Die kanarische Regierung hat mit der Einrichtung des CSIRT-CAN, des ersten kanarischen Zentrums für Cybersicherheit, einen wichtigen Schritt zum Schutz der öffentlichen Verwaltungen gegen Cyberangriffe unternommen. Dieses neue Zentrum wurde 2024 ins Leben gerufen und wird mit 7,49 Millionen Euro aus europäischen Resilienzfonds finanziert. Ziel ist es, die Sicherheitslage in den Verwaltungen der Inseln zu verbessern sowie die Prävention, Erkennung und Reaktion auf Cybervorfälle zu stärken.
Bereits sechs der sieben Inselräte haben sich dem CSIRT-CAN angeschlossen, nur Fuerteventura steht kurz vor dem Beitritt, sobald administrative Formalitäten abgeschlossen sind. Zusätzlich sind etwa 50 Gemeinden in das Schutznetzwerk integriert. Die Behörden stellen den Kommunen kostenfrei Schutztools und Sicherheitssoftware zur Verfügung, darunter Perimeterschutzsysteme und Sensoren zur Risikoerkennung.
Mit der technischen Infrastruktur in Betrieb geht das Projekt nun in eine zweite Phase, die vor allem auf kontinuierliche Beratung, Erfahrungsaustausch und die Ausbildung von Verwaltungsmitarbeitern abzielt. Die Sensibilisierung und Schulung der Beschäftigten, auch jener ohne IT-Hintergrund, ist entscheidend, da die meisten gravierenden Sicherheitslücken durch alltägliche menschliche Fehler entstehen, etwa das unbeabsichtigte Öffnen von Phishing-Mails.
Die Bedrohung durch Cyberangriffe auf öffentliche Einrichtungen und Unternehmen ist konstant und hochprofessionell. Anders als früher agieren die Angreifer heute in organisierten Strukturen und nutzen fortschrittliche Techniken, einschließlich künstlicher Intelligenz, um massenhaft und kontinuierlich Angriffe durchzuführen. Das CSIRT-CAN setzt deshalb auf ein präventives Modell mit intelligenter Risikoerkennung, das Angriffe frühzeitig erkennt und Zugänge sperrt, bevor Schäden entstehen.
Das Zentrum ist eng mit nationalen Sicherheitsbehörden vernetzt und kann bei einem erkannten Angriff innerhalb von rund sechs Stunden die betroffenen Gemeinden warnen, damit diese ihre externen Verbindungen vorübergehend schließen und eine Ausbreitung der Attacken verhindern können. Die Umsetzung erfolgt durch die Firmen Globalan Telecomunicaciones, S2 Grupo und TRC, die gemeinsam das Projekt realisieren.
Darüber hinaus bietet das CSIRT-CAN eine Online-Plattform, die die Überwachung der Cybersicherheit erleichtert und Mitarbeiterschulungen mit praktischen Übungen unterstützt. Aktuelle Sicherheitshinweise, etwa zu Angriffen auf Smartphones – die persönliche und berufliche Daten enthalten und zunehmend Ziel von Angriffen wie Smishing oder Malware sind – werden dort ebenfalls bereitgestellt. Um die Sicherheit mobiler Geräte zu erhöhen, wird empfohlen, sichere Entsperrmethoden zu verwenden, Systeme und Apps stets aktuell zu halten und Apps nur aus offiziellen Quellen zu installieren.
Ein aktuelles Beispiel für Cyberangriffe ist eine Smishing-Kampagne, die sich als Nachricht der spanischen Sozialversicherung ausgibt, um Nutzer durch betrügerische Links auf gefälschte Webseiten zu locken. Solche Vorfälle unterstreichen die Notwendigkeit eines umfassenden Schutzes und einer gut informierten Verwaltung, wie sie das CSIRT-CAN fördert.
Mit dieser Initiative erhält die öffentliche Verwaltung der Kanarischen Inseln einen modernen, zentral gesteuerten Schutzschild gegen Cyberbedrohungen. Die nächsten Schritte sehen vor, die verbleibenden Inselräte und weitere Gemeinden zu integrieren sowie die Schulungsangebote kontinuierlich auszubauen, um die Verwaltungen noch widerstandsfähiger gegenüber digitalen Angriffen zu machen.
Quelle: laprovincia.es
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