Kanaren fordern Ausnahmeregelung für Pflanzenschutz gegen Schädlinge bei Banane und Avocado – Arbeit (Bananenplantage)

Kanaren fordern Ausnahmeregelung für Pflanzenschutz gegen Schädlinge bei Banane und Avocado

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Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

4 Juni, 2026

Die kanarische Partei Coalición Canaria hat im spanischen Kongress eine Initiative eingereicht, um den Einsatz bestimmter Pflanzenschutzmittel gegen Schädlinge in den strategischen Kulturen der Kanarischen Inseln zu ermöglichen. Konkret geht es um die vorübergehende Zulassung der Wirkstoffe Spirotetramat 10 % und Movento Gold für einen Zeitraum von 120 Tagen, vom 1. Juni bis 28. September 2026. Ziel ist es, die Ausbreitung der Mosca blanca (Weiße Fliege), der Cochinilla de la platanera (Bananen-Woll- oder Schildlaus) sowie der Cochinilla del aguacate (Avocado-Wolllaus) effektiv zu bekämpfen.

Die Initiative, vorangetrieben von der Abgeordneten Cristina Valido, reagiert auf die von der Europäischen Union verhängten Verbote bestimmter Pflanzenschutzmittel, für die es bislang keine wirksamen Alternativen gibt. Diese Situation treibt die Produktionskosten in die Höhe und führt zu erheblichen Ernteverlusten. Die Folge ist eine Gefährdung der Wettbewerbsfähigkeit der kanarischen Landwirtschaft – insbesondere der Bananen- und Avocado-Produzenten – und damit der wirtschaftlichen Zukunft vieler Landwirte auf den Inseln.

Die Mosca blanca und die Cochinilla de la platanera sind seit Jahren die Hauptplagen, die den Bananenanbau beeinträchtigen. Neu hinzugekommen ist die Cochinilla del aguacate, die sich in den letzten Jahren zu einem kritischen Problem entwickelt hat. Sie ist eine polyphage Art, die nicht nur Avocados befällt, sondern auch mehr als 80 weitere Pflanzenarten aus 43 verschiedenen Familien, darunter Zitrusfrüchte, Kakao, Kokosnüsse, Chirimoyas, Guaven, Mangos, Ananas, Guanábanas und verschiedene Palmenarten.

Die klimatischen Bedingungen auf den Kanaren begünstigen das ganzjährige Vorkommen dieser Schädlinge, mit Spitzenbelastungen im Sommer und Frühherbst. Zwischen 2023 und 2025 kam es zu ernsten Problemen in der Produktion und Vermarktung von Avocados, was die Dringlichkeit einer effektiven Bekämpfung unterstreicht. Bisher eingesetzte biologische und präventive Maßnahmen haben sich als unzureichend erwiesen.

Die vorgeschlagenen Pflanzenschutzmittel enthalten den Wirkstoff Spirotetramat, der gezielt gegen die Weiße Fliege und die Bananen-Wolllaus eingesetzt werden soll. Für die Avocado-Schädlinge wird Movento Gold empfohlen, das ebenfalls Spirotetramat enthält. Die Anwendung soll streng dosiert werden: 75 bis 100 Milliliter pro Hektoliter, maximal 2 Liter pro Hektar, mit höchstens zwei Anwendungen pro Jahr und einer Wartezeit von 14 Tagen bis zur Ernte.

Die rechtliche Grundlage für diese Ausnahmeregelung bildet Artikel 53 der EU-Verordnung 1107/2009, der Sondergenehmigungen für Pflanzenschutzmittel für maximal 120 Tage erlaubt, wenn keine andere wirksame Maßnahme verfügbar ist. Ergänzend wird Artikel 34 des spanischen Pflanzenschutzgesetzes 43/2002 zitiert, der in Fällen unvorhersehbarer Gefahren ebenfalls Ausnahmen ermöglicht.

Trotz vorheriger Anträge der kanarischen Regierung auf Ausnahmeregelungen für Spirotetramat und Movento Gold lehnte das spanische Landwirtschaftsministerium diese ab. Die neue Initiative im Kongress fordert daher eine Neubewertung und die Erteilung der Sondergenehmigungen. Zudem verlangt Coalición Canaria verstärkte Kontrollen an den Grenzen des Archipels, um die illegale Einfuhr von Obst und Gemüse zu verhindern. Diese Einfuhren stellen nicht nur eine unfaire Konkurrenz für die heimischen Landwirte dar, sondern erhöhen auch das Risiko der Einschleppung weiterer Schädlinge und Krankheiten.

Abschließend fordert die Partei, die besondere Situation der Kanarischen Inseln als ultraperiphere Region in Brüssel zu vertreten. Das milde Klima begünstigt die schnelle Verbreitung von Schädlingen, weshalb ein einheitliches Vorgehen mit dem Festland nicht zielführend ist. Die Initiative will erreichen, dass die EU die spezifischen Herausforderungen der Inseln bei der Pflanzengesundheit berücksichtigt und flexible Lösungen zulässt.

Für Bewohner, Urlauber oder Auswanderer auf den Kanaren bedeutet die Entwicklung, dass der Schutz der wichtigen landwirtschaftlichen Kulturen von Banane und Avocado zukünftig intensiver verfolgt werden soll. Dies sichert nicht nur die lokale Wirtschaft, sondern auch die Verfügbarkeit regional produzierter Früchte. Touristische Angebote und lokale Märkte profitieren von stabilen Ernten und gesunden Produkten. Die Entscheidung im spanischen Kongress wird daher mit Spannung erwartet, da sie direkte Auswirkungen auf die Landwirtschaft und die Versorgung der Kanaren hat.

Quelle: fuerteventuradigital.com
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Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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