Die Kanarischen Inseln stehen bis zum 6. Juli unter einer Warnung vor extrem hoher ultravioletter (UV) Strahlung. Nach Angaben der Agencia Estatal de Meteorología (AEMET) und der Dirección General de Salud Pública des Servicio Canario de la Salud (SCS) gilt dieses Risiko in 29 Gemeinden des Archipels. In den übrigen Gemeinden bleibt das UV-Risiko weiterhin sehr hoch. Betroffen sind Gemeinden auf allen acht Hauptinseln: La Palma, El Hierro, La Gomera, Teneriffa, Gran Canaria, Fuerteventura, Lanzarote sowie La Graciosa.
Die geografische Lage der Kanarischen Inseln nahe dem Äquator und die Höhenlage vieler Gemeinden führen zu ganzjährig besonders intensiver UV-Strahlung – dem höchsten Niveau in Spanien. Um die gesundheitlichen Folgen zu minimieren, hat die Gesundheitsbehörde einen Präventionsplan mit fünf Risikostufen von niedrig bis extrem entwickelt, der verbindliche Schutzmaßnahmen empfiehlt.
Die akuten gesundheitlichen Auswirkungen starker UV-Strahlung umfassen DNA-Schäden, Sonnenbrände, phototoxische und fotoallergische Reaktionen sowie eine Immunsuppression, die das Risiko für Infektionen und Krebs erhöhen kann. Langfristig steigt das Risiko für verschiedene Hautkrebsarten, darunter Melanom, Basalzell- und Plattenepithelkarzinom. Zudem können ungeschützte Augen durch UV-Strahlung geschädigt werden, was zu Erkrankungen wie Katarakt führen kann.
Besonders gefährdet sind Menschen mit heller Haut, solche, die sich häufig und lange im Freien aufhalten, ältere Personen, Menschen, die bestimmte Medikamente einnehmen (etwa Antibiotika oder hormonelle Präparate), sowie Personen mit familiärer Vorbelastung für Hautkrebs. Auch Kinder benötigen besonderen Schutz, da UV-Schäden kumulativ sind und Sonnenbrände im Kindesalter das Krebsrisiko im Erwachsenenalter deutlich erhöhen.
Die Gesundheitsbehörde empfiehlt bei extremem UV-Risiko, direkte Sonneneinstrahlung vollständig zu vermeiden. In Gemeinden mit sehr hohem Risiko sollten Schutzmaßnahmen strikt eingehalten werden: tägliche Anwendung von Sonnenschutzmitteln mit hohem Lichtschutzfaktor (mindestens SPF 50+), Aufenthalt im Schatten während der Mittagsstunden, das Tragen breitkrempiger Hüte, schützender Kleidung sowie geeigneter Sonnenbrillen. Diese Maßnahmen gelten ganzjährig und auch an bewölkten Tagen, da UV-Strahlen Wolken durchdringen.
Die betroffenen Gemeinden mit extremem Risiko umfassen unter anderem auf La Palma Barlovento, Garafía, Puntagorda, Puntallana, Tijarafe, El Paso, Villa de Mazo und Fuencaliente; auf El Hierro Valverde und El Pinar; auf La Gomera Alajeró; auf Teneriffa Santiago del Teide und Vilaflor de Chasna; auf Gran Canaria Artenara, Tejeda, Moya, Teror, Santa Brígida, Valleseco, Vega de San Mateo, Valsequillo, Ingenio, Agüimes, Santa Lucía de Tirajana, San Bartolomé de Tirajana und Mogán; auf Fuerteventura Antigua und Betancuria; auf Lanzarote Teguise und Haría sowie La Graciosa.
Die Dirección General de Salud Pública aktualisiert regelmäßig die Risikokarten des Archipels, um auf veränderte Wetterbedingungen reagieren zu können. Einwohner, Touristen und Berufstätige mit Sonnenexposition werden aufgefordert, die Warnungen aufmerksam zu verfolgen und die Schutzmaßnahmen konsequent umzusetzen, um akute und langfristige Gesundheitsschäden zu vermeiden.
Quelle: gomeratoday.com
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