Die kanarischen Inseln erhalten mit dem kürzlich im Parlament verabschiedeten Cabildo-Gesetz eine bedeutende Reform ihrer institutionellen Struktur. Rosa Dávila, Präsidentin des Cabildos von Teneriffa, begrüßte die Neuregelung als einen wichtigen Schritt zur Modernisierung und Anerkennung der dualen Rolle der Inselverwaltungen. Sie unterstrich, dass die Inseln nicht als periphere Gebiete, sondern als das Herz der Kanarischen Inseln betrachtet werden müssen – eine Sichtweise, die das neue Gesetz festschreibt.
Das Cabildo-Gesetz hebt die Cabildos aus der Rolle einer vermeintlichen „zweiten Verwaltungsebene“ heraus und stellt sie als grundlegende Institutionen der autonomen Gemeinschaft der Kanarischen Inseln dar. Dávila betonte, dass die Cabildos seit Jahrzehnten wesentliche öffentliche Dienstleistungen erbringen, die territoriale Entwicklung gestalten und als Verwaltungseinheiten am nächsten bei der Bevölkerung stehen. Mit dem Gesetz wird diese zentrale Funktion erstmals klar und gesetzlich verankert anerkannt.
Die Gesetzesinitiative entstand im Konsens der sieben Cabildos der Kanaren. Dieses Einvernehmen zeigt, wie durch Kooperation und institutionelle Loyalität tragfähige Vereinbarungen mit einer gemeinsamen Zukunftsvision möglich sind. Das neue Regelwerk stärkt die Autonomie der Inselverwaltungen, indem es Zuständigkeiten klar definiert und bürokratische Hemmnisse abbaut. Veraltete Misstrauensstrukturen werden durch ein Modell ersetzt, das auf Zusammenarbeit, Dialog und gemeinsame Verantwortung setzt.
Die Modernisierung betrifft insbesondere die doppelte Funktion der Cabildos: Sie agieren sowohl als Institutionen der autonomen Gemeinschaft als auch als lokale Verwaltungen. Das Gesetz verleiht ihnen umfassende Kompetenzen, die es ermöglichen, die Entwicklung der Inseln eigenständig und zielgerichtet zu gestalten. Dávila hob hervor, dass dieser Schritt die Cabildos befähigt, die Kanarischen Inseln als ein zusammenhängendes Archipel zu formen, ohne dabei die Besonderheiten einzelner Inseln aus dem Blick zu verlieren.
Für die Menschen auf den Kanaren, seien es Einwohner, Urlauber oder Auswanderer, bringt das neue Gesetz mehrere praktische Auswirkungen mit sich. Die klare Kompetenzverteilung soll Entscheidungsprozesse beschleunigen und die Verwaltung bürgernäher machen. Insbesondere auf Teneriffa und den anderen Inseln können Bürger künftig mit einer effizienteren und transparenteren Verwaltung rechnen, die besser auf lokale Bedürfnisse eingeht. Dies betrifft Bereiche von der Infrastruktur über Umweltschutz bis hin zu sozialen Diensten.
Die Einführung des Gesetzes markiert auch eine politische Signalwirkung: Die Inseln werden als eigenständige Akteure mit gleichberechtigter Stellung innerhalb der autonomen Gemeinschaft gestärkt. Dies kann langfristig zu einer stärkeren Identifikation der Bevölkerung mit ihren Inseln führen und die regionale Entwicklung fördern. Die Reduzierung von bürokratischen Hürden soll zudem Investitionen erleichtern und den Tourismus positiv beeinflussen – ein wichtiger Wirtschaftszweig der Kanaren.
Insgesamt zeigt das neue Cabildo-Gesetz, wie die Kanarischen Inseln ihre institutionelle Landschaft an moderne Anforderungen anpassen. Die Anerkennung der dualen Rolle der Cabildos schafft eine solide Grundlage, um die vielfältigen Herausforderungen der Inseln in Zukunft besser zu bewältigen und die Lebensqualität für alle Bewohner und Besucher zu erhöhen. Rosa Dávila sieht in diesem Schritt einen Meilenstein, der die Kanarischen Inseln nicht nur als Teil Spaniens, sondern als eigenständige Gemeinschaft innerhalb Europas stärkt.
Quelle: tenerifeweekly.com
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