Plastikmüll, der unsere Strände und Meere belastet, könnte bald auch auf den Kanarischen Inseln für eine nachhaltige Straßeninfrastruktur sorgen. Die britische Firma MacRebur hat ein innovatives System entwickelt, das recycelte Plastikabfälle in den Asphaltmix integriert. Dadurch wird nicht nur der Einsatz von erdölbasiertem Bitumen reduziert, sondern auch die Lebensdauer der Straßen erheblich verlängert.
MacRebur, gegründet im Jahr 2016 in Lockerbie, verwandelt Plastikabfälle, die aus Millionen von Flaschen und Tüten stammen, in spezielle Granulate. Diese dienen als Zusatzstoffe für den Asphalt und können die Qualität des Endprodukts signifikant steigern. Laut Unternehmensangaben kann der so hergestellte Asphalt bis zu 60% widerstandsfähiger und bis zu zehnmal langlebiger als herkömmlicher Asphalt sein. Dies könnte die Bildung von Schlaglöchern und Rissen deutlich reduzieren.
Das Unternehmen hat bereits Projekte in über 30 Ländern realisiert, darunter Großbritannien, Australien und Südafrika. In Spanien wurde das System unter anderem in Barcelona angewendet. Die Technologie könnte auch für die Kanarischen Inseln von Bedeutung werden, da hier ein hohes Aufkommen an Plastikmüll besteht und gleichzeitig der Bedarf an robusten Straßeninfrastrukturen wächst.
Die Anwendung von recyceltem Plastik in der Straßenbauindustrie stellt einen wichtigen Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft dar. Toby McCartney, einer der Gründer von MacRebur, ließ sich von der Praxis inspirieren, in Indien Straßenlöcher mit Plastik zu füllen. Diese Methode hat er in Schottland weiterentwickelt und industrialisiert. Die Verwendung von recyceltem Material könnte nicht nur die Umwelt schonen, sondern auch die lokale Bauwirtschaft auf den Kanaren ankurbeln.
Ein zentrales Anliegen von MacRebur ist es, die Emission von Mikroplastik zu vermeiden. Das Unternehmen verwendet spezielle, verarbeitete Polymere, die während des Mischprozesses mit dem Asphaltbindemittel verschmelzen. Dadurch wird sichergestellt, dass keine losen Teile auf der Straße verbleiben. Um die Sicherheit und Qualität der Produkte zu gewährleisten, müssen alle Anwendungen strengen technischen Normen und unabhängigen Tests standhalten.
Im Kontext der globalen Bemühungen um Umweltschutz und Ressourcenschonung könnte der Einsatz von Plastik im Straßenbau auch auf den Kanarischen Inseln eine nachhaltige Lösung darstellen. Die Möglichkeit, die CO2-Bilanz um bis zu 10% zu reduzieren, ist ein weiterer Anreiz für die Implementierung dieser Technologie. Die Entwicklung des sogenannten „Eco-Asphalts“ zeigt, dass Recycling im Straßenbau nicht nur umweltfreundlich, sondern auch ökonomisch sinnvoll sein kann. Die Kanarischen Inseln könnten somit nicht nur von einer verbesserten Straßeninfrastruktur profitieren, sondern auch ein Zeichen für nachhaltige Baupraktiken setzen.
Quelle: laprovincia.es
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