Die Arbeitslosigkeit auf den Kanarischen Inseln ist im Juli um 1.759 Personen oder 1,2 Prozent auf insgesamt 144.168 Arbeitslose angestiegen. Damit wurde erstmals seit 2007 wieder ein Anstieg in diesem Monat verzeichnet. Trotz dieses monatlichen Zuwachses bleibt die Zahl im Jahresvergleich um 6.920 Personen beziehungsweise 4,6 Prozent niedriger. Diese Entwicklung markiert eine Ausnahme im langjährigen Trend, da die Arbeitslosigkeit im Juli seit Beginn der vergleichbaren Statistik im Jahr 1996 meist zurückgegangen ist.
Der Anstieg in diesem Juli ist der höchste seit 2019 und fällt in eine Zeit, in der saisonal bedingt normalerweise weniger Arbeitslose gemeldet werden. Besonders betroffen ist der Dienstleistungssektor, in dem die Zahl der Arbeitslosen um 1.899 Personen oder 1,68 Prozent stieg. Auch in der Landwirtschaft und im Baugewerbe gab es leichte Zuwächse, während die Arbeitslosigkeit in der Industrie und bei Personen ohne vorherige Berufserfahrung zurückging. Dienstleistungen bleiben mit 114.656 Arbeitslosen der mit Abstand größte Bereich, gefolgt vom Bau mit 11.475.
Die Geschlechterverteilung zeigt ebenfalls Unterschiede: Von den insgesamt 144.168 Arbeitslosen waren 83.558 Frauen, deren Zahl im Vergleich zum Vormonat um 1.422 Personen oder 1,7 Prozent wuchs. Die Zahl der arbeitslosen Männer stieg um 337 Personen oder 0,6 Prozent auf 60.610. Bei den jüngeren Arbeitslosen unter 25 Jahren ging die Arbeitslosigkeit um 412 Personen zurück, während bei den über 25-Jährigen ein Anstieg um 2.171 Personen zu verzeichnen war.
Regional betrachtet stieg die Arbeitslosenzahl in beiden Provinzen der Kanaren. Der Zuwachs war in der Provinz Las Palmas mit 1.321 Personen größer als in Santa Cruz de Tenerife, wo 438 Arbeitslose mehr registriert wurden. Im Vergleich zu anderen spanischen Regionen zeigten sich stärkere Anstiege in Katalonien, der Valencianischen Gemeinschaft und Madrid, während in Andalusien, Extremadura und Kantabrien die Arbeitslosenzahlen zurückgingen.
Bei den Vertragsarten ließ sich im Juli ein Rückgang der Gesamtverträge um 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr beobachten. Innerhalb dessen stiegen unbefristete Arbeitsverträge um 3,6 Prozent auf 30.201 an, während befristete Verträge um 4,5 Prozent auf 40.057 zurückgingen. Der Anteil der befristeten Verträge lag im Juli bei 57,01 Prozent, leicht höher als im Vormonat.
Die aktuelle Entwicklung weist auf saisonale oder wirtschaftliche Schwankungen hin, die vor allem den Dienstleistungsbereich betreffen – ein wichtiger Wirtschaftssektor für die Kanaren, die stark vom Tourismus abhängig sind. Die künftig zu beobachtende Entwicklung der Arbeitslosenzahlen und Vertragsformen wird wichtige Hinweise auf die Stabilität des Arbeitsmarktes und die gesamtwirtschaftliche Lage geben. Arbeitgeber, Arbeitnehmer und politische Entscheidungsträger sind daher gut beraten, die nächsten Monate genau zu analysieren, um geeignete Maßnahmen zur Sicherung der Beschäftigung zu ergreifen.
Quelle: diariodeavisos.elespanol.com
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