Die Immobilienpreise auf den Kanarischen Inseln entwickeln sich zunehmend unterschiedlich, wie ein aktueller Bericht von Drago Canarias zeigt. Im Jahr 2025 stiegen die Preise in einkommensschwachen Vierteln um bis zu 23,6 Prozent, während wohlhabendere Gegenden nur um 12,2 Prozent zulegten. Diese wachsende Kluft zwischen den Stadtteilen sorgt für erheblichen Druck auf die Wohnsituation vieler Bewohner.
Der Report „Evolution der Wohnungspreise in beliebten Vierteln der Kanarischen Inseln“ analysiert die Preisentwicklung in den vier bevölkerungsreichsten Gemeinden: Las Palmas de Gran Canaria, Santa Cruz de Tenerife, La Laguna und Telde. Während sich die Preissteigerungen 2023 noch relativ ausgeglichen zeigten – mit 9,6 Prozent in ärmeren Gegenden und 8,4 Prozent in wohlhabenderen – hat sich das Bild 2025 deutlich verschärft. Die Preise in wohlhabenden Vierteln stiegen nur noch um 3,2 Prozentpunkte, in den weniger privilegierten Gebieten jedoch um 14 Punkte.
Die Ursachen für diese Entwicklung sind laut Drago Canarias zweifach: Zum einen verlagert sich die Nachfrage von teuren Stadtzentren und Küstenlagen in traditionell erschwingliche Viertel. Steigende Preise in den Premiumlagen machen viele Immobilien für Durchschnittshaushalte unerreichbar. Zum anderen wenden sich Investoren zunehmend den günstigeren Vierteln zu, da dort die Renditeerwartungen höher sind. Dies führt zu verstärkter Spekulation und erhöhtem Preisdruck.
Carmen Peña, nationale Sprecherin von Drago Canarias, warnt vor den Folgen dieser Dynamik. Sie weist darauf hin, dass Immobilienagenturen verstärkt Werbung für Investitionen in Viertel wie Taco, Ofra, Escaleritas oder La Cuesta machen. Für die einheimische Bevölkerung werde die Lage dadurch immer prekärer. „Spekulation treibt viele Kanarier aus dem Archipel, besonders wenn die beliebteren Viertel betroffen sind. Menschen mit geringem Einkommen finden keine Alternativen mehr“, so Peña.
Ein Blick auf konkrete Zahlen unterstreicht die Problematik: In Santa Cruz de Tenerife stiegen die Preise im Viertel Ofra 2025 um 36,45 Prozent, in La Salud und Cuesta Piedra um 22,39 Prozent. Im Gegensatz dazu legten die wohlhabenden Gegenden Avenida Constitución und Palmetum nur um 8,95 Prozent zu. Ähnliche Trends zeigen sich in Las Palmas de Gran Canaria: La Paterna verzeichnete einen Preisanstieg von 22,15 Prozent, während Triana lediglich 8,52 Prozent zulegte.
Auch in La Laguna und Telde spiegeln sich diese Entwicklungen wider. In La Laguna stiegen die Preise im Barrio Nuevo um 19,40 Prozent, während das wohlhabendere La Vega nur 9,42 Prozent zulegte. In Telde kletterten die Preise in Callejón del Castillo und Las Huesas um 19,14 Prozent, deutlich über dem Durchschnitt der Gemeinde von 8 Prozent.
Die Daten basieren auf dem Notariats-Statistikportal und Einkommensdaten des Nationalen Statistikinstituts (INE). Trotz kleiner Abweichungen durch gemischte Postleitzahlengebiete geben sie ein genaues Bild der aktuellen Marktlage auf den Kanaren. Für Bewohner, Urlauber und Auswanderer bedeuten diese Entwicklungen steigende Lebenshaltungskosten und zunehmende Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche – besonders in beliebten, aber einkommensschwächeren Vierteln. Die wachsende Preisdifferenz zwischen den Stadtteilen ist ein deutliches Signal für die soziale Spaltung im Immobilienmarkt der Kanarischen Inseln.
Quelle: tenerifeweekly.com
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