Zahl der femiziden Gewalttaten in den Kanaren steigt auf 115 – Behörden (Policia Local)

Zahl der femiziden Gewalttaten in den Kanaren steigt auf 115

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Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

9 Mai, 2026

Die Zahl der femiziden Gewalttaten in den Kanaren hat mit dem Mord an María Gema, einer 57-jährigen Frau aus Santa Úrsula, einen neuen Höchststand erreicht. Ihre Ex-Partnerin tötete sie und verletzte dabei auch ihre Mutter schwer, die sich derzeit im Krankenhaus befindet. Der mutmaßliche Täter wurde in Untersuchungshaft genommen. Dieser tragische Vorfall ist nicht nur ein Einzelfall, sondern steht symptomatisch für eine besorgniserregende Entwicklung: In diesem Jahr wurden auf den Kanaren bereits 19 Frauen ermordet, und drei Kinder sind Opfer von Gewalt durch Angehörige geworden.

Die feministische Initiative auf Gran Canaria hat an diesem Freitag eine Protestveranstaltung abgehalten, um ihrer Wut und Trauer Ausdruck zu verleihen. Die Red Feminista, die sich für die Rechte von Frauen einsetzt, betont, dass die steigende Zahl der Gewalttaten gegen Frauen alarmierend ist. In einer Zeit, in der viele Menschen auf den Kanaren ein friedliches Leben suchen, ist es erschreckend zu sehen, wie Gewalt gegen Frauen die Gesellschaft weiterhin belastet. Die Proteste sind nicht nur eine Reaktion auf die jüngsten Ereignisse, sondern auch ein Aufruf an die gesamte Gemeinschaft, sich für eine Veränderung einzusetzen.

Die Organisation kritisiert die Untätigkeit der Behörden und fordert konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen. Mari Paz Bernal, eine Sprecherin der Red Feminista, hebt hervor, dass die Institutionen, insbesondere das Instituto Canario de Igualdad, nicht ausreichend reagieren. Diese Kritik ist besonders relevant, da viele auf den Kanaren, darunter auch die deutschsprachige Bevölkerung, sich in einem Umfeld bewegen, das von Toleranz und Respekt geprägt sein sollte. Die Untätigkeit der Behörden kann das Gefühl der Sicherheit für Frauen und Kinder stark beeinträchtigen und das Vertrauen in die gesellschaftlichen Strukturen untergraben.

Die feministische Bewegung fordert zudem eine umfassende Ausbildung in den Bereichen Justiz, Polizei, Gesundheit und Bildung, um die gesellschaftlichen Strukturen zu ändern, die solche Gewalttaten begünstigen. Die Red Feminista appelliert an die Gesellschaft, sich aktiv gegen alltäglichen Machismo zu stellen und nicht nur bei Vorfällen zu reagieren, sondern präventiv zu handeln. Dies ist von großer Bedeutung, auch für die deutschsprachige Gemeinschaft auf den Kanaren, die oft als Teil einer multikulturellen Gesellschaft agiert und sich in die lokale Kultur integrieren möchte.

Die Situation erfordert ein gemeinsames Handeln. Veranstaltungen und Diskussionsrunden könnten helfen, das Bewusstsein für diese Thematik zu schärfen. Auch die Integration von Präventionsmaßnahmen in Schulen und sozialen Einrichtungen könnte einen wichtigen Beitrag leisten. Es ist entscheidend, dass alle gesellschaftlichen Gruppen, unabhängig von ihrer Herkunft, zusammenarbeiten, um das Problem der Gewalt gegen Frauen anzugehen und eine Kultur des Respekts und der Gleichberechtigung zu fördern. Nur so kann sichergestellt werden, dass Frauen auf den Kanaren in einer sicheren Umgebung leben können.

Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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