In Las Palmas de Gran Canaria protestieren die städtischen Feuerwehrleute vor dem Rathaus gegen gravierende Missstände. Sie beklagen eine „völlig unzureichende“ Personaldecke und den „bedauernswerten Zustand“ des einzigen durchgängig betriebenen Feuerwachenstandorts der Stadt. Die Demonstration fand parallel zum ersten Streiktag der kommunalen Reinigungskräfte statt und zog auch Mitarbeiter aus den Bereichen Hausnotruf, Rettung und Wasserrettung mit an.
Der Dienst für Brandbekämpfung und Rettung (SEIS) in der Hauptstadt Gran Canarias warnt seit mehr als drei Jahren vor einem dramatischen Personalmangel. Die Feuerwehrleute fordern dringend mehr Einsatzkräfte, um den Anforderungen einer Millionenstadt gerecht zu werden. Aktuell sind von den offiziell vorgesehenen 175 Stellen nur etwa 80 besetzt. Dazu gehören 135 Feuerwehrleute und 40 Führungskräfte. In Kürze rechnen die Gewerkschaften mit weiteren Abgängen, die die Zahl auf rund 67 Einsatzkräfte reduzieren würden – weniger als die Hälfte des Solls.
Die Stadt verfügt über drei Feuerwachen. Allerdings ist seit dem vergangenen Jahr nur die Feuerwache im Stadtteil Miller Bajo in Betrieb. Die Wache in Vegeta bleibt seit Jahren geschlossen, ebenso wie die in La Isleta, die nur bei genügend Personal geöffnet wird. Die Verwaltung verweist darauf, dass die Wache in Vegeta seit vier Jahren saniert werde. Doch tatsächlich fehlt es an Personal, sodass die anderen beiden Standorte nicht regulär genutzt werden können.
Der Zustand der zentralen Feuerwache in Miller Bajo wird von den Feuerwehrleuten als alarmierend beschrieben. Von außen sind deutliche Schäden sichtbar: Abplatzender Putz, Netzabdeckungen an den Balkonen zur Sicherung vor herabfallenden Fassadenteilen. Im Inneren gibt es Feuchtigkeitsschäden, undichte Dächer, kaputte Wände und Decken sowie gesperrte Toiletten wegen technischer Mängel. Die Einsatzkräfte arbeiten rund um die Uhr unter diesen Bedingungen – ein Zustand, der sie beschämt und sogar davon abhält, ihre Familien mitzubringen.
Der Feuerwehr-Gewerkschafter Raúl Esclarín vergleicht die Feuerwache mit einem „Schloss der Schrecken“ oder einem „russischen Psychiatriegebäude aus den 60er Jahren“. Die Stadtverwaltung kündigt dagegen an, aktuell eine Ausschreibung für die Renovierung der Feuerwache im Wert von 2,1 Millionen Euro veröffentlicht zu haben. Dieses Projekt war bereits vor zwei Jahren von der Bürgermeisterin Carolina Darias und dem Präsidenten des Cabildo von Gran Canaria, Antonio Morales, angekündigt worden, ist jedoch wegen bürokratischer Hürden ins Stocken geraten.
Die geplanten Sanierungsarbeiten umfassen neue Umkleideräume, 20 Einzelzimmer, Erholungsbereiche sowie eine umfassende Erneuerung des Übungsturms. Zudem sollen behindertengerechte Toiletten, neue Elektro-, Sanitär- und Brandschutzanlagen sowie moderne Klimatisierungssysteme installiert werden. Die Erneuerung der Innen- und Außenbereiche ist ebenfalls vorgesehen. Allerdings rechnen die Verantwortlichen damit, dass die Arbeiten erst 2028 abgeschlossen sein werden.
Der Gewerkschaftsvertreter Esclarín bleibt skeptisch: Er sieht in den angekündigten 2,1 Millionen Euro nicht einmal genug Budget, um den Übungsturm vollständig zu sanieren. Die Feuerwehrleute fordern nicht nur bessere Arbeitsbedingungen, sondern auch eine deutliche Aufstockung des Personals. Sie warnen davor, dass im Sommer in der gesamten Stadt nur vier bis fünf Feuerwehrleute gleichzeitig einsatzbereit sein könnten, was die Sicherheit der Bevölkerung massiv gefährdet.
Für Bewohner, Urlauber und Auswanderer auf Gran Canaria bedeuten diese Probleme eine erhöhte Gefährdung im Brandfall und bei Notlagen. Die unzureichende Ausstattung und der Mangel an Einsatzkräften könnten die Reaktionszeiten verlängern und die Effektivität der Rettungsmaßnahmen einschränken. Die Situation verdeutlicht, wie wichtig Investitionen in die öffentliche Sicherheit und die Infrastruktur sind – gerade in einer touristisch stark frequentierten Inselhauptstadt wie Las Palmas.
Quelle: eldiario.es
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