Die Wohnungsnot auf den Kanarischen Inseln, insbesondere auf Fuerteventura, wird durch die zunehmenden illegalen Siedlungen verschärft. Manuel Miranda, der kanarische Verantwortliche für Territorialpolitik, Kohäsion und Wasser, hat koordinierte Maßnahmen angekündigt, um dem Wachstum dieser Siedlungen entgegenzuwirken, ohne dabei den ländlichen Boden zu schädigen. Die Interventionen sollen alle Gemeinden der Insel umfassen und richten sich vor allem gegen weiterhin expandierende illegale Siedlungsgebiete.
Besonders betroffen ist unter anderem der Ort Gran Tarajal, wo sich ein bekannter Fall illegaler Bebauung an der Ortseinfahrt befindet. Dieses Gebiet ist momentan aufgrund eines Gerichtsverfahrens, das durch die Staatsanwaltschaft eingeleitet wurde, administrativ blockiert. Die Problematik geht über einzelne illegale Behausungen hinaus und betrifft vor allem illegal parzellierte Flächen im ländlichen Raum, auf denen ganze Wohnsiedlungen ohne grundlegende Infrastruktur wie Wasser- und Abwasseranschluss entstanden sind. Ähnlich gelagerte Fälle wurden auch auf anderen Inseln festgestellt, teils mit Immobilien, die als Zweit- oder Ferienwohnungen genutzt werden und somit eine gewerbliche Nutzung nahelegen.
Eine zentrale Rolle spielt dabei die geplante Überarbeitung der Ley del Suelo, die bereits vom kanarischen Kabinett verabschiedet und nun dem Beratenden Rat vorgelegt wurde. Voraussichtlich ab September wird diese Gesetzesänderung im Parlament behandelt. Wesentliche Neuerungen sind unter anderem eine Verschärfung des Sanktionsregimes sowie die Verlängerung der Verjährungsfrist für städtebauliche Verfahren von vier auf acht Jahre. Diese Maßnahmen sollen verhindern, dass Verstöße gegen die Bauvorschriften ungestraft bleiben, und die Abschreckungswirkung der Gesetzgebung erhöhen.
Vor der Verhängung von Sanktionen setzt die zuständige Agentur für den Schutz des Naturraums zunächst auf freiwillige Rückbauverfahren, bei denen die Verantwortlichen illegale Bauten eigenständig entfernen und das Gelände wiederherstellen sollen. Scheitert dieser Schritt, können die Verfahren bis hin zu Strafverfahren wegen Verstößen gegen die Raumordnung weitergeführt werden.
Mit den geplanten Maßnahmen will die Regierung eine Balance finden zwischen dem dringenden Wohnraumbedarf der Bevölkerung und dem Schutz des natürlichen Territoriums, das als Grundlage für die Zukunft der Inseln gilt. Die Herausforderung besteht darin, den Ausbau von illegalen Siedlungen einzudämmen und gleichzeitig die Wohnungsnot sozial verträglich zu adressieren. Die kommenden Monate werden zeigen, wie effektiv die neuen Instrumente in der Praxis wirken und wie schnell die Verwaltung die identifizierten Siedlungen auf Fuerteventura und weiteren Kanareninseln in den Griff bekommt.
Quelle: lavozdefuerteventura.com
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