und ihre Opfer zu einer freiwilligen Geldübergabe oder Zahlung zu bewegen.
Gerade für deutschsprachige Residenten auf Teneriffa, die Bizum regelmäßig verwenden, ist es wichtig, die unterschiedlichen Funktionen des Bezahldienstes zu kennen.
Unser Rat: Lassen Sie sich bei Geldgeschäften mit unbekannten Personen nicht unter Zeitdruck setzen. Eine angekündigte Überweisung ist noch kein bestätigter Zahlungseingang.
Quellen: El Día und Tenerife Weekly, 2. November 2026, unter Berufung auf eine Warnung der Guardia Civil. Ergänzende Sicherheitshinweise zu Bizum und Cyberbetrug: INCIBE.

