In den letzten Wochen hat die Kanarische Seismische Netzwerkanlage (INVOLCAN) auf Teneriffa eine auffällige Zunahme seismischer Aktivitäten registriert. Seit dem 7. Februar 2026 wurden mehrere Tausend Erdbebenereignisse aufgezeichnet, wobei mehr als 1.500 dieser Ereignisse präzise lokalisiert werden konnten. Die Mehrheit dieser Erschütterungen sind jedoch keine klassischen vulkanisch-tektonischen Erdbeben, sondern so genannte hybride Ereignisse.
Die meisten dieser seismischen Aktivitäten konzentrieren sich im westlichen Bereich der Caldera von Las Cañadas, insbesondere in der Nähe des Pico Viejo. Diese Erdbeben ereigneten sich in Tiefen zwischen 6 und 13 Kilometern. Im Vergleich zu den durchschnittlich 30 Erdbeben pro Woche, die auf Teneriffa normalerweise verzeichnet werden, stellt die aktuelle Aktivität eine signifikante Abweichung dar. Dennoch ist es wichtig zu wissen, dass in vulkanischen Systemen Phasen erhöhter Aktivität und ruhigere Zeiten durchaus normal sind.
Aktuell zeigt die seismische Aktivität jedoch einen Rückgang. Ab dem 27. Februar 2026 verringerte sich die Anzahl der registrierten Erdbeben erheblich und bewegt sich nun wieder innerhalb des normalen Hintergrundrauschens, das für die Insel typisch ist. Die meisten der zuletzt aufgezeichneten Ereignisse hatten sehr geringe Amplituden und waren nur durch hochsensible seismische Instrumente nachweisbar. Frequenzen dieser Erdbeben sind so niedrig, dass sie vom menschlichen Ohr nicht wahrgenommen werden können. Um das Verständnis zu erleichtern, hat das Instituto Volcanológico de Canarias (INVOLCAN) einige dieser Ereignisse in sozialen Medien sonifiziert, indem sie die Frequenzen um das Hundertfache erhöhten, damit sie hörbar werden.
Die Ursachen für diesen Anstieg der seismischen Aktivitäten sind wahrscheinlich auf Bewegungen von hydrothermalen Flüssigkeiten in der Tiefe zurückzuführen. Diese Veränderungen sind das Ergebnis einer Druckerhöhung im bestehenden hydrothermalen System der Insel sowie der Injektion von flüchtigen Stoffen aus tiefen magmatischen Kammern. Es ist jedoch beruhigend zu wissen, dass dieser Anstieg der sismischen Aktivitäten keine unmittelbare Gefahr einer vulkanischen Eruption darstellt. Laut den derzeitigen Erkenntnissen des Systems bleibt die Wahrscheinlichkeit einer Eruption in naher Zukunft, also innerhalb der nächsten Wochen oder Monate, weiterhin niedrig.
Für die Bewohner und Touristen der Insel bedeutet dies, dass sie sich in Sicherheit wiegen können. Die aktuellen seismischen Ereignisse stellen keine akute Bedrohung dar. In einem typischen Szenario vor einer Eruption würden signifikante Veränderungen in der vulkanischen Aktivität auftreten, wie ein deutlicher Anstieg der vulkanisch-tektonischen Erdbeben, eine progressive Migration der Hypozentren über die Zeit, sowie eine schnellere und ausgeprägtere Deformation des Geländes. Bislang sind solche Warnsignale nicht festzustellen. Die Situation bleibt unter Beobachtung, um die Sicherheit der Bevölkerung und der Besucher zu gewährleisten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die jüngsten Erdbeben auf Teneriffa zwar ungewöhnlich sind, jedoch keine unmittelbare Gefahr darstellen. Die Behörden und Experten der INVOLCAN werden die Aktivitäten weiterhin genau überwachen und informieren die Öffentlichkeit über eventuelle Veränderungen.
Quelle: involcan.org
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