Das Boreal Festival findet in diesem Jahr vom 16. bis 20. September in Los Silos auf Teneriffa statt und etabliert sich erneut als kultureller Höhepunkt mit einem besonderen Schwerpunkt auf Zugänglichkeit, Gleichberechtigung und Nachhaltigkeit. Bereits zum neunzehnten Mal bietet das Festival nicht nur musikalische Unterhaltung, sondern setzt Maßstäbe durch sein ganzheitliches Konzept, das soziale und ökologische Verantwortung miteinander verbindet.
Ein zentrales Anliegen des Festivals ist die umfassende Barrierefreiheit. Dafür wurde ein detailliertes Protokoll entwickelt, das Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen den uneingeschränkten Zugang zu allen Veranstaltungen ermöglicht. So gibt es speziell reservierte Sichtbereiche für Besucher mit eingeschränkter Mobilität, ausgewiesene Parkplätze sowie Leihmöglichkeiten für Rollstühle und Gehhilfen. Auch kognitive Barrieren werden berücksichtigt: Klare Beschilderungen, geräuschdämpfende Kopfhörer und leicht verständliche Informationsmaterialien erleichtern die Orientierung und Teilnahme. Für Hörgeschädigte stehen unterstützende Technologien wie Gebärdensprachdolmetscher und speziell angepasste Soundsysteme bereit.
Der ‚Punto Naranja‘, ein Informationszentrum auf der Plaza de la Luz, ist an den Tagen 18. und 19. September von 10:00 bis 22:00 Uhr geöffnet. Zudem bewegt sich eine mobile Version dieses Anlaufpunkts zwischen den Veranstaltungsorten, um Besucher direkt vor Ort zu unterstützen. Interessierte können sich vorab auf der Festival-Website oder per E-Mail anmelden, um spezielle Hilfen in Anspruch zu nehmen.
Das Festival verfolgt zudem einen konsequenten Gleichstellungsplan, der Diskriminierung im Kreativbereich bekämpft. Er garantiert gleiche Chancen bei Programmgestaltung und Führungspositionen, setzt die gleiche Bezahlung für vergleichbare Tätigkeiten durch und fördert eine inklusive Sprache. Sichere Räume werden eingerichtet, um Gewalt gegen Frauen und marginalisierte Gruppen zu verhindern. Der ‚Punto Violeta‘ bietet Betroffenen Unterstützung an. Sexistische, rassistische oder homophobe Inhalte sind auf dem Festival nicht erlaubt, und die Diskussionen zum Thema Gender werden aktiv gefördert.
Auch der Umweltaspekt spielt eine entscheidende Rolle. Ein Nachhaltigkeitsplan mit strengen Umweltprüfungen soll die ökologischen Auswirkungen minimieren. Dabei werden lokale Ressourcen bevorzugt, Einwegplastik vermieden, Abfälle effizient getrennt und das Programm so gestaltet, dass die heimische Tierwelt respektiert wird.
Künstlerisch setzt das Boreal Festival in diesem Jahr besondere Akzente. Die Schriftstellerin Andrea Abreu erhält den Boreal-Preis für ihre Verdienste um die ländliche Kultur und gesellschaftliche Veränderung. Darüber hinaus wird eine Einzelausstellung des portugiesischen Künstlers Diogo Machado, auch bekannt als Add Fuel, gezeigt. Musikalisch bereichern unter anderem der britische Künstler Daddy G, die kolumbianische Band Aterciopelados sowie die südafrikanische Gruppe BCUC das Programm.
Das Boreal Festival bleibt damit eine innovative Plattform, die kulturelle Vielfalt mit sozialer und ökologischer Verantwortung verbindet und den Kanarischen Inseln eine besondere Position im spanischen Festivalgeschehen sichert. Für Besucher aus der Region, Urlauber und Auswanderer bietet es eine Gelegenheit, vielfältige Kunst und Musik in einem inklusiven und nachhaltigen Rahmen zu erleben.
Quelle: tenerifeweekly.com
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