Fuerteventura erlebt einen bedeutenden Wandel im Gesundheitswesen. Nach jahrelangen Protesten der Bevölkerung werden nun zentrale Forderungen umgesetzt, die das medizinische Angebot auf der Insel deutlich verbessern sollen. Der Bau eines Bunkers für die Strahlentherapie, der stationierte Rettungshubschrauber und die Vergabe der Planungsarbeiten für das künftige Centro de Atención Especializada (CAE) im Süden markieren den Beginn einer neuen Ära in der medizinischen Versorgung auf Fuerteventura.
Der Direktor des Gesundheitsbereichs Fuerteventura, Tomás Pérez, betont, dass in dieser Legislaturperiode erstmals Fortschritte bei der lang ersehnten Verbesserung der Gesundheitsinfrastruktur erzielt wurden. Er erinnert daran, dass die letzte Legislaturperiode ohne Fortschritte bei den Bauvorhaben verstrich. Die aktuellen Entwicklungen sind das Ergebnis von Bürgerprotesten vor etwa zehn Jahren, in denen eine würdige Gesundheitsversorgung auf der Insel gefordert wurde.
Ein zentrales Projekt ist der Strahlentherapie-Bunker, der mittlerweile rund 200 Patienten jährlich behandelt. Dieses Angebot erspart vielen Krebspatienten auf Fuerteventura lange und belastende Reisen aufs Festland oder zu anderen Inseln. Der medizinische Leiter hebt hervor, dass die Patienten nun eine Behandlung erhalten, die qualitativ mit der auf dem Festland vergleichbar ist, was ihre Lebensqualität erheblich verbessert.
Neben dem Bunker zählt auch die Einrichtung einer hemodynamischen Einheit und die Stationierung eines medizinisch ausgestatteten Hubschraubers zu den großen Fortschritten. Vor Einführung dieser Angebote mussten Patienten nach Herzinfarkten oft mehrere Tage auf einen Transport zur Katheterisierung warten. Diese Situation hat sich laut Pérez deutlich verbessert und verkürzt die Zeit bis zur medizinischen Intervention erheblich.
Das umfangreichste Projekt ist das neue Centro de Atención Especializada im Süden der Insel, dessen Planungsphase vor Kurzem vergeben wurde. Der südliche Bereich Fuerteventuras, insbesondere die Gemeinde Pájara, ist von der sogenannten doppelten Insellage besonders betroffen, da die Entfernung zu spezialisierten medizinischen Einrichtungen groß ist. Das neue Zentrum soll diese Versorgungslücke schließen und die medizinische Betreuung auf ein neues Niveau heben. Die Planungsphase ist auf neun Monate angesetzt, mit dem Ziel, den finalen Entwurf im ersten Quartal des kommenden Jahres vorlegen zu können. Anschließend sollen die Bauarbeiten ausgeschrieben werden.
Das zukünftige CAE wird eine Nutzfläche von 16.000 Quadratmetern haben, wobei die Gesamtfläche durch Flure, Verbindungswege und technische Bereiche größer ausfällt. Die Infrastruktur wird umfangreiche medizinische Leistungen anbieten, darunter Radiologie, Schmerztherapie, häusliche Krankenhausversorgung, Rehabilitation und Physiotherapie. Zudem sind drei kleine Operationssäle für ambulante Eingriffe geplant. Dieses Zentrum wird die medizinische Versorgung im Süden der Insel grundlegend verändern und deutlich verbessern.
Parallel zu diesem Großprojekt laufen weitere Maßnahmen: In Morro Jable wird das Gesundheitszentrum mit einem Budget von 225.000 Euro umfassend renoviert. Die Arbeiten umfassen Verbesserungen in der Notaufnahme, bessere Zugänglichkeit, modernisierte Schlafräume für Ärzte und Pflegepersonal sowie eine neue Fassade und verbesserte Bereiche für den Rettungsdienst. In Costa Calma wird der örtliche Gesundheitsstützpunkt erweitert, um dort vorübergehend die Hämodialyse anzubieten, bis das CAE in Betrieb geht. Derzeit gibt es im Süden keinen Hämodialyse-Service, was für Patienten bislang eine erhebliche Belastung darstellt.
Auch in Gran Tarajal arbeitet der Gesundheitsbereich an einer Erweiterung des bestehenden Gesundheitszentrums. Es wurde ein Grundstück neben dem Zentrum angekauft, um die Fläche um rund 4.600 Quadratmeter zu vergrößern und die Kapazität nahezu zu verdoppeln. Zwischenzeitlich wurden Räume angemietet, um Gesundheitsdienste wie psychische Betreuung, Frühförderung, Physiotherapie und Rehabilitation auszulagern und so die Belastung des aktuellen Gebäudes zu reduzieren.
Für den Ort Antigua plant die Gesundheitsbehörde die Einrichtung einer durchgehenden Notfallversorgung. Der bisherige Standort bietet keine Möglichkeit für den nötigen Ausbau, insbesondere eine Erweiterung in die Höhe ist wegen baulicher Herausforderungen ausgeschlossen. Die Suche nach geeignetem Grundstück gestaltete sich schwierig, da die Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung Antigua langwierig war. Erst im November wurde eine offizielle Anfrage für ein Grundstück neben dem Gesundheitszentrum gestellt.
Diese Entwicklungen zeigen, wie Fuerteventura nach Jahren des Stillstands nun wichtige Schritte unternimmt, um die medizinische Versorgung ihrer Bewohner nachhaltig zu verbessern. Die Bürger profitieren bereits von verkürzten Wegen und besseren Leistungen, und mit dem neuen CAE steht ein Großprojekt bevor, das die Gesundheitslandschaft der Insel grundlegend verändern wird.
Quelle: lavozdefuerteventura.com
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