Der Real Casino de Tenerife, die älteste private Gesellschaft der Kanarischen Inseln, bleibt trotz eines sofortigen Aufhebungsbeschlusses des Stadtverwaltung von Santa Cruz aktiv. Am 14. Mai erließ die Abteilung für Stadtplanung eine Anordnung, die alle Aktivitäten des Casinos aufgrund fehlender Betriebslizenzen untersagt. In einer offiziellen Mitteilung verkündete der Vorstand, dass die Gesellschaft weiterhin Veranstaltungen durchführen werde und bezeichnete die Entscheidung der Stadt als „völlig überzogen“.
Die Auseinandersetzung zwischen dem Casino und der Stadtverwaltung ist nicht neu. Das Casino befindet sich in der Plaza de la Candelaria und hat eine lange Geschichte, die bis ins Jahr 1840 zurückreicht. Laut den Stadtplanern sind zahlreiche Veranstaltungen in den Gastronomiebereichen des Casinos, sowie in dessen Bars, Fitnessraum und anderen Innenräumen, ohne die erforderlichen Genehmigungen illegal. Diese Räume umfassen unter anderem einen Spielbereich, ein Tagesbetreuung, sowie Räume für Feiern, Konzerte und Karaoke.
Trotz der Anordnung zur sofortigen Schließung fanden am Freitag, den 22. Mai, weiterhin Aktivitäten statt, darunter das Event „Tardeo en la Terraza“, welches die Mitglieder und deren Gäste zusammenbrachte. Das Casino argumentiert, dass seine Aktivitäten nicht gewinnorientiert sind und eine soziale Funktion erfüllen, die rund 2.000 Mitglieder umfasst. Diese Mitglieder sind der Meinung, dass für die durchgeführten Aktivitäten keine explizite Genehmigung erforderlich sei.
In einem weiteren Schritt hat die Stadtverwaltung ein Bußgeld von über 25.000 Euro gegen das Casino verhängt, das sich auf Lärmbelästigungen bezieht, die während einer Reihe von Veranstaltungen im Juni und Juli 2025 anlässlich des 185. Jubiläums der Gesellschaft aufgetreten sind. Diese Maßnahme folgt einer Beschwerde eines Nachbarn über akustische Verschmutzung.
Die Stadtverwaltung hatte nach einer Untersuchung festgestellt, dass das Casino für seine Veranstaltungen die erforderliche Genehmigung gemäß dem Gesetz 7/2011, das am 5. April in Kraft trat, nicht besitzt. Der Vorstand des Casinos, unter der Leitung von Beatriz Barrera, die seit dem 30. Januar im Amt ist, hält die Entscheidung der Stadt für unangemessen und hat rechtliche Schritte eingeleitet, um die Aufhebung der Schließungsanordnung zu erreichen. Barrera betont, dass aufgrund einer beantragten einstweiligen Verfügung die Schließungsanordnung vorerst ausgesetzt ist, bis die Gerichte über den Fall entscheiden.
Die Mitglieder des Casino betonen, dass die Institution ein integraler Bestandteil der sozialen und kulturellen Geschichte Santa Cruz‘ ist. Sie erinnern an die Goldmedaille der Stadt und an die Verbindungen, die über fast zwei Jahrhunderte hinweg zu Generationen von Mitgliedern entstanden sind. Der Vorstand sieht sich in der Pflicht, das Casino und dessen Traditionen zu verteidigen und zu erhalten, um auch zukünftigen Generationen einen Raum für Zusammenkunft und Kultur zu bieten.
Quelle: tenerifeweekly.com
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