Neue archäologische Funde in El Bebedero erweitern Wissen über Lanzarotes Frühgeschichte in Inseln (Fallback Lanzarote)

Neue archäologische Funde in El Bebedero erweitern Wissen über Lanzarotes Frühgeschichte

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Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

11 August, 2026

Im Sommer 2026 wurden auf dem archäologischen Gelände El Bebedero im Gemeindegebiet von Teguise neue Entdeckungen gemacht, die das Verständnis der frühen Besiedlung Lanzarotes vertiefen. Die Arbeiten dauerten vier Wochen ab Mitte Juli und setzen eine seit 1985 laufende Forschungslinie fort, die für die Erforschung der Protohistorie der Kanaren als zentral gilt.

Finanziert wurde das Projekt durch eine Förderung der Gemeinde Teguise, die in Zusammenarbeit mit der Fundación Canaria Universitaria de Las Palmas durchgeführt wurde. Die wissenschaftliche Leitung lag bei Dr. Pablo Atoche Peña, Professor für Vorgeschichte an der Universität Las Palmas de Gran Canaria, der ein multidisziplinäres Archäologenteam koordinierte.

Ein bedeutender Fund ist die vollständige Freilegung einer komplexen indigenen Wasseranlage, die bislang als einzigartig in der kanarischen Protohistorie gilt. Diese Anlage umfasst einen großen gepflasterten Bereich zur Sammlung von Regenwasser, das zu einem bereits früher entdeckten Zisternenbau geleitet wird. Ergänzt wird das System durch Filterbecken und Kanäle, was auf ein ausgeprägtes technisches Wissen der damaligen Bewohner hinweist. Die Datierung der Struktur reicht vom 1. Jahrhundert vor bis zum 4. Jahrhundert nach Christus.

Diese Entdeckung unterstreicht, dass die ersten Gemeinschaften Lanzarotes fortschrittliche Lösungen entwickelten, um die knappen Wasserressourcen in ihrem trockenen Klima nachhaltig zu nutzen.

Darüber hinaus wurde die tiefste archäologische Schicht des Fundortes erreicht, aus der neue Funde stammen. Dazu zählen Knochenreste von Ziegen und Schafen sowie handgefertigte Keramikscherben. Diese Materialien sollen durch weitere Untersuchungen genauer datiert werden, was auf eine Besiedlung mehrere Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung hindeuten könnte.

Auch die Dokumentation von zwei bereits früher entdeckten Wohnräumen wurde abgeschlossen, wodurch sich das Bild der damaligen Siedlungsstruktur verbessert. Zusammen mit den Funden aus dem nahegelegenen Fundort Buenavista liefern die Ergebnisse Hinweise auf die Verbindungen zwischen den einheimischen Gemeinschaften Lanzarotes und den antiken Mittelmeerkulturen, insbesondere der römischen Welt.

Unter den zahlreichen Artefakten finden sich Überreste von Haustieren wie Ziegen, Schafen, Schweinen und Hunden sowie von Meeres- und Vogelarten, was auf eine vielfältige Wirtschaftsweise hindeutet. Besonders auffällig sind Bruchstücke römischer Amphoren, die zwischen dem 2. Jahrhundert vor und dem 4. Jahrhundert nach Christus datiert sind. Diese Gefäße dienten dem Transport von Produkten wie Wein und Öl und belegen den Import von Gütern aus dem Mittelmeerraum.

Ein fast vollständiges Amphorenexemplar war bereits in früheren Grabungen gefunden worden, was die Bedeutung des Ortes als Station auf antiken Handelsrouten bestätigt. Die Forschenden gehen davon aus, dass über rund fünf Jahrhunderte ein kontinuierlicher Austausch zwischen den lokalen Bewohnern und römischen Händlern oder Seefahrern stattfand.

Vermutlich wurden von Lanzarote Wasser, getrocknetes Fleisch oder Tierhäute exportiert, während Wein, Öl sowie Metall- und Glaswaren importiert wurden. Diese Befunde zeigen, dass die Kanaren keineswegs isoliert waren, sondern Teil eines größeren Handelsnetzwerks.

Die Kampagne 2026 zeichnete sich zudem durch den Einsatz moderner Technologien aus, darunter 3D-Laserscanning, Drohnen und digitale Photogrammetrie. Diese Methoden ermöglichten eine präzise Dokumentation des Geländes und der einzelnen Grabungsphasen in dreidimensionaler Form.

Zurzeit läuft eine umfassende Analyse aller Funde mit Experten aus den Bereichen Biologie, Paläontologie und Archäometrie, um die Ergebnisse fachübergreifend zu interpretieren.

Die Gemeinde Teguise betont die Bedeutung der fortgesetzten Förderung solcher Forschungen, die helfen, die Ursprünge der Insel besser zu verstehen. El Bebedero gilt als einer der wichtigsten historischen Orte der Region.

Neben der wissenschaftlichen Arbeit wurden während der Grabungssaison auch Führungen für die Öffentlichkeit angeboten, die in Zusammenarbeit mit dem Historischen Archiv von Teguise und der Kulturvereinigung Pueblo Maho organisiert wurden. So sollen die Erkenntnisse der Bevölkerung nähergebracht und das kulturelle Erbe gestärkt werden.

Zukünftig ist geplant, die Ausgrabungen fortzusetzen und die Schutzmaßnahmen für den Fundort weiter auszubauen, um die wissenschaftlichen und kulturellen Werte dauerhaft zu bewahren.

Quelle: laprovincia.es
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Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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