Die Beschäftigten im Sanitätstransport der Kanarischen Inseln erhöhen den Druck auf die Behörden und Unternehmen, da die Tarifverhandlungen seit Wochen festgefahren sind. Die Mitarbeiter protestieren vor den Regierungssitzen in Santa Cruz de Tenerife und Las Palmas de Gran Canaria, um auf ihre Forderungen nach besseren Arbeits- und Gehaltsbedingungen aufmerksam zu machen. Dies wirkt sich unmittelbar auf die Notfallversorgung aus und wirft die Frage nach der Versorgungssicherheit auf.
Die Gewerkschaften kritisieren die Gesundheitsbehörde der Kanaren scharf, da diese nach ihrer Darstellung bislang keine Gespräche mit den Arbeitnehmervertretungen geführt habe, sondern nur mit den Arbeitgebern der Sanitätstransportkonzessionen. Die Beschäftigten beklagen einen Kaufkraftverlust von rund 25 Prozent und berichten, dass manche von ihnen trotz Vollzeitbeschäftigung unter dem spanischen Mindestlohn verdienen. Zudem wird die Qualifikation als „Techniker für medizinischen Notfalltransport“ nicht anerkannt, obwohl diese Ausbildung 2.000 Stunden umfasst. Nachtzuschläge werden mit lediglich 98 Cent pro Stunde vergütet. Auch die mangelhafte technische Ausstattung der Fahrzeuge beeinträchtigt die Dienstleistung und damit die Patientenversorgung.
Die letzte Verhandlungsrunde zwischen Arbeitnehmern, Arbeitgebern und der Gesundheitsbehörde fand Anfang Juni statt, seither stagniert der Dialog. Die Unternehmen weisen darauf hin, dass ohne zusätzliche finanzielle Mittel seitens der Verwaltung keine Lohnerhöhungen möglich seien. Vor diesem Hintergrund drohen die Beschäftigten mit einer Verschärfung ihrer Protestmaßnahmen, um den Druck zu erhöhen.
Parallel zu den Konflikten im Sanitätstransport informiert der Servicio Canario de la Salud (SCS) über bedeutende Fortschritte bei der Personalstabilisierung im öffentlichen Gesundheitsdienst der Inselgruppe. Die meisten der ausgeschriebenen Positionen für Fachärzte und medizinisches Personal wurden bereits besetzt. Insgesamt wurden über 1.300 feste Stellen für Fachärzte verschiedener Fachrichtungen vergeben. In nicht-ärztlichen Bereichen wurden mehr als 3.100 Stellen in einer ersten Vergaberunde besetzt. Für Juli ist die Vergabe weiterer Stellen vor allem in den Pflegeberufen und der Verwaltung geplant, was den Abschluss der ersten Vergaberunde mit knapp 5.400 Positionen bedeutet.
Dieser Schritt zur Festanstellung soll die Kontinuität und Qualität der Gesundheitsversorgung auf den Kanaren verbessern, insbesondere auch auf den kleineren Inseln, die oft mit Personalengpässen kämpfen. Insgesamt umfasst der Personalbestand des SCS mehr als 12.400 Planstellen, von denen knapp 9.900 durch interne Auswahlverfahren besetzt werden können. Begleitend zu den laufenden Stellenbesetzungen schreitet auch die Ausarbeitung von Kriterien zur Weiterentwicklung der Pflegefachkategorien voran, um die Berufsstruktur zu modernisieren.
Die aktuellen Arbeitskämpfe im Sanitätstransport stehen somit im Spannungsfeld zwischen den Bemühungen der öffentlichen Gesundheitsverwaltung, die Personalstruktur auf solide Beine zu stellen, und den Forderungen der Beschäftigten nach fairer Bezahlung und Anerkennung. Für die Bevölkerung der Kanaren kann sich daraus kurzfristig eine Belastung der Notfallversorgung ergeben, wenn sich die Proteste verschärfen. Für Patienten und Angehörige ist daher die Entwicklung in den kommenden Wochen von besonderer Bedeutung.
Der nächste wichtige Termin im Tarifkonflikt ist bisher nicht bekannt, ebenso bleibt unklar, ob und wann eine weitere Verhandlungsrunde stattfinden wird. Das Gesundheitsministerium plant zeitgleich eine gesonderte Sitzung, um Verbesserungen der Arbeitsbedingungen für Ärztinnen und Ärzte zu diskutieren, die ebenfalls von den Streiks betroffen sind. Damit zeigt sich, dass der öffentliche Gesundheitssektor auf den Kanarischen Inseln vor einem komplexen Umbruch steht, der weitreichende Auswirkungen auf Mitarbeiter und Patienten haben wird.
Quelle: diariodeavisos.elespanol.com
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