Die kanarische Regierung hat seit Beginn der laufenden Legislaturperiode 200 Anträge auf vorläufige Einstufung für insgesamt 4.047 geschützte Wohnungen erhalten. Diese Zahlen markieren eine klare Trendwende und belegen die Wiederbelebung der Sozialwohnungsförderung auf den Kanarischen Inseln nach über zehn Jahren mit geringem Bauvolumen. Die vorläufige Einstufung ist dabei ein zentraler Schritt, der es Bauprojekten erlaubt, unter das öffentliche Schutzregime zu fallen, bevor mit der Errichtung der Gebäude begonnen wird.
Zwischen 2021 und 2023 lagen die Antragszahlen noch auf niedrigem Niveau: 2021 wurden lediglich drei Anträge für 112 Wohnungen gestellt, 2022 waren es zwei für 78 Wohnungen, und 2023 stiegen die Zahlen erstmals auf 14 Anträge für 414 Wohnungen. Ab 2024 setzte dann ein deutlicher Anstieg ein, der mit den politischen Maßnahmen der Regierung einhergeht. In diesem Jahr wurden 75 Anträge für 2.004 Sozialwohnungen gestellt, für 2025 sind 95 Anträge mit 1.589 Wohneinheiten verzeichnet, und im ersten Halbjahr 2026 liegen bereits 30 Anträge für 454 Wohnungen vor.
Diese Entwicklung ist eng mit den gesetzlichen Reformen verbunden, die unter anderem die Verwaltungsprozesse vereinfachen, die Rechtssicherheit erhöhen und die Investitionsbedingungen verbessern sollen. Die kanarische Regierung hat zwei Dekrete zur Förderung von Sozialwohnungen erlassen, von denen eines bereits in ein Gesetz umgewandelt wurde. Ein wichtiger Bestandteil dieser Reformen ist die Anpassung des „Módulo Básico Canario“ an die tatsächlich anfallenden Baukosten auf den Inseln, was die Wirtschaftlichkeit der Projekte deutlich verbessert und die Bauindustrie motiviert.
Die vorläufige Einstufung dient als Indikator für die Dynamik im Sozialwohnungsbau, da sie den Bauherren die Möglichkeit gibt, staatliche Förderungen und Schutzregeln zu nutzen, bevor sie mit der Realisierung der Wohnungen beginnen. Sie kann von privaten, öffentlichen oder gemeinschaftlichen Trägern beantragt werden und ist damit ein wichtiger Hebel, um den dringend benötigten Wohnraum zu schaffen.
Für die kommenden Jahre plant die kanarische Regierung, die Reformen weiterzuführen und den Dialog mit der Bauwirtschaft fortzusetzen, um die Rahmenbedingungen kontinuierlich an die Marktgegebenheiten anzupassen. Die jüngsten Zahlen lassen darauf schließen, dass sich die Bautätigkeit im Bereich der Sozialwohnungen weiter verstärken wird, was langfristig einen positiven Einfluss auf die Wohnraumsituation auf den Kanaren haben dürfte.
Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass durch gezielte politische Maßnahmen und gesetzliche Anpassungen ein Umfeld entsteht, das Investitionen in den Sozialwohnungsbau fördert und gleichzeitig die soziale Infrastruktur der Inseln stärkt. Für Einwohner, Auswanderer, Immobilienentwickler und Politikinteressierte ist dies ein bedeutendes Signal für die Zukunft des Wohnungsmarktes auf den Kanarischen Inseln.
Quelle: www3.gobiernodecanarias.org
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