In Puerto de la Cruz versammelten sich am Dienstag, dem 23. Juni, Experten, Forscher und Fachleute der Gartenbau-Branche, um bei der Veranstaltung „Aktuelle Herausforderungen und Perspektiven des kanarischen Gartenbaus“ zentrale Fragestellungen der Landwirtschaft auf den Kanarischen Inseln zu erörtern. Die Tagung fand im Komplex Costa Martiánez statt und wurde von der Spanischen Gesellschaft für Gartenbauwissenschaften (SECH), dem Cabildo von Teneriffa, dem Kanarischen Institut für Agrarforschung (ICIA) sowie der Universität La Laguna organisiert.
Der kanarische Landwirtschaftsminister Narvay Quintero eröffnete die Veranstaltung mit einem eindringlichen Appell, Forschung und Innovation eng mit der Praxis zu verbinden. Er betonte, dass angesichts der zunehmenden Wasserknappheit, neuer Schädlinge und Krankheitserreger sowie der Anpassung an den Klimawandel der Transfer von Wissen in die landwirtschaftlichen Betriebe unverzichtbar sei. „Die beste Investition in die Zukunft unseres Agrarsektors ist Wissen, und die beste Forschung ist die, die konkrete Probleme auf den Feldern löst“, sagte Quintero.
Die Gartenbauwirtschaft auf den Kanaren steht vor bedeutenden Herausforderungen, verfügt jedoch über starke Grundlagen: erfahrene Fachkräfte, engagierte Unternehmen sowie renommierte Forschungszentren. Quintero hob die besondere Rolle der Kanarischen Inseln als Standort für den Anbau tropischer und subtropischer Pflanzen hervor. Die einzigartigen klimatischen Bedingungen und die vielfältigen Landschaften bieten laut ihm optimale Voraussetzungen, die durch die Expertise des Sektors ergänzt werden.
Das Institut Canario de Investigaciones Agrarias (ICIA) wurde als zentrale Einrichtung für angewandte Forschung und Technologietransfer gewürdigt. Die Arbeit des Instituts ermöglicht es Landwirten, ihre Produktivität zu steigern, Pflanzengesundheit zu verbessern, Wasser effizienter einzusetzen und sich an gegenwärtige sowie zukünftige Herausforderungen anzupassen. Quintero unterstrich die Notwendigkeit der Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Verwaltungen, Wissenschaftseinrichtungen, Unternehmen und Praktikern, um den Gartenbau auf den Kanaren zukunftsfähig und wettbewerbsfähig zu gestalten und so zur Ernährungssouveränität der Inseln beizutragen.
Claudia Hernández Aguiar, Stadträtin für Bildung, Jugend und Inklusionspolitik von Puerto de la Cruz, betonte, dass Wissen nicht in Labors oder Universitäten verbleiben dürfe, sondern direkt zu den Betrieben und den Menschen im Feld gelangen müsse. Die öffentliche Hand spiele eine Schlüsselrolle dabei, Forschung zu fördern, neue Kooperationsmodelle anzustoßen und praxisnahe Lösungen für Unternehmen und Landwirte zu ermöglichen.
Judith Fernández Rodríguez, Leiterin des Technischen Dienstes für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung im Cabildo von Teneriffa, dankte den Partnerinstitutionen und den Fachleuten aus Wissenschaft und Praxis, die die Veranstaltung vorbereiteten. Die Tagung diente auch als Vorbereitung auf den kommenden Kongress der SECH.
Zentrale Themen der Veranstaltung waren aktuelle Herausforderungen wie die Ausbreitung neuer Schädlinge, beispielsweise Thrips parvispinus, der besonders Paprika und Zierpflanzen schädigt. Der Fokus lag zudem auf Innovationen bei Gartenbauprodukten und den Möglichkeiten der Präzisionslandwirtschaft, mit der sich Bewässerung und Wasserverbrauch optimieren lassen.
Der Vizepräsident der SECH und Professor an der Technischen Universität Cartagena, Juan Antonio Fernández Hernández, wies darauf hin, dass in einigen kanarischen Regionen intensiv Gemüse angebaut werde, was Umweltprobleme mit sich bringe. Diese ließen sich durch eine Diversifizierung der Kulturen mindern. Er hob zudem die Chancen hervor, die sich durch den Einsatz von entsalztem Wasser im Primärsektor ergeben. Studien hierzu sind bereits im Gange. Die Nutzung von entsalztem Wasser könnte Transportkosten und Umweltbelastungen reduzieren sowie die Produktion von lokalen Lebensmitteln fördern.
Der erste Vortrag der Tagung beschäftigte sich mit dem Schädling Thrips parvispinus. Der Agrarwissenschaftler Alfredo Lacasa Plasencia erläuterte, wie sich dieser Schädling auf die Gartenbaukulturen auswirkt und welche Maßnahmen zur Bekämpfung notwendig sind. Im weiteren Verlauf wurden Trends bei Innovationen im Gartenbau vorgestellt und diskutiert, wie moderne Technologien zur Effizienzsteigerung und Nachhaltigkeit beitragen können.
Die Veranstaltung in Puerto de la Cruz zeigt, wie wichtig eine enge Verbindung von Wissenschaft, Politik und Praxis für die Zukunft der kanarischen Gartenbauwirtschaft ist. Angesichts der klimatischen Herausforderungen und neuer Schädlinge setzen Forschung und Politik auf innovative Ansätze und Kooperationen, um die Landwirtschaft auf den Inseln widerstandsfähig und wettbewerbsfähig zu halten. Für Bewohner, Urlauber und Auswanderer auf den Kanaren bedeutet dies eine nachhaltige Sicherung lokaler Lebensmittelproduktion und den Erhalt einer wichtigen Wirtschaftsbranche in der Region.
Quelle: www3.gobiernodecanarias.org
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