Die kanarische Oppositionspartei PSOE hat der Regionalregierung vorgeworfen, die Wohnungsbaukrise auf den Inseln nicht angemessen zu bewältigen. Patricia Hernández, Abgeordnete der PSOE, bezweifelt die offiziellen Angaben der Regierung, die von über 4.000 öffentlich geförderten Wohnungen in Planung oder Bau spricht. Ihrer Darstellung zufolge gibt es aktuell nur 898 tatsächlich im Bau befindliche öffentliche Wohnungen.
Hernández präzisiert, dass davon 519 durch das Kanarische Wohnungsinstitut und 379 durch die staatliche Gesellschaft Visocan errichtet werden. Rund 100 Wohnungen entstammen einem Projekt der vorherigen PSOE-Regierung im Stadtteil La Gallega in Santa Cruz de Tenerife. Seit Ausrufung des Wohnungsnotstands seien lediglich 52 geschützte Wohnungen genehmigt worden, obwohl mehr als 4.000 Anträge vorliegen.
Die Abgeordnete kritisiert zudem, dass die Regierung seit Amtsantritt keine umfassende Bestandsaufnahme von leerstehenden Wohnungen vorgelegt hat und es an einem wirksamen Plan zur Aktivierung dieser Bestände fehlt. Auch die angespannten Mietpreise und die steigende Wohnungsnot sieht Hernández als Folge einer Politik, die ihrer Ansicht nach eher wirtschaftliche Interessen als die Bedürfnisse der Bevölkerung in den Vordergrund stellt. Die Einführung von Mietpreisbremsen werde bislang verweigert, während Maßnahmen zugunsten von Immobilienunternehmen umgesetzt würden.
Der kanarische Bauminister Pablo Rodríguez wies die Vorwürfe zurück. Er betonte, dass das Kanarische Wohnungsinstitut mit einem Rekordbudget ausgestattet sei und die Regierung aktiv an mehr als 4.000 öffentlichen Wohneinheiten in verschiedenen Bauphasen arbeite. Zudem verwies er auf laufende Hilfen für über 8.200 Familien, die Mietzuschüsse erhalten, sowie Anreize zur Nutzung leerstehender Wohnungen.
Rodríguez kündigte außerdem zukünftige Initiativen an, darunter den Kanarischen Wohnungsplan für 2026 bis 2030 und eine neue Hypothekenförderung speziell für junge Menschen. Diese Programme sollen der Wohnungsnot gezielt entgegenwirken und den sozialen Wohnungsbau weiter stärken.
Die Wohnungsnot auf den Kanaren bleibt ein drängendes Problem für viele Einwohner, da die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum hoch und die Mietpreise stetig gestiegen sind. Die aktuellen politischen Auseinandersetzungen spiegeln die Spannung zwischen kurzfristigen Lösungsansätzen und langfristiger Strategie wider. Der Umgang mit leerstehenden Immobilien sowie die Frage, wie schnell neue Wohnungen realisiert werden können, stehen dabei im Mittelpunkt der Debatte.
In den kommenden Monaten wird sich zeigen, ob die geplanten Maßnahmen ausreichen, um den Wohnungsmarkt zu entspannen. Die Opposition fordert mehr Transparenz und eine konsequentere Umsetzung, während die Regierung auf ihre umfangreichen Projekte und Förderprogramme verweist. Die öffentliche Diskussion bleibt somit lebhaft und fokussiert auf die konkrete Verbesserung der Lebenssituation vieler Kanarenfamilien.
Quelle: tenerifeweekly.com
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