Studie warnt: El Hierro und Gran Canaria verlieren bis zu 75 Prozent ihres Wassers auf Teneriffa (Wasserbecken Teneriffa)

Studie warnt: El Hierro und Gran Canaria verlieren bis zu 75 Prozent ihres Wassers

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Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

9 Juni, 2026

Die Kanarischen Inseln stehen vor einer dramatischen Wasserknappheit – so lautet das zentrale Ergebnis einer aktuellen Studie der Universität La Laguna (ULL) auf Teneriffa. Forschende prognostizieren für El Hierro bis zu 75 Prozent weniger natürliche Wasserreserven bis Ende dieses Jahrhunderts. Gran Canaria droht sogar ein nahezu vollständiges Austrocknen ihrer Wasservorräte im Norden und Zentrum. Der Klimawandel und steigende Temperaturen wirken sich massiv auf die Verfügbarkeit von Wasser auf den Inseln aus.

Das Team um den Klimaforscher Juan Carlos Santamarta Cerezal hat erstmals den natürlichen Wasserhaushalt der Kanaren mit einer hohen räumlichen Auflösung von 100 Metern analysiert. Dabei wurde die sogenannte FICLIMA-Methode angewandt, die globale Klimamodelle auf lokale Maßstäbe überträgt. Die Studie bewertet drei Zeiträume bis zum Jahr 2100 und berücksichtigt unterschiedliche Emissionsszenarien der Treibhausgase.

Das Ergebnis zeichnet ein düsteres Bild: Die durchschnittlichen Temperaturen steigen, was die Verdunstung verstärkt und die natürlichen Wasservorräte stark schrumpfen lässt. Besonders betroffen sind die westlichen Inseln, die heute noch relativ hohe Wasservorräte besitzen. El Hierro etwa könnte bis zu drei Viertel seiner Wasserreserven verlieren. Auch auf Teneriffa rechnen die Forscher mit einem Rückgang von etwa 50 Prozent, was einen Verlust von 50 bis 100 Litern Wasser pro Quadratmeter bedeutet.

Gran Canaria steht vor einer besonders ernsten Situation. Die Bergregionen im Norden und Zentrum könnten fast vollständig austrocknen, was gravierende Folgen für Landwirtschaft, Bevölkerung und Ökosysteme hat. Die östlichen Inseln Fuerteventura und Lanzarote leiden ohnehin unter hoher Trockenheit. Die Temperaturzunahme wird ihre Wasserknappheit zusätzlich verschärfen.

Neben den klimatischen Faktoren treibt auch die steigende Nachfrage durch Bevölkerungswachstum, intensiven Tourismus und landwirtschaftliche Nutzung die Wasserressourcen an ihre Grenzen. Die Küstengebiete verzeichnen bereits jetzt einen Wasserhaushalt nahe null, was den allgemeinen Wassermangel weiter verschärft.

Die Wissenschaftler fordern dringende Anpassungsmaßnahmen, um die Wasserversorgung langfristig sicherzustellen. Dazu zählen der Ausbau der Meerwasserentsalzung und die Wiederverwendung von Wasser. Diese Verfahren müssen jedoch energieeffizient gestaltet und mit erneuerbaren Energien gekoppelt werden, um nachhaltig zu sein. Zudem schlägt die Studie vor, in der Landwirtschaft auf wassersparende Bewässerungstechniken und trockenheitsresistente Pflanzen zu setzen. Kommunen sollten ihre Speicher- und Verteilnetze optimieren, um Verluste zu minimieren.

Die Studie mit dem Titel „Island water stress: analyzing Canary Islands’ hydrological response to climate change“ wurde mit dem internationalen Chris Binnie Award 2026 für nachhaltiges Wassermanagement ausgezeichnet. Alle Daten stehen öffentlich auf der Plattform SICMA-Canarias zur Verfügung. Die Forscher rufen die regionalen Behörden dazu auf, diese Erkenntnisse sofort in die Wasser- und Klimaplanungen einzubeziehen, um die Widerstandsfähigkeit der Inseln gegen die Wasserkrise zu stärken.

Für Bewohner, Urlauber und Auswanderer auf den Kanaren bedeutet die Wasserknappheit eine zunehmende Herausforderung. Einschränkungen in der Wassernutzung, höhere Kosten und eine verstärkte Notwendigkeit für nachhaltige Wassernutzung werden in den kommenden Jahrzehnten zur Realität gehören. Die Ergebnisse der Universität La Laguna unterstreichen die Dringlichkeit, die Wasserressourcen der Inseln besser zu schützen und anzupassen, bevor die Reserven weiter drastisch schrumpfen.

Quelle: diariodeavisos.elespanol.com
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Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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